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der Interessengemeinschaft Bauernhaus e.V. - IGB
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 Betreff des Beitrags: Bauerngarten anlegen
BeitragVerfasst: Mi 18. Okt 2006, 10:55 
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Hallo,

wir haben ja am Haus ein grosses Grundstück und ich will neben der Renovierung mal anfangen, den Garten wieder anzulegen. Es soll ein typischer Bauerngarten werden. Ich habe als Stadtpflanze da leider nur nicht soviel Plan davon. Vielleicht kann mir ja einer von euch ein gutes Buch oder eine wirklich gute Internet-Seite (habe leider noch keine gute gefunden) empfehlen. Wichtig sind mir folgende Sachen:

- Was sähe ich wann aus?
- Welche Pflanzen kann ich zusammen in ein Beet setzen?
- Was ist giftig? Wir haben zwei Kinder, deswegen will ich keine giftigen Pflanzen auf dem Grundstück haben!


Schön wäre natürlich etwas, was genau auf den Bauerngarten abgestimmt ist, also auch typische Pflanzen dazu.

Schöne Grüsse, Christine


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 Betreff des Beitrags: Re: Bauerngarten anlegen
BeitragVerfasst: Mi 18. Okt 2006, 11:29 
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Moin Christine,

zuerst solltest Du Dir überlegen, wie Du den Garten überhaupt anlegen willst - als Nutzgarten, Ziergarten oder irgendeine Kombi. Das, was heute landläufig unter Bauerngärten "läuft" ist eine romantische Verklärung aus dem letzten Jahrhundert. Die Bauerngärten warenim Prinzip immer "kleine Felder".
Es gibt natürlich eine Unmenge Literatur zu dem Thema, auch unter dem Stichwort Bauerngarten. Ich kann Dir aber empfehlen, zuerst mit einem Berufsschulbuch für Gärtner anzufangen - diese Titel sind immer eine wahre Fundgrube und auch bei Ebay günstig zu bekommen.

Liebe Grüße


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 Betreff des Beitrags: Re: Bauerngarten anlegen
BeitragVerfasst: Mi 18. Okt 2006, 12:46 
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Beiträge: 502
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Hallo Christine,

ich fand das Buch von John Seymour "Leben auf dem Lande", "Selbstversorgung aus dem Garten wie man seinen Garten natürlich bestellt und gesunde Nahrung erntet" und "Im Nutzgarten arbeiten"  klasse (die genauen Tiel habe ich nicht Kopf). Ich fand die Bücher jedenfalls sehr anschaulich und gerade für Einsteiger (bin selber einer) nicht überfordernd.

Viele Grüße, Sven.

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Teske + Schwiede Architekten
Sachverständige für Schäden an Gebäuden

Alle Beiträge im Forum sind ausschließlich allgemeine Betrachtungen und keinesfalls konkrete Sanierungsanleitungen oder Rechtsberatungen. Hierfür sind immer Einzelfallberatungen durch einen Sachkundigen vor Ort erforderlich.


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 Betreff des Beitrags: Re: Bauerngarten anlegen
BeitragVerfasst: Mi 18. Okt 2006, 13:02 
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Registriert: Mi 19. Feb 2003, 10:04
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Hallo Christine,

hab jetzt den Titel wiedergefunden.
Falls Du bieten willst:

http://cgi.ebay.de/Gartenbau-in-Theorie ... dZViewItem


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 Betreff des Beitrags: Re: Bauerngarten anlegen
BeitragVerfasst: Mi 18. Okt 2006, 19:30 
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Das sind ja schon klasse Tipps, vorallem der Ebay-Link  :). Danke Bernd.

Ja es wird ein richtiger Nutzgarten. Eben nach dem Vorbild der alten Bauerngärten. Unser Grundstück zieht sich ja sehr in die Länge, der hintere Teil liegt in einer Reihe von Gärten, nur unserer ist eine Brennesselwiese  :(. Die Vorbesitzer haben ihre Pferde dort weiden lassen. Das Stück für den Garten hat ungefähr 300 qm. Ziemlich mittig steht das untere Teil von einer Schwengelpumpe, daneben ist noch ein älterer Brunnenschacht mit Holz. Geht aber wohl alles nicht mehr. Ich möchte natürlich dort wieder einen Brunnen haben, das Wasser ist ja dann umsonst. Da ja so ein Garten auch nicht von heute auf morgen entsteht, möchte ich doch bald mal anfangen. Wir werden den Bauern nebenan mal fragen, ob er uns mal das ganze mit dem Traktor umackert. Ich hätte auch gerne einen Staketenzaun drumherum, da wollte ich aber die Nachbarn fragen, ob ihnen das recht ist. Die Gärten sind alle nicht voneinander getrennt.

