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 Betreff des Beitrags: Re: IGB Jahreshauptversammlung
BeitragVerfasst: Di 13. Mär 2007, 19:11 
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Da hast du natürlich wahr. Ist eben wie immer im Leben.

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Äußerungen im Forum sind lediglich allgemeine Betrachtungen und daher reine Meinungsäußerungen. Bei Rechtsfragen wird in jedem Fall eine Beratung durch einen Rechtsanwalt empfohlen, bei Sanierungsproblemen eine Einzelberatung durch einen Sachkundigen vor Ort.


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 Betreff des Beitrags: Re: IGB Jahreshauptversammlung
BeitragVerfasst: Di 19. Mär 2013, 14:26 
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Registriert: Di 11. Dez 2012, 14:32
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Wohnort: Unterfranken
Moin!

Ich bin auf dieses Thema gestoßen und meine, auch nach so langer Zeit noch ein paar Denkanstöße geben zu können. Eventuell hat sich das Grundproblem mit dem Mitgliederschwund auch inzwischen gelegt? Neuere Beiträge habe ich dazu allerdings nicht gefunden.

Zuerst zu meiner Person und Situation: Ich bin gerade 30 geworden, lebe mit einem Kunstschmied in "wilder Ehe", habe zwei Kinder (gerade 3 und fast 5) und besitze seit ziemlich genau einem Jahr einen alten Bauernhof in Kirchheim, Unterfranken. Der Hof stand jahrelang leer, da sich keiner traute, das riesige Anwesen mit dem sanierungsbedürftigen Haus zu kaufen.

Die Frage tauchte hier auf, warum und ob junge Leute noch aufs Land ziehen. Wir haben jahrelang nach einem Haus gesucht und nie etwas passendes gefunden. Die meisten waren zu klein, zu kaputt oder bereits "saniert" (z.B. Styroporinnenisolierung, "schöne neue" Türen etc.), zu teuer oder schlicht zu weit weg von Kindergarten/Schule und sonstiger Infrastruktur. Wir brauchen Platz, da mein Mann seine Werkstatt auf dem Gelände unterkriegen muss, und ich, als gebürtige Norddeutsche, grün/einen Garten am Haus brauche. (Im Ochsenfurter Gau sind Dreiseithöfe üblich: Wohnhaus, Stall und Scheune rahmen einen Hof ein, wenn Garten (als Acker) vorhanden ist, dann ist dieser hinter der Scheune. Ein Garten zum Reinsetzen und Vögel und Blumen angucken ist nicht üblich. Und Bäume machen eh nur Dreck...) Wir sind also keine typische junge Familie bei unserem Platzbedarf.
Wir werden aus einem Dorf mit insg. 10 Kindergarten- und Grundschulkindern in einen Ort mit Kindergarten, Grundschule und Zugverbindung zu weiterführenden Schulen ziehen. In unserem jetzigen Dorf fährt zwar ein Bus zum Kindergarten, aber nicht zurück. Durch unseren Wegzug ist die Grundschule massiv existenzgefährdet. Der Zuzug von jungen Familien ohne Familienanschluss in so kleine Dörfer ist selten. Die Familen, die im Dorf wohnen, haben meist Hof/Bauplatz und Eltern oder Schwiegereltern im Ort. Der Trend geht zu kleinen Häuschen mit Garten im Neubaugebiet, die vielen Nebengebäude, die hier zu den alten Höfen gehören, haben meist keinen Verwendungszweck mehr. Die Problematik der verwaisenden Dörfer ist auch hier bekannt, und man versucht mit Programmen zur Förderung des ländlichen Raumes dem entgegenzuwirken. Wie schnell das Programm Früchte trägt, wird sich zeigen. Dadurch, dass die Geburtenraten abnehmen, habe ich wenig Hoffnung.
Trotz der oben beschriebenen Problematik gibt es auch viele junge Leute, die gerne ein eigenes Haus hätten, aber kaum Geld. Durch den Preisverfall der Häuser auf dem Land, sind sie die Zielgruppe, die in der Lage ist, Altes zu bewahren. Jetzt heißt es, den Spagat zwischen Finanzierbarkeit und Erhalt zu schaffen. Und genau dort kann die IgB ansetzen: Ich habe neun Monate lang viel in einem anderen Forum im Internet gelesen, mir viele Informationen geholt, Theorien und Weltanschauungen verglichen, viel mit Firmen telefoniert und mich zu deren Produkten beraten lassen. Ich habe gelernt, dass eine gute Planung wichtig ist und man nichts überstürzen darf, was sehr schwierig ist, wenn man irgendwann mal umziehen möchte. Dort habe ich aber auch festgestellt, dass es viele junge Leute gibt, die gerne das Alte erhalten möchten, aber durch Baumarktparolen konditioniert sind. Dann habe ich (in jenem Forum) von der IgB erfahren und durchforste seitdem hier das Archiv, da die Beiträge gut lesbar und qualitativ wertvoll sind. Es gibt aber ein allgemeines Problem von Foren: es erfordert eine Menge Zeit, sich einzulesen. Diese Zeit ist mit kleinen Kindern, viel Eigenleistung am Haus und dem Druck, umziehen zu müssen, nicht vorhanden. Schneller geht die Beratung im Baumarkt. Wenn die IgB sich allgemein für den Erhalt alter Häuser einsetzt (und nicht nur denkmalgeschützter), wäre es gut, allgemeine "Merkblätter" bzw. Anleitungen zu erstellen. Z.B. "Aufsteigende Feuchtigkeit" - so fing meine Suche an und führte mich über Fachwerk.de und Konrad Fischer (habe ich nach einer Weile entnervt aufgegeben, da zu langwierig zu lesen) zur Temperierung nach Großeschmidt. Ich war begeistert und habe mir teure Sanierungsmethoden gespart. Oft habe ich dann gelesen, dass dieses System nicht propagiert wird, da keiner was dran verdient. (Und genau dort, also bei den einzusparenden Kosten, kann man die jungen, motivierten Leute abholen!) Oder das Ausfachen mit Lehm - klar gibt es dafür genug Bücher, aber eine Anleitung (u.a. Lehm selber mischen, Tips zur Beschaffung von Langstroh) mit Literaturhinweisen wäre nützlich. (Weitere Vorschläge: alte Fenster aufbereiten, Innendämmung, die richtige Farbe, "Merkblatt für Denkmalbesitzer" (die Idee hat Ulrike aufgebracht, s.o.), Heizungssysteme etc.) Erst das Lesen darüber, wie wertvoll es ist, etwas altes zu bewahren (und oft auch günstiger), kann viele dazu bewegen, ihre Sichtweise zu ändern. Es muss ein Umdenken stattfinden, dann kann unsere Gesellschaft auch auf Dauer bestehen! Immer nur wegwerfen und neukaufen hält unser Planet auf Dauer nicht aus.

So, ich hätte noch ein paar Vorschläge, was den Holznagel betrifft, aber ich erspare allen einen noch längeren Text.

Viele Grüße,
Antje


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 Betreff des Beitrags: Re: IGB Jahreshauptversammlung
BeitragVerfasst: Di 19. Mär 2013, 20:20 
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Registriert: Mi 8. Dez 2010, 23:50
Beiträge: 30
Moin Antje,

Bernd Fröhlich, der "Chef" des Holznagel, freut sich immer über Anregungen zum Holznagel. Du erreichst ihn einfach unter holznagel-redaktion(at)igbauernhaus.de oder Telefon 0531 512108.

Viele Grüße

Dirk


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