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der Interessengemeinschaft Bauernhaus e.V. - IGB
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BeitragVerfasst: Do 11. Jan 2007, 23:03 
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Registriert: Mo 17. Feb 2003, 17:34
Beiträge: 767
Die heutige Ausgabe der Zeit hat als Schwerpunktthema den Denkmalschutz (Feuilleton).

Im grossen und ganzen sind die Beiträge gelungen, über einige Details kann man diskutieren. Genau das sollten wir vielleicht hier tun, wenn die Forums-Mitglieder die Beiträge gelesen haben.

Wer keine "Zeit" oder keine Zeit hat: Zur Not kann ich individuell die Beiträge auch als file zur Verfügung stellen.

MfG Dietrich Maschmeyer


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BeitragVerfasst: Mo 15. Jan 2007, 09:15 
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Ja die Artikel geben gut das wieder, was auch in meinem Kopf ständig herumgeistert.
Jens Jessen:".... Der deutsche Denkmalschutz hat einen ideologisch-puristischen Kern, der oft vergeblich ein Maximum anstrebt, wo das Minimum des bloßen Erhalts schon eine Rettung wäre".
Ein Satz der die Situation trifft wie selten ein anderer. Wenn man dann noch den Artikel von Philipp Meuser über den Kampf mit den Vorschriften hinzunimmt, hat man eigentlich ein fast vollständiges Bild von der deutschen Denkmalpflege und deren Umsetzung.
Ach nein eines haben wir noch vergessen, die Aussage von Frau Uhl, die einen Deutschen daran erinnert nie zu vergessen:"...Nur wenn man weiß woher man kommt, weiß man auch wer man ist..." Mit solchen Sätzen bin ich groß geworden - ich kann sie nicht mehr hören. Kann man nicht einfach weil man Freude an den alten Bauten hat, sie erhalten, ohne eine Erinnerungsverpflichtung damit zu verbinden? Was machen eigentlich andere Länder auf dieser Erde, die nicht so denken wie wir, können die überhaupt existieren?
Kann die Denkmalpflege ihrerseits nicht mit etwas mehr Weitblick, mehr Unbefangenheit, weniger Bürokratie, mehr Freude an der Sache, weniger Formalismus etc. auftreten?
Als ich vor etwa 10 Jahren in England auf einer Studienfahrt war, haben wir einen 400  Jahre alten Schaftstall besichtigt. Ein mit Stroh gedecktes Gebäude ohne Fenster, ein imposantes Gebäude. Dieses Gebäude war als Denkmal erhalten worden, weil in dessen Inneren eine Tischlerei eingerichtet war - unglaublich aber war. Dies wäre bei uns unmöglich. Der Geist des "Deutschen": Gesetzeskonform aber ohne Leben, bürokratisch korrekt aber nicht erhalten.

Gruß, R. Seevers


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BeitragVerfasst: Di 16. Jan 2007, 00:18 
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Registriert: Di 14. Jun 2005, 22:48
Beiträge: 300
Hallo zusammen,
Die Artikel in der Zeit habe ich gelesen, sie bringen aber eigentlich nicht viel Neues. Ich habe das Gefühl, wieder einmal ist nur eine "Schlechte Nachricht eine Gute Nachricht". Der eine jammert sicher zu Recht, daß viel zu viele Denkmale abgebrochen werden oder verfallen, der andere jammert, daß die Denkmalpfleger in ihren Anforderungen zu puristisch sind, was ich so noch nicht erlebt habe. Natürlich gibt es im Zusammenhang mit Denkmalschutz und -pflegern eine Menge Dinge zu beklagen aber es gibt auch etliches, über das mensch sich im Zusammenhang mit der Denkmalpflege oder dem Denkmalschutz freuen kann. Das ist so ein wenig wie mit der Bibel, da findet man auch für jede Ansicht immer das passende Beispiel.
Reinis pessimistische Sichtweise vermag ich nicht zu teilen, da sie meinen Erfahrungen komplett wiederspricht. Warum sollte in einem Schafstall aus denkmalpflegerischer Sicht in Deutschland keine Tischlerei möglich sein? Um- und Neunutzungen von Denkmalen sind doch eher die Regel als die Ausnahme.
Mit optimistischen Grüßen aus Neuenknick
Wolfgang Riesner 


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BeitragVerfasst: Di 16. Jan 2007, 08:45 
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Hallo Wolfgang,
ich habe mich natürlich nicht im Detail zu dem englischen Beispiel ausgelassen, dann ergänze ich hier noch mal.
Es gab keine Fenster in dem Gebäude - in Deutschland in einer Arbeitsstätte nicht möglich. Es gab keine eingezogene Brandschutzverkleidungen zum Strohdach hin - in Deutschland unmöglich. Das Vorhaben war in einem Gebäude im Außenbereich - in den meisten Gebieten Deutschlands nur durch Ausweisung eines Sondergebietes Gewerbe möglich - oder gar nicht. Etc.
Ich sehe es weiterhin pessimistisch.