Auf das andere Stück Freifläche direkt vor dem Garten kommt eine Wiese mit wahrscheinlich zwei Obstbäumen und ein bischen Spielplatz für die Kinder. Wir wollen das ganze quasi während der Renovierung auch schon als Wochenend-Grundstück benutzen. Das Haus liegt ja bei mir auf dem Arbeitsweg. Ich könnte also auch einfach mal anhalten und den Garten giessen  :D.

Schöne Grüsse Christine


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 Betreff des Beitrags: Re: Bauerngarten anlegen
BeitragVerfasst: Do 19. Okt 2006, 22:12 
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Moin Christine!
Bei dem Satz:
Zitat:
Wir werden den Bauern nebenan mal fragen, ob er uns mal das ganze mit dem Traktor umackert.

gingen bei mir alle Alarmglocken an. Mach das bloß nicht. Du wirst wahnsinnig... :D

Beim Unterpflügen machst Du aus einer Wurzel einen Haufen Wurzelstücke, die sofort alle einzeln wieder austreiben. Du vermehrst also den Bestand auf eine höchst effektive Weise... 8)

Wir haben mit unserem Haus etwa einen Hektar mannshohe Brennessel-Monokultur mitgekauft.
Erledigt haben wir das Problem (noch nicht ganz) auf die harte Tour: erst mit einem Einachstraktor mit Balkenmäher die Brennesseln flachgelegt (bei 300 qm geht das prima mit einer Sense), und seitdem fahren wir jede Woche mit dem Rasenmäher drüber. Ergebnis: ums Haus herum sind nach 3 Jahren kaum noch Brennesseln. Auf wundersame Weise kam von selbst Wiese zum Vorschein.

Wenn Du einen Nutzgarten anlegen willst, wirst Du um Glyphosat nicht herumkommen. Das kannst Du als RoundUp im Baumarkt zum Goldpreis erwerben oder als Reimport bei Raiffeisen (60 ?/20 l).
Damit besprühst Du die Nesseln. Nach 10 Tagen werden sie braun und sterben ab. Dann wartest Du. Es dauert nicht lange und die nächste Generation wächst. Warte, bis sie genug Blattmasse haben (Glyphosat wird ueber die Blätter aufgenommen), dann wieder besprühen. Das machst Du so lange, bis nichts mehr nachkommt.

Wir sind wahrlich kein Freund chemischer Mittel im Garten, aber manchmal gehts leider nicht anders.

Was mir noch einfaellt: teile den Garten in die üblichen 4 Quadranten mit trennenden Wegen. Dann kannst Du prima die Fruchtfolge einrichten.
Ach ja: ein Wasseranschluß direkt am Garten ist Gold wert (Ein Brunnen mit Handbetrieb ist nett, nutzt aber nichts). Wir hantieren immer noch mit endlosen Schläuchen... :)
Das wird nächstes Frühjahr geändert.

Du kannst ja mal auf unserer Homepage stöbern, da sind einige Bilder unseres Gartens, oder besser: Außenbereichs´  8)
Allerdings Stand vom letzten Jahr. Wenn die Tage wieder kürzer werden, werden wir das mal aktualisieren...

Grüße aus der Wesermarsch

Ralph

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 Betreff des Beitrags: Re: Bauerngarten anlegen
BeitragVerfasst: Fr 20. Okt 2006, 10:22 
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Danke Ralph,

mit Roundup haben wir schon im Hof gesprüht. Das hat zwar das normale Grünzeug vernichtet, aber die Brennesseln waren resitent. Mein Mann meinte, die Mischung war zu schwach. Ich habe jetzt alle Brennesseln herausgerissen. Der Hof ist jetzt einigermassen sauber.

