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der Interessengemeinschaft Bauernhaus e.V. - IGB
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 Betreff des Beitrags: Re: IGB Jahreshauptversammlung
BeitragVerfasst: Do 22. Jun 2006, 10:06 
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Liebe Ulrike,

bevor ich dem Ansinnen Folge leisten werde, den Ost - West Vergleich einzustellen, muß ich Dir doch noch einmal widersprechen.

Zitat:
Wie könnte ich auch, ich lebe ja hier auch auf dem Mond´  ;)
Keine Sorge, ich bin ausreichend informiert.
Wo wir her kommen: Baden-Württemberg, Randregion im Rems-Murr-Kreis, ländlicher Raum, sehr strukturschwach, über 2/3 der Bevölkerung ohne Arbeit, Gemeinde seit Jahren pleite.
Das ist auch keine Ost-Erfindung. Ich mag es nicht, wenn immer so getan wird, als ginge es uns "hier im Westen" doch sooo viel besser. Die Zeiten haben sich seit der Vereinigung stark verändert, hier wie dort.


Das es den Einwohnern im Westen, und hier im besonderen in Bayern und BW, den Bundesländern mit der höchsten Wirtschaftskraft, deutlich ÜBERDURCHSCHNITTLICH GUT geht, ist doch nun wirklich keine üble Nachrede meinerseits. Und auch wenn es mal eine Gemeinde geben sollte, in denen die Arbeitslosigkeit auch ein echtes Problem ist, so ist dies einfach nicht Symptomatisch für die Region. Und eben genau das ist hier im Osten (und wohl auch in Teilen Niedersachsens, Bremens und sogar Hessens) anders. Hier drohen ganze Regionen umzukippen, oder sind es faktisch bereits.

Deinen Einlassungen hinsichtlich der Schulqualität möchte folgendes entgegnen. Die Qualität einer Schule, die Ausstattung mit Personal und Lernmitteln, wird wesentlich durch die Budgetierung der Bildungshaushalte bestimmt. Und da spielt es denn schon eine eine Rolle, ob ein Bundesland die finanziellen Mittel hat, eine qualitativ gute schulische Ausstattung zu sicherzustellen oder eben nicht. Ich darf dir als Schulelternvertreter berichten, das bereits die Personaldecke so dünn ist, das viele, auch politisch gewollte, pädagogische Konzepte wie die flexible Eingangsphase garnicht richtig umgesetzt werden können - von der materiellen Ausstattung garnicht zu reden. Die daraus resultierende geringere Qualität läßt sich übrigens in der von Dir zitierten PISA - Studie wunderbar ablesen - Sie belegt einmal mehr, den Zusammenhang zwischen Bildungsniveau und finanzieller Ausstattung der Kommunen.

Zitat:
Und natürlich kann und darf ich erwarten das der Staat seinen Verpflichtungen nachkommt.


Zitat:
Welchen Verpflichtungen? Warum wird ständig angenommen, dass der Staat für all diese Dinge verantwortlich sein muss? Das ist die pure Gewohnheit: das war schon immer so.
Der von Dir aufgeführte Luxus bringt der Region doch auch Arbeitsplätze, oder nicht?


Wenn wir den Staat als die Verdinglichung der Organisation unseres Gemeinwesens begreifen, dann hat er eben genau diese Verpflichtung : Das Gemeinwesen zu organisieren. Und diesen Anspruch erhebt er ja auch allenthalben, indem er durch bürokratische Hemmnisse bewußt verhindert, das nicht staatlich gelenkte Organisationsformen entstehen. Gerade unser Staatswesen ist für diese Eigenschaft, möglichst bis ins Schlafzimmer seiner Bürger hinwirken zu wollen, international bekannt. Das Problem ist nur, das er das so schlecht macht ! Und so sind die von mir genannten Großprojekte nur Beispielhaft genannt, sie haben nämlich nicht EINEN EINIZIGEN Arbeitsplatz gebracht - Sie sind nie fertiggestellt worden oder kurz nach der Fertigstellung (vorhersehbar) pleite gegangen. Und im Hinblick auf die Anspruchshaltung gegenüber dem Staat, möchte ich Dich auch daran erinnern, dass unser Staatswesen keine caritative Veranstaltung ist - wir bezahlen unseren Verwaltungsapparat dafür, das er das Gemeinwesen organisieren soll. Dann soll er es verdammt nochmal auch tun, und zwar möglichst gut ! Diesen Anspruch finde ich selbstverständlich - ansonsten bräuchten dieses Staatswesen (und seine Steuern) auch nicht !

