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der Interessengemeinschaft Bauernhaus e.V. - IGB
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 Betreff des Beitrags: 1823
BeitragVerfasst: Mi 21. Sep 2005, 17:25 
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Hallo zusammen,

heute möchte ich nur, dass ihr euch mit mir freut :)

Wir hatten letzte Woche Besuch von einer Redakteurin, die einen Artikel über unser Haus und unsere Motive schreiben wollte. Dieser erschien dann auch am vergangenen Samstag in der Lippischen Landeszeitung. Das Belegexemplar bekamen wir heute.

Eine halbe Seite über unser Häuschen - das hatten wir nicht erwartet. Natürlich wurden ein paar Dinge mal wieder etwas verdreht. Die Presse kann's halt nicht besser ;D

Im Artikel stand auch, dass wir an Informationen über das Alter des Hauses sehr interessiert sind.

Heute Nachmittag nun ging das Telefon. Dran war ein Archivar des Staatsarchives in Detmold. Und nun kommts:

Es gibt eine komplette Akte über Bau und Geschichte der Alten Schule. Mit Plänen und allem Drum und Dran. Baujahr: 1823 !!

Dieser gute Mensch hatte den Artikel gelesen und sich auf die Suche gemacht. Dann bei der Zeitung angerufen und von dort unsere Telefonnummer bekommen.

Das ist für mich wie ein Sechser im Lotto :)

Ich habe die Aktennummer und werde mich nun in den nächsten 2-3 Wochen auf den Weg machen, um das alles zu studieren. Vielleicht kann ich mir ja sogar Kopien machen (kostet vermutlich gleich wieder eine Stange Geld ::) )

Sodele, das musste jetzt raus bevor ich platze :D

Abendsonnige Grüße
Ulrike


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 Betreff des Beitrags: Re:1823
BeitragVerfasst: Mi 21. Sep 2005, 19:59 
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Na super! - Herzlichen Glückwunsch!

Ich denke mal, soooo teuer werden die Kopien nicht werden. Jedenfalls stehen diese Kosten in keiner Relation zu dem Zeitaufwand, den Du vermutlich hättest betreiben müssen, um derartige Unterlagen zu finden.

Gruß Stefan

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AG-Bautechnik der IGB
Dipl.-Ing. Architekt

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 Betreff des Beitrags: Re:1823
BeitragVerfasst: Mi 21. Sep 2005, 20:32 
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Hallo Ulrike,
Euer Schulprojekt scheint wirklich unter einem guten Stern zu stehen. Herzlichen Glückwunsch.! Ja, oftmals spielt der Zufall eine große Rolle, daß man die richtigen Leute findet.
Wenn dann wieder die langen Winterabende anfangen, bekommen wir bestimmt weitere Informationen von Euch - und auch einen "Holznagel"-Beitrag.(?) ;)

Frohes Schaffen wünscht
Dietmar


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 Betreff des Beitrags: Re:1823
BeitragVerfasst: Mi 21. Sep 2005, 21:08 
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Registriert: Mo 17. Feb 2003, 17:34
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Hallo Ulrike,

herzlichen Glückwunsch, dass Ihr so schnell an die Informationen gekommen seid. Da ich die Fenster ja bereits typologisch auf erste Hälfte 19. Jh (1810-1850). datiert hatte und das Haus nun nicht älter als aus dieser Zeit ist, kann dies Baujahr nur eines bedeuten: Eure Fenster sind, wenn sie nicht 1:1 Nachbauten sind, eindeutig noch die originalen aus der Bauzeit! Das kann man aber leicht an der Machart (Eiche?) und den Beschlägen, aber u.U. auch an der Qualität der Glasscheiben verifizieren (Abwesenheit fusballbesessener Kids mal vorausgesetzt ;). Hättet Ihr das gedacht? Was habt ihr damit vor? Es handelt sich um echte Kostbarkeiten, die man auf jeden Fall versuchen sollte zu restaurieren. Auf den Bauzeichnungen werdet Ihr allerdings vermutlich keine Fenster finden, es war damals durchaus unüblich, sie mitzuzeichnen. Da sind meist nur graue Flächen. Was nicht bedeutet, dasss man damals schon Einscheibenfenster hatte... 8)

Auf jeden Fall lohnt es sich, sich die Akten zu kopieren. Wahrscheinlich gibt es auch noch Bauabrechnungen dazu. Das Ganze hört sich hochspannend an und eignet sich vermutlich sogar für eine Veröffentlichung. Denn das Tolle dabei ist, dass das Haus noch steht, und zwar ziemlich unverändert.