Vielleicht sollte ich das Roundup auf dem Grundstück jetzt im Herbst nochmal einsetzen. Vielleicht kann ich dann im Frühjahr schon ein bischen gärtnern.

Ich wollte eigentlich auch auf die chemische Keule verzichten, aber ich weiss, dass Brennesseln sehr hartnäckig sind.

Also Sense steht jetzt auf der Anschaffungsliste ganz oben, ich hätte natürlich gerne so einen Balkenmäher, aber die sind ja schweineteuer.

Wie ist das denn, wenn ich die Brennesseln mehrmals mit dem Roundup behandelt habe? Kann ich sie dann untergraben ohne eine weitere Brennesselkultur zu erzeugen?

Eure HP schaue ich mir gerne nochmal an  :)

Schöne Grüsse aus Würzburg, Christine


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 Betreff des Beitrags: Re: Bauerngarten anlegen
BeitragVerfasst: Fr 20. Okt 2006, 18:31 
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Hallo Christine,

lass die Finger vom RoundUp im Garten. Das Zeug wird zwar als unbedenklich bzgl. Grundwasser eingestuft, in größeren Mengen aber würde ich es niemals verwenden. Es ist und bleibt Gift. Und somit tut es auch anderen Pflanzen nicht gut.

Deine Brennesseln kannst Du bis zur Anlage des Gartens regelmäßig mit der Sense abmähen, je öfter, umso besser. Wie alles "Unkraut" mag es überhaupt nicht, wenn man es im Wachstumsdrang stört.

Die zweite Methode:
Boden mit der Handhacke bearbeiten und die Wurzeln rausholen. Später, im angelegten Garten, gilt: hacken, hacken, hacken. Das hält nicht nur sämtliches Unkraut fern, sondern sorgt auch für einen krümeligen Boden. Nach 2-3 Jahren reicht dann der s.g. Sauzahn.

Ich gebe zu, dass das alles ziemliche Schinderarbeit ist, aber noch immer die beste Methode. Nimm Dir kleine Flächen vor. Gartenarbeit ist Anfangs keine Nebenheraufgabe, später schon.

Was die Anlage eines Gartens betrifft: Gut geplant ist schon halb angelegt. Dazu gehört die Beobachtung des Sonnenstandes, festlegen der Himmerlsrichtung ...
Nicht alle Pflanzen mögen jeden Standort.

Brennesseln vermehrst Du ganz einfach indem Du die Wurzeln im Boden läßt.  ;D
Sie sind übrigens s.g. Zeigerpflanzen. Der Boden muss sehr fruchtbar sein und lehmig. Und man kann aus ihnen eine wunderbare Pflanzenjauche machen, die zur Stärkung Deiner Nutzpflanzen verbraucht werden kann.

Gute Bücher:
Ich werde am Abend (nach dem Essen) mal meine Errungenschaften auflisten. Alles alte Bücher die man mit etwas Glück über zvab.com bekommen kann. Da Du einen typischen Bauerngarten, also Nutzgarten mit kleinem Ziergarten und Obstgarten, anlegen willst sind solche alten Schinken genau das Richtige weil in ihnen beschrieben wird, wie das früher gehandhabt wurde.

Außerdem muss ich Bernd völlig recht geben: alles was uns heute als "Bauerngarten" untergeschoben wird, ist nichts anderes als eine totale Verklärung der Tatsachen. Ich finde es einfach nur kitschig weil es mit der Wirklichkeit nicht sehr viel zu tun hat.

Für jetzt genug, ich sterbe sonst Hungers  :'(

Liebe Grüße
Ulrike


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 Betreff des Beitrags: Re: Bauerngarten anlegen
BeitragVerfasst: Fr 20. Okt 2006, 22:28 
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Nabend Ulrike,

Zitat:
Es ist und bleibt Gift. Und somit tut es auch anderen Pflanzen nicht gut.


Nö, das stimmt nicht. Glyphosat ist eben kein Totalherbizid, sondern ein selektiver Wachstumshemmer, der ausschliesslich bei zweikeimblättrigen Pflanzen wirkt. Bei allen anderen Organismen bewirkt er genau nichts. Stell Dir das wie einen Schlüssel vor: wenn eine Pflanze kein dazu passendes Schloß hat, tut sich gar nichts.

