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der Interessengemeinschaft Bauernhaus e.V. - IGB
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BeitragVerfasst: Do 27. Feb 2003, 22:24 
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Nach so viel (Eigen-) Lob in diesem Forum mal ein etwas kontroverseres Thema:

Ich spiele derzeit mit dem Gedanken das Dach meines alten, unter Denkmalschutz stehenden Hauses zu nutzen, um Strom zu erzeugen indem ich Solarzellen darauf packe. Nachdem es nun in Niedersachsen zumindest einen Fall gibt, bei dem dies genehmigt wurde, sehe ich Chancen auch eine Genehmigung zu erhalten....
Von solch einer Photovoltaikanlage erhoffe ich mir:
- die Beruhigung meines ökologischen Gewissens
- die Befriedigung meines technischen Spieltriebs
- und auch einen finanziellen Gewinn

Über die Ästhetik des Ganzen lässt sich sicherlich streiten. Ich finde, solange man sich bei der Anordnung und Farbgebung der Module (es gibt die auch in knallblau!) zurückhält, ist es durchaus vertretbar auch auf alten Häusern moderne Technik zu installieren (oder habt ihr etwa keinen Strom im Haus?)

Was ist eure Meinung?


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BeitragVerfasst: Fr 28. Feb 2003, 18:11 
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Beiträge: 767
Ihre Meinung, dass Solarzellen so lange akzeptabel sind, wie die Optik des so gestalteten Daches erträglich ist, trifft eigentlich so nur auf Neubauten zu. Sinn des Denkmalschutzes ist es eigetnlich, ein Haus ungeschmälert in seinem historischen Erschienungsbild zu erhalten. Wesentlicher Bestandteil des Hauses sind die Dachflächen. Wenn wir schon beim Einbau von Dachgauben und-fenstern zu extremer Zurückhaltung mahnen, kann unser Standpunkt eigentlich nur sein, dass wir Solarzellen auf Denkmaldächern eigentlich in fast allen Fällen ablehnen müssen. Wenn wir nämlich zugestehen, dass alte Pfannendächer in solardächer umgewandelt werden, dann ist nicht nachvollziehbar, warum man alte Dächer auf Denkmälern nicht auch in Blech, Wellzement oder sonstwas umdecken kann. Denn wo ist im Grunde genommen der Unterschied? Auch diese Massnahmen würden, wie ein solardach, zum Vorteil des Besitzers gegen den Denkmalschutzgedanken stehen.

Das heisst aber nicht, dass wir generell gegen Solarzellen sind, wie Ihre rhetorisch-polemische Frage nach der Energieversorgung nahelegt. Klammern wir mal Geischtspunkte wie Wirtschaftlichkeit usw. aus (nach denen Windkraftanlagen um Grössenordnungen besser abschneiden), dann stellt sich immer noch die Frage, ob es nicht möglich ist, die wenigen % an Denkmälern, die wir im Lande haben, von derartigen verfremdenden Veränderungen zu verschonen, und solche Einrichtungen statt dessen dort zu installieren, wo sie weniger stören. ZB. auf den grossen Flachdächern von Fabrikhallen, öffentlichen Gebäuden usw. Das ist einfach eine Frage des gesellschaftlichen Konsense, ob man nicht hier einen Interessenausgleich herbeiführen kann. Wo ein Wille ist, ist bisher auch immer ein Weg gewesen.


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BeitragVerfasst: Fr 28. Feb 2003, 20:47 
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Beiträge: 66
Wohnort: Lauterbach/Hessen
Gerade war ich genau wegen dieser Fragestellung im Internet unterwegs (es gibt keine Zufälle...). Wenn es um Stromerzeugung geht gibt es tatsächlich DACHZIEGEL, die das erledigen! Und sie sehen nicht schlimmer aus als andere NEUE Dachziegel. Wenn ich mir so ansehe, wie so manches Denkmal eingedeckt wurde, dann ist das mit den Solarziegeln keine Verschlechterung im Eindruck. Dass ALTE Dachziegel viel schöner sind, ist klar. Aber davon gibt es ja nicht genug für alle alten Häuser.
Also mal schauen unter www.laumans.de
(keine Werbung, aber die habe ich bisher nur gefunden)

