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der Interessengemeinschaft Bauernhaus e.V. - IGB
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BeitragVerfasst: Do 23. Jul 2009, 11:43 
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Hallo zusammen,

die strassenseitige Ansicht unseres Grundstücks wurde umgestaltet und wir möchten nun eine Hecke als Abgrenzung pflanzen.

Vorgeschichte:
Die Gemeinde hat unseren Fachwerkbauernhof von den ursprünglichen Besitzern in den 60er Jahren erworben. Zu der Zeit war die Gemeinde wohl auf der Suche nach einem geeigneten Platz für ein Bushaltestellewartehäuschen. Da wurde kurzerhand der Fachwerkvorbau unseres Stalles abgerissen und die Bushaltestelle hingepflanzt (roter Klinkerbau mit Eternitbedachung).
Wir haben das Grundeigentum durch eine Zwangsversteigerung erworben und die Gemeinde hat vergessen ihre Rechte frühzeitig anzumelden.
D.h. wir haben das Grundstück lastenfrei erworben.
Wir haben nun die Bushaltestelle abgerissen (nach dem Motto: Unser Dorf soll schöner werden ;D ) und Anfang August wird auf der Grundstücksgrenze eine Natursteinmauer aus sogenannten Lungsteinblöcken (typischer Vulkanstein unserer Gegend) erstehen. An diese Natursteine bin ich durch einen Scheuenabriss gekommen.
Unser Grundstück liegt an einer Hanglage und somit wird die 1,5m hohe Mauer mit Erde hinterfüllt.

Entlang dieser Mauer möchte ich gerne eine Hecke pflanzen.
Ich dachte an Buchsbaum, aber der wächst so langsam...
Welche immergrüne Hecke würde noch zu einem alten Bauernhof passen?
Vielen Dank für Eure Hilfe!

Gruß,
Marcel


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BeitragVerfasst: Do 23. Jul 2009, 13:15 
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Hallo Marcel,

Glückwunsch zur Entscheidung, das Eternitdachhäuschen abzureißen und eine Natursteinmauer aus regionalem Material hinzusetzen.

Marcel_74 hat geschrieben:
Entlang dieser Mauer möchte ich gerne eine Hecke pflanzen.
Ich dachte an Buchsbaum, aber der wächst so langsam...
Welche immergrüne Hecke würde noch zu einem alten Bauernhof passen?


Auf die Gefahr hin, dass Du wirst mich vielleicht gleich auf den Mond schicken willst ...

Weder Buchs, noch sonstiges Immergrünes. Mit Buchs wäre ich sowieso grundsätzlich vorsichtig. In den letzten Jahren rafft ein Pilz die Bestände hin, was u.U. sehr schmerzhaft ist, eben weil Buchs wegen des langsamen Wachstums auch sehr teuer ist.

Wenn Du mit der Bruchsteinmauer schon den regionalen Bezug herstellst, solltest Du das auch mit einer regionale Bepflanzung tun. D.h., schau Dich um, welche Heckenpflanzen früher bei Euch in der Gegend gepflanzt wurden, vermutlich meist außerhalb des Dorfes, z.B. in/auf Knicks zu finden.

Feldahorn (wird heute leider viel zu wenig gepflanzt), Rotbuche, Hainbuche, Weißdorn fällt mir ein. Aber auch eine freiwachsende gemischte Wildhecke, gerne auch mit einer Forsythie und /oder Flieder drin. Wildrosen passen sehr gut und wachsen auch recht schnell. So eine Wildhecke muss nicht großartig gepflegt und ständig beschnitten werden. Man nimmt hin und wieder das Altholz raus und beschneidet besonders vorwitzige Triebe. Bei geschickter Zusammenstellung hat man das ganze Jahr über Freude an Blüten, Früchten und den unterschiedlichen Laubfarben. Zudem tut man noch etwas für die heimische Tierwelt, die sich in so einer Hecke bald sehr wohl fühlen wird. (Wir haben hier eine Unzahl verschiedener Falter- und Vogelarten, seit wir die gemischte Hecke aus Feldahorn, diversen Wildgehölzen und Wildrosen gepflanzt haben.)

Hier erfährst Du mehr über Heckenpflanzen allgemein
Und hier mehr speziell über heimische Wildgehölze

Wildgehölze wachsen im Allgemeinen auch etwas schneller als immergrüne Gehölze, d.h., die Hecke ist schnell (2-3 Jahre) dicht.