Gruß, Reini


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BeitragVerfasst: Mi 17. Jan 2007, 15:18 
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Registriert: Mi 19. Feb 2003, 10:04
Beiträge: 713
Hallo,

DIE ZEIT hat der IGB die Rechte für eine Veröffentlichung des Artikels "Ein Land auf Abriss" von Dr. Hanno Rauterberg eingeräumt. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Hauptseite unter den Hausmitteilungen.

Wir bedanken uns bei Verlag und Autor.

IGB-Internetredaktion


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BeitragVerfasst: Do 18. Jan 2007, 00:49 
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Registriert: Di 14. Jun 2005, 22:48
Beiträge: 300
Hallo Reini,
wenn, wie in deinem Beispiel die Scheune und die Tischlerei in Deutschland unvereinbar sind, liegt das doch nicht an den Auflagen des Denkmalschutzes, sondern an denen der Arbeitsstättenrichtlinie, den Brandschutzauflagen etc.. Bei der englische Scheune hat doch offensichtlich nicht der Denkmalpfleger die Zugeständnisse gemacht. Daher sollte auch nicht der Denkmalschutz dafür gescholten werden, daß in Deutschland Arbeitsschutz, Bauordnung, evtl. das Planungsrecht etc. Einwände gegen diese Umnutzung erheben.
Außerdem glaube ich, daß man mit etwas suchen auch bei uns reichlich kuriose und unerwartete Beispiele für Umnutzungen denkmalgeschützter Gebäude findet.
Gruß Wolfgang


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BeitragVerfasst: Fr 19. Jan 2007, 10:11 
Nicht angemeldeter User
Nicht angemeldeter User
Lieber Wolfgang,
da haben wir es wieder die "Deutsche" Krankheit. Immer gibt es einen anderen, der für dies oder das verantwortlich gemacht wird und werden kann. Damit ist dann die Diskussion beendet. Nein, die Denkmalpflege bzw. der Denkmalschutz steht in der Verantwortung dieses Problem anzugehen und damit das Vorhaben für den Nutzer und Benutzer nutzbar zu machen.
Man kann nicht ständig "Nicht - Handeln - Können" mit anderen Verantwortungsebenen und Föderalismus rechtfertigen. Und wenn die Gesellschaft sich einig ist (wenn sie es denn ist) wie und was schützenswert ist, dieses mit Auflagen versieht und kein Geld zur Unterstützung bereitstellt, so ist sie zumindest verpflichtet dafür zu sorgen, dass Hemmnisse ausgeräumt werden. Dazu gehört eben auch Gesetzte und Verordnungen so anzupassen, dass Dinge, wie in England z.B., möglich werden können.

Gruß, Reini


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BeitragVerfasst: Fr 19. Jan 2007, 13:46 
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Globaler Moderator
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Registriert: Mi 19. Feb 2003, 10:04
Beiträge: 713
Moin zusammen,

jagt doch jetzt bitte nicht die falsche Sau durch's Dorf und prügelt auf die Denkmalschützer - zumal in Bereichen, in denen sie einem politischen Druck unterliegen und häufig durch andere "Institutionen" ausgebremst oder konterkariert werden.

Natürlich ist das alles auch eine Frage politischer Moral - und hier haben wir wohl in Deutschland ein großes Problem und können nicht "von oben" auf Erkenntnis und Hilfe hoffen. Bevor wir aber überhaupt an neue, andere, erweiterte Gesetze, Verordnungen usw. denken, sollten wir auch mal überlegen, durch Eigeninitiative Dinge zu ändern.

Wie häufig können wir rechtswidriges Verhalten bei politischen Institutionen beobachten, ohne daß jemand bereit ist, derartige Rechtsverletzungen anzuklagen und/ oder Rechtsansprüche anzumelden. Sicherlich ist dazu auch etwas Selbstbewußtsein (und Pioniergeist) gefragt - aber einige Dinge wurden in Deutschland auch durch weltoffene Richter in Bewegung gesetzt.

Also: Nicht immer unspezifiziert nach dem Staat rufen, sondern auch mal "beim Staat an die Tür klopfen".


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BeitragVerfasst: Fr 23. Feb 2007, 11:08 
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Registriert: Fr 28. Feb 2003, 20:49
Beiträge: 66
Wohnort: Lauterbach/Hessen
NICHT SO ANSPRUCHSVOLL ABER VOLLER WERBUNG FÜR DIE IGB:
NEUESTE AUSGABE "LANDLUST" (März 2007)

_________________
christiane


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