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christiane


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BeitragVerfasst: Sa 1. Mär 2003, 16:01 
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Wer sein altes Haus liebt, sollte seinen technischen Spieltrieb lieber in den Garten verlagern. Bereits nagelneue Tonziegel verändern das Erscheinungsbild alter Häuser oft nachhaltig. Engobierte oder gar glasierte Ziegel sowieso. Nichts paßt so gut auf ein altes Haus, wie der regionaltypische, handgestrichenen Tonziegel aus Zweitverwendung, sofern es sich nicht um eine Reetdachregion handelt.

Was die Präzedenzfälle im Bereich der Denkmalpflege angeht haben wir glücklicherweise immer noch die Situation, das jede Entscheidung immer eine objektbezogene Einzelfallentscheidung ist. Verallgemeinerungen sind somit eigentlich nicht möglich - und das ist auch gut so!

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AG-Bautechnik der IGB
Dipl.-Ing. Architekt

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BeitragVerfasst: So 2. Mär 2003, 12:51 
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Beiträge: 713
Dazu ein Beitrag aus einem anderen Forum: Frage: ?Welche Tipps gibt es mein neues Haus mit einer zusätzlichen Fachwerk-Fassade zu versehen?? Etwas sarkastischer Beitrag: ?Sie scheinen mir der Typ zu sein, der sich einen angemalten Autoreifen auf eine Rokkoko-Kommode stellt ! 8)


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BeitragVerfasst: Mo 3. Mär 2003, 23:42 
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Registriert: Mi 19. Feb 2003, 10:04
Beiträge: 713
Hallo amastl,

ich hoffe, Sie haben meinen letzten Beitrag nicht auf sich bezogen. Mußte den gelesenen Joke aber einfach mal loswerden - manchmal auch nach dem Prinzip: "Lieber einen Freund verlieren als eine Pointe".
Gruß


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BeitragVerfasst: Mi 5. Mär 2003, 12:30 
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Registriert: Fr 26. Mai 2006, 14:02
Beiträge: 13
So, nun endlich einmal ein Bild des Falles, auf den sich Amastl bezogen hat, in Südniedersachsen. Stand im Göttinger Tageblatt.
Und dann können wir ja mal mit Beispielen über die Ästhetik reden...
Ist übrigens nicht von einem Denkmal zum Schandmal geworden, aber zu einem Mahnmal, finde ich!


Dateianhänge:
solaranlage-i.jpg [14.16 KiB]
67-mal heruntergeladen
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BeitragVerfasst: Mo 12. Mai 2003, 09:39 
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Ich finde nicht, das man bei diesem Beispiel noch über Ästhetik reden kann. Das sieht einfach grauselich aus :-[.
Lediglich der wirtschaftliche nutzen könnte ein akzeptabeler Aspekt sein ???.

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BeitragVerfasst: Mo 13. Mär 2006, 17:44 
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man kommt hier gleich in andere interessante fragen rein
-> wie alt muss ein haus sein, um als historisch zu gelten?
-> auch historische häuser die keine fachwerkfassaden haben können ja solarzellen haben - das alte muss ja nicht immer alt bleiben (-> sprich: alarmalagen inschlössern)
-> was aussen gilt auch innen, denn keinem ist mehr zuzumuten, dass er das wasser aus dem brunnen holt, mit ölfunzeln und offenen öfen lebt usw.
-> wer ist letztlich verantwortlich für geschmack, stil usw - die öffentlichkeit, der bauherr, der planer, der genehmiger?
-> über neue sachen wird immer gestritten (eifelturm, holocaustdenkmale, statuen...) - manch ein politiker ist darüber gestürzt, aber warum eigentlich?
-> haben wir alle noch röhrenradios, schreiben wir alle mit federn, oder fahren wir noch mit kutschen

wenn es ein fortschritt ist dann ist dieser nicht aufhaltbar!!! - wenn es unsinn ist, dann ist er immer am pranger - wenn es traditionell ist, dann wird es bewahrt - aber alles gehört zum menschlichen leben, zu unseren werten und zu uns