Herzliche Grüße
Ulrike

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"Wenn du wirklich etwas willst, werden alle Märchen wahr." (Theodor Herzl)
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BeitragVerfasst: Do 23. Jul 2009, 21:19 
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Wenn es immergrün sein soll (dafür mag es ja Gründe geben, wäre für Mittelhessen eventuell auch Ilex passend. Lässt sich sehr gut schneiden - und sind garantiert sicher gegen Eindringlinge!

Wildhecken oder auch klassische alte Gartnehecken, die nur einmal im Jahr geschnitten werden, brauchen eine Dicke von1-1,5 m - das ist ganz schön viel. Deshalb kann man sie sich oft nicht erlauben. Es sind allerdings eindruckvolle Gebilde!


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BeitragVerfasst: Do 23. Jul 2009, 22:20 
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Ilex habe ich ganz bewußt rausgehalten.

Das Zeug ist derart invasiv, dass man es, einmal gepflanzt, nie wieder vollständig raus bekommt. Ich hatte so einen völlig verwilderten Strauch auf der Ostseite stehen (deswegen musste er weg). Obwohl ich sehr tief gegraben habe und auch meterweit sorgfältigst alle Wurzelstücke entfernt habe, wächst heute immer noch das ein oder andere Pflänzchen in 3-4 Meter Entfernung vom ehemaligen Altstrauch aus dem Boden. Sogar durch die vermörtelte Natursteinmauer treibt er durch. Eine Nachbarin hat ein ähnliches Problem. Trotz gründlicher Entfernung vor einiger Zeit wuchs der Ilex nach und muss ständig im Zaum gehalten werden damit er nicht die angrenzende Bepflanzung erstickt. Ilex wächst sehr schnell und bedarf regelmäßiger Pflege durch Schnitt und gründliches Abstechen unerwünschter Wurzelausläufer.

Die allgemeine gärtnerische Empfehlung zur Pflege an Wildhecken und Wildrosen betrifft das Entfernen von Alttrieben, wenn sie unansehlich geworden sind und/oder der Busch zu breit wird. Keinesfalls einen jährlichen Rückschnitt, der den Neuaustrieb ja fördert. Die ersten Jahre soll man sie in Ruhe wachsen lassen. Ansonsten vertragen gerade (auch) Wildhecken einen rigorosen Rückschnitt "auf den Stock" (wird für ältere Sträucher sogar empfohlen und auf Knicks und Rainen ja auch alle paar Jahre gemacht) um danach wieder vieltriebig frisch auszutreiben. Auf diese Weise habe ich den wild gewachsenen Holunder "erzogen", der als mickriges Trieblein zwischen den Himbeeren wuchs. Jetzt, im dritten Jahr, hat er wie gewünscht breit und ausladend ausgetrieben und darf nun in Ruhe so weiter machen.

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BeitragVerfasst: Fr 24. Jul 2009, 11:15 
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Hallo Ulrike,

diese "Verteufelung" von Ilex kann ich keineswegs teilen. Efeu ist hingegen so ein Teufelszeug, wie Du es beschreibst. Wurzelschossen bilden die mir bekannten Ilex-Pflanzen nicht. Wenn irgendwo ein neuer Ilex spriesst, dann ist es immer ein Sämling. Allerdings gibt es "Ableger", d.h. Zweige, die bei intensivem Bodenkontakt Wurzeln bilden. Und wenn Ilex nur etwas schneller wachsen würde, fände ich das auch ganz schön. Ilex gilt allgemein als langsamwüchsig, gerade in jungen Jahren. Dabei ist er als klassisches Unterholz absolut beschattungsresistent. Beides kann ich bestätigen, wenn ich mir meine x-Jahre alten Bäumchen ansehe. Hast Du irgendeine Züchtung aus dem Genlabor des Dr. Frankenstein im Garten?

Ich meine, Ilexhecken nicht nur in den Ardennen und in England gesehen zu haben, sondern auch im Westerwald. Es ist die beste Hecke für Viehweiden, denn die Blätter pieken dermassen, dass sich kein Vieh daran vergeht. In Hudewäldern sind "Ilexinseln" natürliche Baumschulen (Schule steht hier ja in der germanischen Bedeutung für "Schutz"), in denen die Laubbäume sich aus Sämlingen regenerieren können, die sonst genadenlos abgefressen würden. Dass der Ilex dabei schnell von Eichen usw. überwachsen wird, zeigt, dass er wirklich langsamwüchsig ist.

