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der Interessengemeinschaft Bauernhaus e.V. - IGB
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BeitragVerfasst: Fr 20. Jan 2006, 11:57 
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Hallo,

wir haben im Calenberger Land ein Altenteilerhaus, Fachwerk, Baujahr 1820.
Angebaut ist ein Schuppen/Stall. Ausführung wie das Haus mit Eichenfachwerk ausgefacht mit Ziegelsteinen. Die Auflager der Deckenbalken sind mit verschaubten Bolzen am Fachwerk des Haupthauses befestigt. Unter der Schwelle liegt eine Lage Dachpappe.
Nun meine Frage: Lässt sich aus der Art der Baukonstruktion ein Rückschluß auf das Baujahr führen??

Schöne Grüsse

Harald Wieder


Bild: Ansicht Süd (der schlechte Zustand mit dem Notdach ist durch eine Brandstiftung bedingt)


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BeitragVerfasst: Fr 20. Jan 2006, 12:02 
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Klappe, die zweite - hier hoffentlich das Bild.

Gruß

Harald Wieder


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BeitragVerfasst: Fr 20. Jan 2006, 18:42 
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Bei den Schraubenbolzen und der Teerpappe würde ich um 1900 tendieren - das Fachwerk scheint mir aus Zweitverwendung zu sein und hatte in seiner Ursprungsnutzung sicher eine steilere Dachneigung. Der Knotenpunkt an der Traufe ist in dieser Form sicher nicht bauzeitlich, sonst würde der Ortbalken vernünftig auf dem Rähm aufliegen.

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Beiträge im Forum können lediglich allgemeine Betrachtungen und daher reine Meinungsäußerungen sein. Bei konkreten Sanierungsproblemen ist eine Einzelberatung durch einen Sachkundigen vor Ort zwingend erforderlich.


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BeitragVerfasst: Sa 21. Jan 2006, 12:38 
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Was anderes bei dieser Gelegenheit:

In der Regel raten wir ja immer von einer Dachpappe direkt unter der Holzschwelle ab, da sich dort Wasser sammeln kann, und empfehlen, sie statt dessen unter die oberste Ziegellage des Fundamentes zu legen.

Hier hätte wir jetzt - insbesondere an exponierten Stellen und der Traufe - ein Beispiel, an dem man mal den Langzeiteffekt in Echtzeit untersuchen könnte - wobei sicher relativierend für die heutige Anwendung auch dem Umstand Rechnung zu tragen ist, dass die alte Dachpappe meist wesentlich dünner war und eher kleine Löcher bekam, und, dass ein relativ leichtes Gebäude draufsteht.

Wie sieht die Unterseite der Schwelle denn aus? ist eine wesetnlich Abnahme der ursprünglichen Dicke durch Abmodern an der Unterseite festzustellen?


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BeitragVerfasst: Mo 23. Jan 2006, 16:47 
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Da die Schwellen noch nicht ausgebaut sind, lässt sich über das Aussehen an der Unterseite noch keine Aussage treffen.

Darum anbei noch zwei Bilder.

Das Erste: Die Schwelle augenscheinlich in ihrer ursprünglichen Stärke.


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BeitragVerfasst: Mo 23. Jan 2006, 17:03 
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So, dass war das Bild 2.
Die Schwelle mit schweren Schäden.

Das Bild 1 wird nachgeliefert, sobald der Server es wieder zulässt.


(Beim Hochladen kam die folgende Meldung:
Ein Fehler ist aufgetreten!
Serverplatz voll. Bitte nochmals mit einer kleineren Datei versuchen und den Administrator kontaktieren.)


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BeitragVerfasst: Di 24. Jan 2006, 10:15 
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Hier nun Bild 1:

Die Schwelle augenscheinlich in ihrer ursprünglichen Stärke.


Noch etwas zur Lage der Schwellen:
Bild 1 - Südseite
Bild 2 - Ostseite

Beides also Seiten die nicht unter maximaler Bewitterung liegen.


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IM002249_3.JPG [103.58 KiB]
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BeitragVerfasst: Di 24. Jan 2006, 10:29 
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Beiträge: 713
Hallo,

das scheint irgendwie Stückwerk aus mehreren Epochen zu sein.

Einige Fehler sind jedoch - sofern das Bild nicht täuscht - offensichtlich:

1. Die Dachpappe direkt unter der Schwelle führt zu "Feuchtenestern" und läßt das Holz "vergammeln". Vor über 100 Jahren war es auch schon Standard, eine Pappschicht unterhalb der Rollschicht anzubringen - zumindest eine Ziegellage tiefer.

2. Bei der Ausfachung oberhalb der Schwelle scheinen hartgebrannte Ziegel verwendet worden zu sein - zumindest eine andere Qualität als bei der Rollschicht. Diese Ziegel haben ein geringeres Wasseraufnahmevermögen.

3. Die Verfugung scheint nachträglich mit Zementmörtel erstellt zu sein. Auch hier gibt es dann eine wassersperrende (hydrophobe) Wirkung mit Holzschäden als Folge.

Das mal auf die schnelle.

Gruß


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BeitragVerfasst: Di 24. Jan 2006, 11:47 
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Hallo auch,
ich schliesse mich Bernd ersteinmal an.
Die nachträgliche Vefugung lässt sich ja wirklich gut ablesen, zumal dahinter der ursprünglich benutzte Mörtel gut zu sehen ist.
Die Sperrschicht unter der Schwelle würde ich nicht für "bauzeitlich" halten, da, wie auf dem Foto gut zu sehen, selbige vor dem Eckblatt aufhört. Das würde für mich darauf hindeuten, das diese Schicht später eingefügt wurde.
fg
Ralf

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BeitragVerfasst: Fr 27. Jan 2006, 17:34 
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Ahoi,

und dann steht der Sockel auf dem Bild mit dem Hakeneckblatt auch noch so weit vor...

Auf dem anderen Bildern ist das nicht so. Nachträglich untermauert ?

Gruß, Sven.

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BeitragVerfasst: Sa 28. Jan 2006, 16:18 
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... denke mal, die Teerpappe wird in diesem Fall nicht bauzeitlich sein - immerhin hört sie offensichtlich vor der Eckverblattung auf ...

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BeitragVerfasst: Do 9. Feb 2006, 09:48 
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Danke für die Antworten.

Ich habe zwischenzeitlich noch ein altes Foto gefunden - Aufnahmezeitpunnkt um 1910. Auf diesem Bild ist der Schuppenanbau noch nicht vorhanden.


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BeitragVerfasst: Do 9. Feb 2006, 14:35 
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Dann hast du ja gut getippt, Stefan.

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BeitragVerfasst: Do 9. Feb 2006, 15:54 
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Ralf Femmer hat geschrieben:
Dann hast du ja gut getippt, Stefan.


Dank Dir für die Blümchen ;D - es lohnt sich halt immer genau hinzusehen - dann lernt man auch bei jedem Objekt wieder etwas Neues hinzu ...

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