Es gibt übrigens durchaus sehr gute Gründe gegen die Substanz. Die betreffen aber eher den massenhaften Einsatz in der dritten Welt, weil dadurch sehr ungute ökonomische Abhängigkeiten der Bauern von der Saatgutindustrie entstehen.

Zwei Gründe haben uns bewogen, Glyphosat zu verwenden:

- ein pragmatischer: nachdem ich mitbekam, daß das Mittel für die Landwirtschaft hier in 600 l-Gebinden (!!!) abgegeben wird, fand ich unseren 20 l-Kanister nicht mehr ganz so tragisch.

- selbst meine Schwester (gelernte Gärtnerin, macht sich gerade mit einem Bio-Ladden selbständig und ist mit einem grünen Ratsherren verheiratet, also ziemlich unverdächtig in der Richtung) sagte: "Mach das, anders wird das nix bei eurer Fläche."

Ok, wir hatten hier ca. anderthalb Hektar mannshoher Brennesseln zu bewältigen. Bei Christines Flächenangabe hatte ich erst eine Null zuviel gesehen. 300 qm sind natürlich auch mit Muskelschmalz zu bewältigen. 3-4 Wochenenden zu zweit sollten erst mal reichen, die Pflanzen auszurupfen. Nur sollte man nicht die Illusion haben, dabei alle Wurzeln zu erwischen... 8)

Deinem anderen Posting entnahm ich, daß Ihr bald umzieht. Ich drücke euch alle Daumen, daß das Chaos überschaubar bleibt!
Es ist etwas ganz anderes, in der Baustelle auch zu leben. Das macht vieles leichter.

@Christine: Wenn die Pflanzen abgestorben sind, kannst Du sie untergraben. Am besten vor dem Winter, der Frost regelt dann mit etwas Glück den Rest. Oder wenigstens einen Teil davon. Regelmäßig damit zu tun wirst Du immer haben. Es sind treue Freunde... ;D

Gutes Gelingen, wie auch immer!

Ralph

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 Betreff des Beitrags: Re: Bauerngarten anlegen
BeitragVerfasst: Fr 20. Okt 2006, 22:58 
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Registriert: Mi 19. Feb 2003, 10:04
Beiträge: 713
... dann schaut mal hier:

http://www.biosicherheit.de/de/lexikon/#G

(Glyphosat)

Scheint mir auch relativ harmlos zu sein ;D

Zu überlegen wäre jedoch noch, evtl. ein paar der ungeliebten Wildkräuter stehen zu lassen. Aus sen Spitzen kann man wirklich ein gutes Gemüse oder einen Salat zubereiten, und der Rest erbigt eine Brühe / Jauche als Düngemittel. Einige Schmetterlingsarten brauchen auch die Berennnessel zur Eiablage.


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 Betreff des Beitrags: Re: Bauerngarten anlegen
BeitragVerfasst: Sa 21. Okt 2006, 07:10 
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Na ja, meine Lieben
RoundUp ist ein Herbizid ...

Zitat aus Deinem Hinweis, Bernd (die Ironie ist angekommen):
Zitat:
Glyphosat wirkt gegen fast alle Pflanzenarten toxisch und wird daher seit etwa 25 Jahren weltweit als so genanntes Breitbandherbizid eingesetzt (z.B. zur Unkrautbekämpfung an Bahndämmen).

Zur Unkrautkontrolle im Ackerbau (Soja, Raps, Mais) konnte Glyphosat erst als Teil des neu entwickelten Herbizid-Systems RoundupReady eingesetzt werden. Inzwischen sind verschiedene Nutzpflanzen verfügbar, die eine gentechnisch vermittelte Toleranz gegenüber Herbiziden mit dem Wirkstoff Glyphosat besitzen.


Aha - und das soll ungefährlich sein?
Außerdem wird hier von Ackerbau geredet, nicht vom Kleingärter. Das sind doch schon wieder Äpfel und Birnen.

Gentechnisch verändert ...

@Ralph
Der Satz über den Einsatz in der Dritten Welt wundert mich etwas. Wo bleibt die Logik, bezogen auf heimische Gefilde?

Wildkräuter hat es schon immer gegeben und wird es immer geben. Um sie zu unterdrücken, muss geschuftet werden: Boden bearbeiten. Das tut dem Körper gut weil es ein Ausgleich zu unserer allgemeinen Bewegungsarmut ist. Alle Wurzeln wird man nie erwischen, aber viel "schlimmer" noch ist die Quecke. Dagegen ist die Brennessel ein Spaziergang.