Alos: Ich breche noch mal ausdrücklich ein Lanze für meinen Lieblingsbaum, die "Hülse".


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BeitragVerfasst: Fr 24. Jul 2009, 17:57 
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Du wirst lachen, Dietrich, ich mag Ilex sehr gerne in Adventsgebinden, deshalb blieb dieser Wildfang bei mir auch zunächst mal stehen. Doch dann merkte ich, dass ich den Ausläufern nicht bei kam. Ich versuchte, ihn auszugraben und hatte im Herbst neue Schößlinge.

Ich habe keine Ahnung, welche von den ca. 2.000 Sorten Ilex bei mir wuchs und bei der Nachbarin noch immer wächst. Und wenn ich nicht erst vor wenigen Wochen den Trieb in den Mauerfugen abgeschnitten hätte, könnte ich Dir den "Beweis" liefern. Natürlich habe ich auch längst sämtliche ausgegrabenen Wurzeln entsorgt. Das längste Stück, das ich heraus bekam, war ca. 60-70 cm lang und etwa so dick wie mein Handgelenk. Etwa 3 m weiter habe ich noch so einen Oschi ausgegraben. Ich war ca. 3 Spaten tief als die Wurzel abgebrochen ist.

Vielleicht stand der Strauch schon 1823 dort, auch das weiß ich nicht. Ich kann Dir nur berichten, dass Frau Nachbarin ihren Ilex vor 3 Jahren heraus haben wollte. Er wurde regelrecht gerodet (mit einer Maschine) und ist heute schon wieder ca. 50-60 cm hoch und in etwa auch so breit. Zwischenzeitlich erstickt er eine weiße Pfingstrose, die man nach der Rodung an der Stelle gepflanzt hat. Links davon erobert er sich auch die Fläche.

Mit altem Efeu dagegen hatte ich so ein Theater bisher noch nicht. Der läßt sich relativ leicht aus gut feuchter Erde heraus ziehen.

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BeitragVerfasst: Di 28. Jul 2009, 08:03 
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Hallo Ulrike und Dietrich,

vielen Dank für Eure Antworten.
Ich denke ich habe mich entschieden... :)
Es soll eine Hainbuchenhecke werden.
Was mir bei dieser Hecke sehr gut gefällt (habe mir die Hecke im Internet und in natura angesehen), ist das die Hecke eigentlich nur ca. 2 Monate im Jahr blätterlos ist und die andere Zeit durch die Farbveränderung der Blätter sehr anpsrechend wirkt.
Ein weiterer Vorteil für uns als Vogelliebhaber ist, dass die Hainbuchenhecke gerne von Vögeln als Nistplatz gewählt wird.

Nächste Woche habe ich Urlaub und da wird erstmal die Natursteinmauer erstellt... :)
Wenn wir soweit fertig sind, werde ich mal ein paar Vorher/Nachher Bilder einstellen.

Viele Grüße,
Marcel


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BeitragVerfasst: Di 28. Jul 2009, 08:39 
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Hallo Marcel,

ich hatte in unserem vorigen Garten eine Hainbuchenhecke gepflanzt und war sehr zufrieden damit.

In milden Wintern behält die Hainbuchenhecke ihre (braunen) Blätter und wirft sie erst zum Neuaustrieb im Frühjahr ab.

Direkt nach dem Pflanzen um ca. 1/3 kürzen und im ersten Standjahr einfach frei wachsen lassen. Ab dem zweiten Standjahr regelmäßig im Juli, allerspätestens Anfang August schneiden weil sonst die neuen Triebe bis zum Winter nicht mehr ausreifen und erfrieren (können). Nach 4-5 Jahren ist sie dicht. Und wenn Du Dir noch was Gutes tun willst, unterpflanze sie auf der Grundstücksseite mit leckeren Walderdbeeren. Die halten das Unkraut in Schach und ergeben fast bis in den Herbst hinein so manches Schüsselchen fruchtige Erfrischung. Wenn Du keine Erdbeeren magst, pflanze Geranium macrorrhizum drunter. Der s.g. Balkanstorchschnabel ist schnellwüchsig und hält ebenfalls erfolgreich das Unkraut zurück und ist zudem auch noch ein schöner Anblick in der Blütezeit ab Mai. Schön anzusehen sind auch Frühjahrsblüher (Zwiebeln), die sich zum Verwildern eignen. Die pflanzt man einfach zwischen die Bodendecker.

Nur zur Information zur Wuchsstärke des Ilex.

Viel Spaß mit der Mauer ::)
Ulrike

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