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BeitragVerfasst: Mo 13. Mär 2006, 19:09 
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Ahoi,

ich denke an den Einwänden von Heriko ist einiges dran. Ich kann einer dogmatischen, ausschließlich restauratorischen / konservatorischen Geisteshaltung im Hinblick auf den Denkmalschutz, zumal im ländlichen Bereich, nichts abgewinnen. Sie verhindert in einigen Bereichen sogar den Erhalt von denkmalgeschützter Substanz, weil sie eine Veränderung für eine neue Nutzung nicht zu läßt. Nach meiner Auffassung muß es Aufgabe der Denkmalpflege sein, das WESEN eines Gebäudes zu bewahren, nicht sein museales Abziehbild. Ich denke, DAS ist der Unterschied zwischen einem Museeum und einer "Gebrauchsimmobilie" in der letztlich auch zeitadäquat gelebt werden soll.

Man stelle sich mal vor, wie die Menschen in Ländern wie Italien, wo an jeder Straßenecke ein Gebäude steht, das nach unseren Vorstellungen denkmalwürdig ist, heute leben würden, würde man die selben Maßstäbe für den Umgang mit Denkmälern anlegen wie hier dargelegt. Es würde einem Stillstand jeglicher städtebaulichen und letztlich auch gesellschaftlichen Entwicklung gleichkommen.

Darüber hinaus ist das bewußte gegeneinandersetzen von altem und neuen ausgesprochen spannend. Es macht so maches Mal erst eine echte Perle aus dem Denkmal. Sehr gute Beispiele hierfür gibt es von Carlo Scarpa (Italiener) und Sverre Fehn (Norweger).

Na dann mal raus mit den Dreschflegeln ;)

Gruß, Sven.

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Teske + Schwiede Architekten
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BeitragVerfasst: Mo 13. Mär 2006, 19:43 
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Tachchen,
mit Verlaub, aber ein wenig erinnert mich das eine oder andere an Stammtischthesen. Das heißt nicht, dass man sich mit diesen nicht Auseinandersetzen sollte. Aber in gewisser Weise ist das ein mühseliges Unterfangen, weil meistens aus Befindlichkeiten heraus diskutiert und die eigene, persönliche Situation oder Erfahrung als das einzig reale wahrgenommen wird.
Vielleicht sollte man, bevor pauschal über irgendwelche Parolen geurteilt wird, noch einmal vor Augen geführt werden, worum es eigentlich geht. In erster Linie ist das der gesellschaftliche Auftrag Kulturgut für die nachfolgenden Generationen zu erhalten und erlebbar zu lassen. Was das letztlich gewährleistet ist sicher nur am Einzelobjekt zu diskutieren und nicht mir pauschalierten Frasen zu beantworten. Mir persönlich ist es völlig egal, ob ein historisches Gebäude eine Fachwerk- oder Steinfassade hat. Letztlich sollte jede Maßnahme auch zu dem Gebäude passen. Und wenn wir schon bei Fortschritt sind, ist ja auch durchaus legitim eine Schicke Kunststofftür in ein solches Haus zu setzten. Ist ja Zeitgeist und der Fortschritt ist nun mal nicht aufzuhalten.
Selbstverständlich muss eine Integration einer adäquaten Nutzung durch die Denkmalpflege Berücksichtigung finden. Aber nicht um jeden Preis. Und das heißt z. B. dass in einer Küche durchaus neben einer historischen Wasserpumpe ein moderner Spültisch steht. Und das hat letztlich auch nichts mit Geschmack zu tun (über den möchte ich hier schon gar nicht diskutieren). Ein Denkmal ist eben ein Denkmal. Und das nun mal Außen UND Innen.
Ich finde, das ich im meiner Immobilie Zeitadäquat lebe. Und natürlich hat es Kompromisse gegeben. Aber wer die nicht möchte, soll doch einfach in einen Neubau ziehen. Vor allem leben wir nicht in Italien, das heißt der Umgang mit Denkmälern resultiert aus unserer Denkmaldichte heraus. Und das sollte natürlich auch einen vernünftigen und zuweilen auch provozierenden Umgang mit gewachsener Substanz beinhalten.
Und gute Beispiele gibt es auch in Deutschland, nur da schaut man nicht so hin ?..