Wer will schon einen geschleckten Bauerngarten ???

Viel besser wäre allerdings, sich einmal mit den Wildkräutern zu befassen. Die meisten davon kann man sogar essen. Ein Nebeneinander mit den s.g. Nutzpflanzen kann auch sinnvoll sein weil verschiedenen Pflanzen sich ergänzen. Und viele Tierchen brauchen sie auch. Dazu sollte man sich aber tatsächlich erst einmal durch diverse Bücher quälen. Überhaupt ist es bei der Gartenarbeit wie mit allem anderen auch: es will gelernt sein ...

OT @Ralph
Ende Dezember ist Termin. Und da wir 5 Min. von der Baustelle unser "Notquartier" haben, ist das so gut wie Leben auf der Baustelle. Das Chaos überblicke ich, nur nicht immer die Lösungen  ::)

Grüße
Ulrike


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 Betreff des Beitrags: Re: Bauerngarten anlegen
BeitragVerfasst: Sa 21. Okt 2006, 10:27 
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Also gut, dann lass ich das mit dem Roundup. Heute regnet es eh und die Kinder sind krank. Ich habe meinen Mann mal alleine los geschickt  ;D.

Mit einer normalen Handsense habe ich das schon mal probiert, mit der muss ich aber noch ein bischen üben. Die hatten wir eh nur leihweise von Freunden, die schon immer auf einem Bauernhof leben. Ich bin grad am überlegen, ob wir uns eine Motorsense oder einen Rasenmäher anschaffen oder beides  ??? Ich sehe schon, wir werden viel Geld für Arbeitsgeräte ausgeben.

@ ralph: Was bedeutet "Burenreege"?

Schöne Grüsse Christine


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 Betreff des Beitrags: Re: Bauerngarten anlegen
BeitragVerfasst: Sa 21. Okt 2006, 12:39 
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Registriert: Mi 19. Feb 2003, 10:04
Beiträge: 713
Wenn man sich mal etwas näher mit dem Hersteller des propagierten Wundermittels beschäftigt, müßten normalerweise alle Alarmglocken klingeln. Über den Gen-Mais kommen wir dann ganz schnell zu Lobbyismus pur.

Wenn wir uns heute die Debatten über nachwachsende Rohstoffe angucken, fällt eins ins Auge - es wird immer wieder der sog. Super-Mais als "die Lösung" angeboten. Warum? Das Saatgut muß gekauft werden und des weiteren Insektizide, Herbizide und was die Hersteller noch so alles im Programm haben. Damit lassen sich die Landwirte (nicht deren Kühe) richtig melken. Aber keiner spricht über Hanf - der bleibt verboten, obwohl er vielfältige Nutzungsmöglichkeiten nicht nur für die Landwirtschaft bietet - oder vielleicht gerade deshalb  ;D

Für interessierte Leser hier ein Buchtip: Jack Herer - die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf (ist ausverkauft, gibt's aber häufiger bei Ebay).

Hanf wurde nicht etwa verboten, weil man sich davon etwas in die Pfeife stopfen kann, was aber der Volksgesundheit nicht schadet - Gegensatz zu Tabak, Alkohol & Co. - sondern weil hier handfeste wirtschaftliche Interessen im Spiel waren und immer noch sind.

Die deutsche Zustimmung zum Hanfverbot auf der Opium-Konferenz in Genf 1925 wurde ausgehandelt, um mögliche Exportbeschränkungen für Heroin- und Kokain-Produkte der Firmen Bayer und Merck vom Tisch zu bekommen. Die überaus starke Rolle der USA beim Verbot des Hanfs hatte auch Namen. Der Zeitungs-Baron Hearst hatte große Waldbestände zur Deckung des Papierbedarfs. Die damals zunehmende - billigere und ökologisch sinnvollere - Papierproduktion aus Hanf bedrohte natürlich seine Gewinne. Und schließlich noch das Chemie-Unternehmen DuPont - das alle Chemikalien für die Baumwollzucht liefert(e). Und da konnte man den Konkurrenten Hanf auch nicht gebrauchen.