Zitat:
Trotzdem vermisse ich noch immer die Verbesserungsvorschläge dafür, was die Menschen, die diesen Verein führen, besser machen könnten. Das war nämlich das eigentliche Thema´  ::)

...
Im Hinblick auf die Außenwirkung des Vereines möchte den Leserbrief von Holger Stark aus dem letzten Holznagel zitieren : "...worüber ich mich aber regelmäßig ärgere, ist dieser Tonfall in vielen Beiträgen von Selbstmitleidigkeit und (...) Selbstgefälligkeit...". Dem möchte ich nur entgegnen : Danke, lieber Holger Stark. Besser hätte man es nicht formulieren können - und als Beleg seiner Einlassung wird auch gleich der passende Artikel von Klemens Jost auf der folgenden Seite nachgeschoben. Man entblödet sich nicht einmal, die handschriftliche "Oberlehrer-Randnotiz" mit abzudrucken (tolle Handschrift- Das Original von Salvadore Dali wird jedoch nicht erreicht).

Das könnte helfen, oder ?

Viele Grüße, Sven.

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 Betreff des Beitrags: Re: IGB Jahreshauptversammlung
BeitragVerfasst: Do 22. Jun 2006, 12:15 
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Lieber Sven,

ich diskutiere ja wirklich gerne, vor allem auf diesem Niveau.

Zitat:
Das es den Einwohnern im Westen, und hier im besonderen in Bayern und BW, den Bundesländern mit der höchsten Wirtschaftskraft, deutlich ÜBERDURCHSCHNITTLICH GUT geht, ist doch nun wirklich keine üble Nachrede meinerseits. Und auch wenn es mal eine Gemeinde geben sollte, in denen die Arbeitslosigkeit auch ein echtes Problem ist, so ist dies einfach nicht Symptomatisch für die Region. Und eben genau das ist hier im Osten (und wohl auch in Teilen Niedersachsens, Bremens und sogar Hessens) anders. Hier drohen ganze Regionen umzukippen, oder sind es faktisch bereits.


Einspruch, Euer Ehren.
Schau Dir die schon seit jeher strukturschwachen Gebiete auf der Schwäbischen Alb, im Donau-Ries, im Schwarzwald an. Ruf Dir in Erinnerung, dass die Regionen südlich und östlich von München auch nicht gerade ein reiches Auskommen haben. Ich rede nicht von den Regionen, wo der Fremdenverkehr das Einkommen noch einigermaßen sichert. Obwohl ja auch dort in den vergangen 25 Jahren recht umfangreiche Einbußen hingenommen werden mussten.

Du redest von den Großstädten und ihren Speckgürteln. Da geht es den Menschen auch jetzt noch recht gut. Aber diese Regionen gibt es auch (schon) im Osten. Übrigens kenne ich "Ostler", die ihr Schicksal in die Hände nehmen und was daraus machen und überhaupt nicht verstehen können, dass andere nur jammern. So einer arbeitet bei uns, ein weiterer wird folgen. Beides kleine Ein-Mann-Firmen, die sich an den Kopf fassen wenn ich erzähle, dass hiesige Handwerker es noch nicht einmal nötig haben, auf eine Anfrage zu reagieren. Geschweige denn einen Kostenvoranschlag abzugeben. Die arbeiten für weniger Geld und das auch noch besser.

Du findest Widersprüche ohne Ende und kannst dir keinen Reim drauf machen. Das ist es was mich so unsagbar stört. Himmel, ich war auch schon arbeitslos - von heute auf morgen - aber ich habe noch nie!! Hilfe vom Staat gebraucht. Darauf bin ich weiß der Teufel SEHR! stolz.

Den Rest schenke ich mir jetzt. Ich habe dazu eine völlig andere Einstellung. Übrigens war mein Mann auch lange Jahre Elternvertreter und könnte Dir Geschichten erzählen - passiert im reichen Speckgürtel von Stuttgart. Er hat 3 Kinder groß gezogen. Ich leider wegen schwerer Krankheit keine.

Lassen wir es, es bringt nichts. Ich mag mich auch nicht streiten sondern akzeptiere einfach Deine Meinung  :-*

Ich vermisse praktische Ratschläge zur IGB-Misere. Und finde, dass Christiane gar nicht so verkehrt liegt. Typisch Frau - wir denken erst mal praktisch. Über die Theorie kann man später streiten  :-*

Und nun geh ich wieder rüber und richte alles für den Besuch von Herrn Stiewe heute Nachmittag her.

Winke
Ulrike


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 Betreff des Beitrags: Re: IGB Jahreshauptversammlung
BeitragVerfasst: Do 22. Jun 2006, 18:26 
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Zitat:
Lieber Sven,
ich diskutiere ja wirklich gerne, vor allem auf diesem Niveau.
Lassen wir es, es bringt nichts. Ich mag mich auch nicht streiten sondern akzeptiere einfach Deine Meinung´  :-*


Bei soviel körperlicher Zuwendung, fällt es schwer Dir erneut zu widersprechen, deshalb tue ich das auch nicht.