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BeitragVerfasst: Di 14. Mär 2006, 00:06 
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Tachen auch,

nein, ich habe nichts gegen den Fortschritt. Im Gegenteil. Ohne den säße ich nicht vor dem PC sondern würde vermutlich im Wigwam neben Kind, Kegel, Mann und Vieh schlafen. Lesen und schreiben könnte ich auch nicht und el. Licht gäbe es sowieso nicht.

Den Aufschrei möchte ich hören, wenn ich jetzt erzählen würde: unser Haus bekommt schöne neue Kunststoffenster, ohne Sprossen, mit dickem Wärme-/Schallschutzglas. Und gedämmt wird sowieso was das Zeug hält. Innen wird mit all den Baustoffen gearbeitet, die uns die Hochglanzwerbung als sonst wie toll verkauft.

Alles Fortschritt.

Solarzellen auf dem Dach sind doch längst nicht so effektiv wie sie uns von der Werbung verkauft werden. In der Zeit, in der wir die Wärme brauchen (jetzt, bei -9 °C) produzieren die ja so gut wie keine. Da muss nachgeholfen werden, meist mit el. Energie oder zumindest mit deren Hilfe.

Ganz davon abgesehen bin ich sowieso der Meinung, dass diese Glasflächen überhaupt nicht auf ein Dach passen. Auch nicht auf ein modernes.

Ich kann nicht mit dem Fortschritt argumentieren wenn es um die Gestaltung geht. Es muss passen und im Fall von Energiegewinnung auch Sinn machen. Solarzellen auf dem Dach eines alten Hauses passen da genau so wenig hin wie blaue, engobierte Dachpfannen. Wirklich wirtschaftlich sind Solarzellen auch nicht. Also wozu darüber nachdenken?

Warum wird denn der sogenannte Fortschritt so aggressiv angeboten? Weil der Absatz Geld auf die Konten einiger Weniger bringt: nämlich auf die der Aktionäre und sonstiger Geldgeber. Ottonormalverbraucher sollte das mal endlich einsehen und nicht jeden Quatsch kaufen. Was für ein frommer Wunsch ::)

My two cents
Ulrike


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BeitragVerfasst: Di 14. Mär 2006, 10:45 
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Ahoi Ulrike,

ist das nicht ein bischen einfach, den Totschläger in Form eines Plastikfensters auszupacken ? Naja, und ob es denn gleich einen AUFSCHREI wegen Deiner Plastikfenster gäbe, sei mal dahingestellt.

Ich teile die Auffassung von Heiko auch nicht so platt wie er sie hier formuliert hat, aber er spricht ein Problem an, an dem sich die einschlägigen Fachkreise schon immer heftigst gerieben haben. Hierüber nachzudenken und eine eigenständige Haltung zu entwickeln, lohnt es allemal.

Im Hinblick auf die böse Baustoffindustrie möchte ich Dir entgegnen, dass unzweifelhaft der Fehler in der Außendarstellung gemacht wird, man könne alles überall bedenkenlos einsetzen. Das ist eben nicht richtig, es erfordert beim bauen im Bestand eine gehörige Portion Sachkenntnis, damit es nicht zu Schäden kommt. Deshalb sind jedoch die Produkte nicht grundsätzlich schlecht. Diese Diskussion wird häufig ausschließlich ideologisch, fast mit religiösem Pathos, aber eben ohne die erwähnte Sachkenntnis, geführt. Da seien nur exemplarisch die hier an verschiedenen Stellen nachzulesenden Einlassungen zum Thema Wärmedämmung / Dämmstoffe erwähnt. Ich habe kein Problem mit "ökologischen Bauen", aber ich wehre mich nachdrücklich dagegen dies als eine allgemeingültige Lösung für eine Volkswirtschaft zu betrachten. Es bleibt ein Luxus für wenige (das ich jedem gönne) - und nur dann verdient es auch das Prädikat "ökologisch". Denn würde man nur die allein in Deutschland erfoderlichen Dämmstoffmengen durch "ökologische" substituieren wollen, würden wir wohl ausschließlich Korkeichen in Europas Forstwirtschaft anbauen und keine Feldfrüchte mehr anbauen damit es ausreichend Weideflächen für die Schafe gibt....