Den Grundriss und die Öffnungen etc. am Schornstein zu entschlüsseln fällt jetzt vermutlich nicht mehr schwer, wenn der originale Bauplan da ist, denn er enthält immer Funktionsbezeichnungen.

Ich hatte zwar prophezeit, dass da noch Akten existieren müssten, aber nicht damit gerechnet, dass man sie Euch praktisch ins Haus bringt. Besser geht ja gar nicht. Wenn die Akten in Detmold sind, müsste das Haus eigentlich in Lippe liegen (irgendwo bei Möllenbeck vielleicht?. Davon war ich bisher nicht ausgegangen, dann hätte ich nicht unbedingt Bernd Adam als erste Adresse empfohlen. Oder sind sie auf Umwegen dorthin gelangt?

Wendet Euch doch mal in jedem Fall an Dr. Heinrich Stiewe, unseren Bauforscher mit Schwerpunkt Lippe (stiewe@igbauernhaus.de). Den interessiert der Fall angesichts der guten Erhaltung und zusätzlich guter Aktenlage sicher brennend, und er wird Euch sicher bei der Interpretation der Befunde und Akten weiterhelfen können.

Viel Spass beim weiteren Werken!

Dietrich Maschmeyer


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 Betreff des Beitrags: Re:1823
BeitragVerfasst: Do 22. Sep 2005, 06:32 
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Hallo zusammen,

Danke für euere Anteilnahme.

Jeder Mensch darf einmal im Leben gewinnen :D
Unsere Alte Schule ist so ein Gewinn, den man mit Geld gar nicht bezahlen kann. Ob ihr es glaubt oder nicht - ich habe mich in diesem Gemäuer vom ersten Moment an geborgen gefühlt.

@Stefan
Na klar - den Preis für die Kopien werde ich verschmerzen können. Wenn man schon sowas nachgetragen bekommt ...

@Dietmar
Holznagel-Beitrag? Aber gerne doch. Ab nächste Woche sind 5 Wochen Wohnwagen-Leben angesagt, davon die ersten 2 Wochen als Strohwitwe ;D - Da hat Frau viel Zeit, nur leider keinen PC. Aber hat man nicht früher so ein Gerät zum Schreiben mit der Hand gehabt? Und sowas wie Papier? Ich werde das wieder ausgraben ::)

@Dietrich
Manchmal ist es merkwürdig - ich befasse mich hobbymäßig ja schon lange mit alten Bauernhäusern, habe viele gesehen. Aber immer nur in Freilichtmuseen. Nur zwei kenne ich als noch bewohnt - in Slowenien.

Bei unserer Schule bin ich von Anfang an davon ausgegangen, dass BJ 1890 auf gar keinen Fall stimmen kann:

Die Fenster mit den Metallsprossen

Die alten, handgestrichenen Hohlziegel; die ja schon sehr alt ausschauen und einen unvergleichlichen Charme austrahlen. Schon jetzt "fürchte" ich mich vor dem Tag, wenn das Dach neu gedeckt worden ist.

Später die Sache mit der vermuteten offenen Herdstelle.

Seit letzte Woche die Erkenntnis, dass im Nebenzimmer der Küche einmal ein gemauerter Ofen gestanden haben muss!! Man kann den alten Maueranschluss deutlich sehen - da wurde nur notdürftig mit Ziegeln und Lehmmörtel ausgemauert, ist alles locker.

