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Was ist noch Sanierbar???
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Autor:  oliver [ Fr 3. Dez 2004, 13:20 ]
Betreff des Beitrags:  Was ist noch Sanierbar???

.. ich habe ein 175 Jahre altes Bauernhaus Reetgedeckt in einem erbärmlichen Zustand erstanden. Die hälfte des Hauses war noch bis vor einigen Jahren bewohnt. Teilweise ist das Dach beschädigt. Im wohnbereich bzw. die Decken sind an einigen Stellen durch Wasserschaden beschädigt. Grundsätzlich bin ich daran interessiert dieses schöne Haus zu restaurieren. Nach einem flüchtigen Blick ins Gebalk konnte ich keine größeren verfaulten Träger erkennen. Die Außenmauer ist an einigen Stellen stark abgewaschen, ich vermute durch das schadhafte Dach wurde hier im Laufe der Zeit Material abgetragen.

Meine Frage ist nun, wie gehe ich vor um zu entscheiden ob die Substanz noch restaurierbar ist?
Sorry die Frage ist glaube ich verkehrt gestellt, wie gehe ich vor um zu entscheiden ob die aufgewendeten Mittel nicht einen volligen Neubau rechtfertigen.
Kann mir Jemand gute Literartur empfehlen? Ich selbst binzwar Leihe, aber mit technischen Verständnis.

Ich habe die Frage hier ins Forum gestellt, um es zur Vermeiden teure Sachverständige hinzuzuziehen.

Antworten gern direkt auf meine Emailadresse: moparmusclecars@gmx.de

Über zahlreiche Emails würde ich mich freuen.

Autor:  Stefan Haar [ Fr 3. Dez 2004, 15:35 ]
Betreff des Beitrags:  Re:Was ist noch Sanierbar???

Hallo Oliver,

sorry, aber mit Literaturstudien alleine wirst Du keine ausreichende Antwort finden. Die Frage, ob ein Objekt noch sanierungsfähig ist oder nicht, ist eigentlich nur mit einem guten Maß praktischer Erfahrung und Sachverstand und vor allem am Objekt selbst zu beantworten.

Ohne fachliche Beratung wirst Du ein Objekt, das quasi schon auf der Schippe liegt, kaum wieder auferstehen lassen können.

Ein guter Planer kostet zwar gutes Geld, aber über seine qualifizierte Arbeit und Tipps bei der Handwerkerauswahl sollte er sich weitgehend selbst wieder amortisieren.

Schwieriger ist schon, den wirklich qualifizierten Planer zu finden. Hier helfen Referenzobjekte und deren Eigentümer sowie Resonanzen seitens der Denkmalpflege oftmals schon viel weiter.

Der Beschreibung Deines Objektes nach zu urteilen, würde ich in diesem Fall ein verformungsgerechtes Aufmaß empfehlen, auf dessen Basis dann eine vernünftige Schadensanalyse und sinnvolle Planung aufgebaut werden kann.

Am falschen Ende zu sparen, ist schon oft im Nachhinein sehr teuer ...

Hilfreich wäre noch zu wissen, wo die Hütte steht - vielleicht kann sich zunächst ein erfahrener IGBler aus der Region das Objekt mal anschauen. Das kostet in der Regel noch nichts.

Herzliche Grüße aus Wolfenbüttel

Stefan

Autor:  salinodg [ Fr 3. Dez 2004, 18:39 ]
Betreff des Beitrags:  Re:Was ist noch Sanierbar???

Hallo Oliver,

grundsätzlich möchte ich hier erst einmal Stefan Haar recht geben. Als ich mit meinen Renovierungen anfing, war ich auch der Meinung, mit geigneten Büchern ließe sich ALLES hinkriegen. Heute ? einige Bücher schlauer ? bin ich der Meinung, daß man bei einem derartigen Projekt auf jeden Fall einen erfahrenen Planer / Architekten mit im Boot haben sollte.

Ich möchte jetzt nicht gegen die Lektüre sprechen ? im Gegenteil: je mehr Du weißt, umso besser kannst Du das System des Hauses verstehen und auch einen Architekten verstehen.

Ich habe selbst in der Nachbarschaft einige Fälle erlebt, in denen aus purer Selbstüberschätzung und manchmal auch mit Hilfe unerfahrener Architekten derartiger ?Müll? fabriziert wurde, daß man mitunter nur fassungslos vor dem Haufen den Kopf schütteln kann. Und es dürfte teurer werden oder unter Strich noch einmal die gleiche Summe kosten, um in 10 Jahren die Bausünden wieder zu beseitigen.

Die Hinzunahme eines Architekten bedeutet auch nicht Verzicht auf Eigenleistungen etc. Nur Du weißt dann von Anfang an, was Du tust, daß Du es richtig tust und was auf Dich zukommt ? zeitlich und finanziell. Die Aufgaben und der Leistungsumfang und Kosten eines Profis sind vorher abzusprechen.

Ich würde an Deiner Stelle zumindest den Versuch wagen. Die Hauptschwierigkeit besteht darin, einen geeigneten zu finden. Bei mir ist mittlerweile die Liste derjenigen, die ich unter keinen Umständen empfehlen würde, länger als die Liste der geeigneten. Wenn Du Deine Region bekannt gibst, kann Dir hier ggf. auch weiter geholfen werden.

Grüße von der Baustelle

salinodg

Autor:  Dietmar Fröhlich [ Mi 6. Apr 2005, 11:32 ]
Betreff des Beitrags:  Re:Was ist noch Sanierbar???

Hallo Oliver,
auch wenn man sich als "Laie" jahrelang durch Selbststudium mit alten Häusern und der Sanierung wertvoller historischer Bausubstanz beschäftigt, wird man selten den nötigen Blick, den Erfahrungsschatz und die handwerklichen Fertigkeiten entwickeln können, die für solche Aufgaben nötig und optimal sind.
Wie Stefan und Salinodg bereits schrieben: Will man die Sanierung eines alten Hauses möglichst nerven- und kostenschonend, auch zeitsparend erreichen, dann sollte man immer einen guten Planer und fachlich kompetente Handwerker mit im Boot haben. Was Ihnen ein (geeigneter) Architekt kostet, sparen Sie im gesamten Ablauf und Koordinierung wieder ein. Und wenn Sie Baufehler vermeiden, dann dankt Ihnen das auch Ihr Haus selbst.

Autor:  Ralf Femmer | KS Freiberg [ Mi 6. Apr 2005, 11:40 ]
Betreff des Beitrags:  Re:Was ist noch Sanierbar???

Ob Oliver überhaupt noch einmal hier war?

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