Und so wurde halt eine jahrtausende-alte Nutzpflanze auf dem Altar des "Goldenen Kalbes" geopfert - und unsere Politiker sprechen scheinheilig, papageien-haft die US-amerikanische Propaganda nachplappernd, von (Rausch-) Gift, obwohl es praktisch unmöglich ist, einen Menschen mit Wrkstoffen des Hanfs (Cannabinoiden) zu vergiften.

Übrigens: Auch Schokolade enthält Cannabinoide. Man muß ungefähr 20% seines Körpergewichts in ca. 3 - 4 Stunden zu sich nehmen  ::)

Derartige Aussichten könnten doch glatt zu der Forderung führen: Kakaobohnen in alle deutschen Bauerngärten. Womit wir wieder beim Thema wären  ;D


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 Betreff des Beitrags: Re: Bauerngarten anlegen
BeitragVerfasst: Sa 21. Okt 2006, 15:26 
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Lieber Bernd,
im Prinzip volle Zustimmung zum Thema.
Nur in einem Punkt weicht meine Meinung ab: Cannabis ist sehr wohl ein Rauschmittel, auch mit allen Konsequenzen für die Gesundheit. Wir hatten einen Fall in der Familie - ich kann also mitreden. Das Zeug kann, wenn man es regelmäßig nimmt, starke Halluzinationen hervorrufen. Es gibt aber auch Leute die eine Art l.m.a.A.-Gefühl entwickeln und ansonsten ganz "normal" wirken.

Aber das hat erst mal nix mit dem Bauerngarten zu tun.

@Christine,
Sensen ist eine Kunst für sich. Ich kann es auch (noch) nicht, bin aber lernwillig.

Hier nun, wie versprochen, die Liste meiner Bücher:

Dr. Eleonore Hohenberger
Der Bauerngarten im Wandel der Zeiten (2005)
Herrlich anzuschauen, weil dort echte Bauerngärten (in Bayern) beschrieben werden.

Dr. A. Wetzel
Der Bauerngarten (1935)
Von der Planung bis zur Bearbeitung

Hans Wegener
Vom deutschen Bauerngarten (1937)
Seine Gestalt und Geschichte

Fr.B. Hoffacker
Der Hausgarten in Stadt und Land (1859 - mein wertvollstes Büchlein)
Von der Planung bis zur Ernte und Pflege - ist alles beschrieben

Franz Göschke
Der Hausgarten auf dem Lande (1905)
Sogar mit einem Plan für die richtige Anlage des neuen Gartens

---------
In keinem dieser Bücher wird ein Bauerngarten á la Landhaus- oder englischer Landhausgarten beschrieben. Dafür ist diese kleine Sammlung sehr wertvoll wenn es darum geht, einen Garten "wie früher" anzulegen und vielleicht sogar auch längst vergessene Pflanzen zu ziehen. Hierzu gibt es einen wunderbaren Link:
http://www.nutzpflanzenvielfalt.de/

Und falls es jemand stören sollte, dass ich Bücher aus der unseligen Zeit habe - davon habe ich noch sehr viel mehr. Alles Naturbücher, Wanderführer, Liederbücher, etc. Es ist der Nachlass meines Großvaters, den ich hüte wie einen Augapfel. Ich kann nichts Verwerfliches daran finden.

Tschüssi
Ulrike


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 Betreff des Beitrags: Re: Bauerngarten anlegen
BeitragVerfasst: Sa 21. Okt 2006, 20:57 
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Beiträge: 65
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Ach je, da habe ich ja etwas ausgelöst mit meinem dezenten Hinweis auf Glyphosat...
Das Thema scheint nur schwer mit Argumenten diskutierbar zu sein.
Diese Diskussion findet übrigens in der einschlägigen Gruppe im Usenet regelmäßig statt. Das läuft dann etwa so ab:
Ein frisch gebackener Gartenbesitzer fragt, wie er denn das Unkraut in seinem Garten bekämpfen kann. Unweigerlich kommt dann der Rat: "Nimm Roundup, und gut is. Genauso unweigerlich kommt der entsetzte Aufschrei: "Auf keinen Fall, das ist pöse Chemie und damit des Teufels Werk!"
Nach 8-10 Postings beschimpfen sich dann die prinzipienfesten Glaubenskrieger der verschiedenen Fraktionen je nach eigenem Standpunkt als "Büttel der Großindustrie", "Öko-Spinner", "Nullchecker" und ähnliches. Differenzierende Zwischentöne, die die Wirklichkeit meist am besten erfassen, gehen im allgemeinen Lärm leider völlig unter. Nach 2 Wochen tröpfelt der Thread aus, nur um nach 3 Monaten nahezu identisch wieder loszugehen.