Die Pumpe in der Küche

Was wir vorhaben?
Die Fenster werden aufgearbeitet. Nur was wirklich völlig vermorscht ist, wird ausgetauscht. Leider werden die Fensterflügel auf der Wetterseite im EG nicht mehr zu retten sein. Aber die werden nachgebaut. Wir werden sehen, ob wir die angesengten Flügel, die wir auf dem Zwischenboden gefunden haben, noch verwenden können. Das Holz - Eiche!! ist wirklich nur oberflächlich angesengt. Fast alle Fenster haben Eichenflügel und -rahmen

Die Scheiben sind leider zum größten Teil entweder gesprungen, oder mit feinen Haarrissen durchzogen. Wir werden sie nicht mehr verwenden können. Vielleicht ein paar ganz wenige Scheiben, die wir dann in ein/zwei Flügeln mit den Metallstreben einbauen werden - wenn sie beim Ausglasen (mach ich selbst) nicht zerspringen.

Wir haben das Glück, vor Ort einen Schreiner gefunden zu haben, der selbst ein Sammler von alten Fenstern und Türen ist. Von ihm haben wir schon schöne Vorschläge zur Restauration bekommen. Noch besser ist, dass er bezahlbare Preise hat ;D

Unsere Schule steht ganz genau in 32676 Lügde, OT Hummersen. Das ist östlicher Zipfel NRW, fast auf der Grenze zu Niedersachsen. Wenn man in östlicher Richtung aus dem Ort fährt, ist man nach 3-4 KM in Niedersachsen.

Und nun schreibe ich noch eine Mail an Dr. Stiewe.

Einen wunderschönen Tag wünscht
Ulrike


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 Betreff des Beitrags: Re:1823
BeitragVerfasst: Do 22. Sep 2005, 09:08 
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Hallo Ulrike,

nimm doch wegen der Dacheindeckung mal Kontakt zu unserer Kontaktstelle von Carlo Böker in Arholzen auf - Telefon: 05531-4801

Könnte mir gut vorstellen, dass er Euch die fehlende Menge alter Hohlpfannen vermitteln kann.

Ansonsten unbedingt die Historischen Baustoffbörsen in der Region abklappern!

... dann klappt's auch mit dem alten Dach ! :D

Herzliche Grüße

Stefan

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 Betreff des Beitrags: Re:1823
BeitragVerfasst: Do 22. Sep 2005, 09:25 
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Danke Stefan,

hab schon angerufen - leider ist er gerade nicht im Haus. Ich versuche es später noch mal und telefoniere auch gleich noch die Baustoffhändler ab.

Ich denke aber, dass die handgestrichenen Ziegel vollständig unbrauchbar sind (krumm und schief). Aber etwa eine Hälfte des Daches ist ja mit maschinengefertigten Hohlziegeln, vermutlich Jahrhundertwende 1900, gedeckt. Die wiederzuverwenden würde Sinn machen.

Grüße
Ulrike


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 Betreff des Beitrags: Re:1823
BeitragVerfasst: Fr 14. Okt 2005, 23:59 
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Hallole zusammen,

nun liegen fast 2 Wochen Dauerarbeitseinsatz hinter mir. Am Dienstag vergangener Woche kam endlich, endlich die erlösende Nachricht - wir konnten anfangen. Seit Montag ist der Zimmermann mit Mannschaft fleißig am werkeln. Der neue Schwellbalken auf der Wetterseite ist schon drin, die erste Ecke ist auch schon repariert. Heute wurde die neue Schwelle auf der Nordseite eingepaßt.

Ein wenig Pilz hinter der alten Holzverkleidung und auch ein lebendes Tierchen in einem Balken hat sich gezeigt. Aber alles nichts Schlimmes. Spannung steckt noch im alten Klassenraum - die alten Eichenbohlen (Fußboden) dürften vermutlich vollständig hinüber sein.

Da wir uns nun endgültig für eine Aufsparrendämmung entschlossen haben, sind die alten Ziegel nun auch passé.

Ansonsten hat sich noch eine Zementplattendecke angefunden, mit der die herrlichen Balken im künftigen Badezimmer verdeckt wurden. Sauerei, das ...

Soweit erst mal für heute. Nächstes Wochenende gibt es bestimmt wieder etwas zu berichten.

Müde Grüße
Ulrike


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