Hinsichtlich der Solarzellen bleibt festzustellen, dass sie natürlich wirtschaftlich sein können. Solange die Regelungen des Energieeinspeisegesetzes gelten. Ob es auch energetisch sinnvoll ist, kann ich nicht sagen (Stichwort : Engergiebilanz). Aber hier soll sich einiges getan haben, wenn man Greenpeace glauben schenken darf.

Viele Grüße, Sven.

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BeitragVerfasst: Di 14. Mär 2006, 14:16 
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Hi Sven,

ich möchte nicht polemisch werden. Aber so ein paar Dinge fallen eben sehr deutlich auf wenn man so ein denkmalgeschütztes Gebäude besitzt und es auf Vordermann bringt.

Dazu gehört auch, dass einige fortschrittliche Baustoffe eben nicht das halten was sie versprechen und schon gar nicht viel billiger sind als Althergebrachtes. Da ich auch noch den direkten Vergleich zu unserem vorherigen Haus habe - altes Bauernhaus, für viel Geld mit noch mehr Fortschritt grundsaniert und schon nach 5 Jahren Schäden die vorher nicht vorhanden waren. Da sind auch Steuergelder geflossen. Mag sein, dass da Vieles auch einfach nur nicht richtig verbaut wurde. Keine Ahnung, ich war nicht dabei.

Aber hier geht es ja eigentlich um das Äußere. So eine Solaranlage auf dem Dach eines alten Gemäuers (ist liebevoll gemeint) ist so ziemlich das Schlimmste, kommt gleich nach den so tollen blauen Dachpfannen und den Kunststoffenstern. Wenn ich hier aus dem Fenster schaue, habe ich genau solch eine Konstellation vor mir. Da fehlen nur noch die neuen Dachpfannen. Von Charme kann man nicht reden. Auch unser Dach hat gewaltig an Charme verloren, seit die neue Eindeckung drauf ist.

Und wer sagt, dass ökologisch Bauen und Leben einigen Wenigen vorbehalten ist? Ist es nicht, wenn man sich etwas mehr Mühe macht. Allerdings fällt dann der 2-3 malige Urlaub im Jahr aus, das ist richtig.

Alles was im und am Haus für eine bessere Lebensqualität gemacht wird, lohnt sich. Auch wenn das mehr Mühe macht. Teurer ist es jedenfalls nicht (unbedingt). Ein Beispiel: Neue Fenster mit ISO-Verglasung (Manufakturfenster) hätten uns rund 30.000 Euronen gekostet. Jetzt werden wir mit etwa 15.000 Euronen zur Kasse gebeten, inkl. Kastenfenster. Dafür darf ich jetzt aber auch alle Beschläge mühsam entfernen, Rahmen und Flügel entglasen, alles säubern, neu streichen, einglasen und die Beschläge wieder anbringen.

Früher hat man auch Wälder und Felder gehabt (von wegen der Korkeichen) und zumindest auf dem Dorf hatte jeder sein eigen Haus und Hof. Es gab nicht so eine hohe Bevölkerungsdichte wie heute.

Sorry, wenn ich nicht mit Dir einig sein kann :D

Sonnigkalte Grüße
Ulrike


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BeitragVerfasst: Di 14. Mär 2006, 17:03 
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Registriert: Sa 15. Feb 2003, 23:59
Beiträge: 888
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Es gibt meines Erachtens genug Dächer jüngerer Bauart, die relativ problemlos und in der Regel wirtschaftlicher mit Solaranlagen ausgestattet werden können, als die unserer Baudenkmale.

Es steht doch jedem Solarfreak völlig frei, sich an derartigen Projekten - wie auch an Windparks - zu beteiligen, wenn er sich einen wirtschaftlichen Nutzen davon verspricht.

Wäre das nicht ein tragfähiger Kompromiss ? ;)

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