Ich denke, das müssen wir uns hier nicht geben, zumal das ja jeder in epischer Breite in den Archiven nachlesen kann.

@ Ulrike:

Zitat:
Der Satz über den Einsatz in der Dritten Welt wundert mich etwas. Wo bleibt die Logik, bezogen auf heimische Gefilde?


Es gibt keine. Ich wollte lediglich darauf hinweisen, daß es durchaus Argumente gegen Glyphosat gibt: z.B. die künstlich erzeugte Abhängigkeit von Landwirten durch die Kombination aus Glyphosat und gagegen resistentes Saatgut. Das wird in der dritten Welt langsam ein Problem, in Europa nicht: hier gibt es (Gott sei Dank) einfach keine Akzeptanz derartiger Produkte durch die Verbraucher.
Aber das sind politisch/ökonomische Argumente, im Gegensatz zu der angeblichen/tatsächlichen Giftigkeit der Substanz an sich. Das sind einfach verschiedene Dinge.

Zitat:
Außerdem wird hier von Ackerbau geredet, nicht vom Kleingärter. Das sind doch schon wieder Äpfel und Birnen.


Ja nu, ich sprach von unserem Grundstück. Das hat gut 17.000 qm. Das ist etwas viel für die typischen Kleingarten-Methoden und ziemlich mickrig für die normalen agrotechnischen Verfahren. Also eine typische Apfelbirne... :D

Als wir hier einzogen, waren etwa 3/4 des Grundstücks mit 2 m hohen Brennesseln gewachsen. Wir haben uns ein halbes Jahr informiert und in einschlägigen Foren und Gruppen gefragt, wie man das ohne Einsatz von Chemie ändern kann. Es kam nicht ein verwertbarer Hinweis.
Manuell ist es technisch unmöglich: es wächst schneller nach, als 2 Leute es ausrupfen können.

Also haben wir nach reiflicher Überlegung und Information beschlossen, einmalig Glyphosat zu verwenden, um überhaupt mal Grund in die Sache zu kriegen. Seitdem sind Wiesenmopped und Sense die Mittel der Wahl. Wenn es gut läuft, können wir in 2-3 Jahren die geplante Obstwiese anlegen.

Nicht falsch verstehen: ich empfehle Glyphosat nicht als Allheilmittel für faule Kleingärtner (wir haben es einmalig als Akt der Notwehr verwendet), denn

Zitat:
Wildkräuter hat es schon immer gegeben und wird es immer geben. Um sie zu unterdrücken, muss geschuftet werden:


Ebend. So ein Garten ist besser als jede Mucki-Bude. Wir hocken gerade ziemlich geplättet von einem Tag im Garten vor dem Kamin. Viel mehr als die Finger zum Tippen bewege ich heute nicht mehr´  ::)

Übrigens haben wir hier noch einige 100 qm Brennesseln, die auch gerne bleiben dürfen. Nur eben nicht überall.

Zitat:
Ende Dezember ist Termin.


Dann stellen wir doch schon mal virtuell Brot und Salz parat.

Zitat:
Das Chaos überblicke ich, nur nicht immer die Lösungen


Denk daran: Planung ist letzlich nur der Versuch, den Zufall durch den Irrtum zu ersetzen.´  8)

@Christine:
Zitat:
Was bedeutet "Burenreege"?


Das ist nicht nur unsere Web-Adresse, sondern auch unsere postalische.

Burenreege ist das niederdeutsche Wort für Bauernreihe. Die Höfe hier liegen wie an der Schnur gezogen in einer Reihe. Also eine Bauernreihe´  :)

Tipper mal unsere Adresse (Burenrege 3 Stadland Germany) bei Google Earth ein. Wenn Du ein bisschen rauszoomst, siehst Du, was ich meine.

Grüße aus der Wesermarsch

Ralph

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