Zitat:
Ich vermisse praktische Ratschläge zur IGB-Misere. Und finde, dass Christiane gar nicht so verkehrt liegt. Typisch Frau - wir denken erst mal praktisch. Über die Theorie kann man später streiten´  :-*


Naja, ein erster Schritt könnte es sein, in der "Vereinspostille" nicht mehr die Eitelkeiten irgendwelcher Leute zu bedienen. Da der Holznagel offenkundig weite Verbreitung findet, wäre das die erste Maßnahme um die Außenwirkung zu verbessern. Ich finde die Hinweise von Reinhard Seevers sehr bedenkenswert.

Zitat:
Die von Ihnen angesprochenen Dinge wie z.B. baubiologische Ansprüche können heute von fast jedem Schlüsselfertig - Hausanbieter erbracht werden.
Das Ziel der IGB ist u.a. der Erhalt der Kulturlandschaft und ihre prägenden Bauten,der Erhalt des ländlichen Raumes etc. Die baubiologische Ausführung von Umbauten ergibt sich aus der Natur der Sache, ist aber nicht die Kernaufgabe. Sie ist aber immer mehr dazu geworden, nur deshalb brauche ich keine IGB. Das kann ich auch in einer anderen Institution beackern.


Insoweit fehlt es vielleicht an zukunftorientierter "Profilschärfe" für den Verein. Der stellt sich in der Tat für einen Außenstehenden zunächst eher als eine Ansammlung idealistischer Hobbybaubiologen dar. Bei allem Verständnis für "gesundes Bauen", ich möchte es vermeiden den Begriff ökologisch zu verwenden, scheint mir diese, häufig apodiktisch daherkommende Haltung zu einer bestimmten BAUWEISE, eben auch eine unzulässige Verkürzung der eigentlichen Problemstellung zu sein. Erst wenn wir wirklich offen und vorurteilsfrei alle Möglichkeiten in einer Beratung abwägen, wird der Verein sein "Bessermenschen-image" loswerden, über das sich mit Recht viele ärgern. Wenn wir die von Holger Stark eingeforderte "...nüchterne Professionalität..." zu leisten im Stande sind, wird der Verein eine Zukunft haben, denn fachlich ist er hervorragend aufgestellt.

Dann hänge ich mir auch gerne ein IGB - Schild an die Haustür.

Liebe Grüße an die "Hummerfrau"
Zitat:

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 Betreff des Beitrags: Re: IGB Jahreshauptversammlung
BeitragVerfasst: Do 22. Jun 2006, 19:43 
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Nett, lieber Sven. Nun herrscht wieder Frieden, das ist doch schön  ;)

Um endlich mitreden zu können, habe ich eben mal die beiden Leserbriefe zum zweiten Mal und sehr aufmerksam gelesen. Den von Herrn Stark finde ich ja noch richtig gut. Der von Herr Rust gefällt mir, ich habe wieder mal etwas gelernt  :)
Aber den von Herrn Jost - na ja.

Dabei kam mir in den Sinn, dass ich doch überhaupt nicht richtig beurteilen kann, wie und was die einzelnen Mitglieder sind und den Vorstand kann ich auch nicht beurteilen. Ich kenne ja niemanden persönlich, ich habe ja überhaupt keine Ahnung von dem was "die da alles tun". Oder auch nicht. Ich lese den Holznagel und schüttle manchmal den Kopf, manchmal auch heftiger - und ich beteilige mich hier rege, meist mit vielen laienhaften Fragen, die zu 99 % sehr fundiert und professionell beantwortet werden. Bei einem Prozent bin ich mehr verunsichert als vorher.

Mein Eindruck von diesem Verein ist, dass es auch hier gewaltig menschelt und einige Wenige das tun, zu was sich der Verein eigentlich verpflichtet hat. Es ist vermutlich wie in jedem guten deutschen Verein: die einen denken, die anderen lenken. Deshalb hatte ich mir auch mal geschworen, nie wieder einem Verein anzugehören.

Aber lieber Sven, auch hier wieder: Erst besser machen, dann meckern. Ich denke nämlich auch, dass die Beiträge im Holznagel manchmal etwas unprofessionell sind und besser in der Schublade geblieben wären. Aber womit wird der Holznagel denn dann gefüllt? Ihr Fachleute, die ihr doch Ahnung habt - warum schreibt ihr nicht regelmäßig einen Artikel über das was euer Fachgebiet ist? Hier könnt ihr doch auch in die Tasten hauen. Der Holznagel ist doch aber viel weiter verbreitet (oder hab ich da was falsch verstanden?). Der wird in den Amtstuben der Denkmalämter gelesen und was weiß ich wo noch.

Ich vermisse
* hochkarätige Beiträge über das Wie und Warum von den Fachleuten
* Erfahrungsberichte über Sanierungen (meiner kommt noch)
* Beschreibungen, wie andere ihre kleinen und großen Problemchen mit der Arbeit am Haus lösen

Beiträge über einzelne herausragende Bauwerke wären auch ganz schön, oder Berichte von Hausforschern. Schließlich will man ja sein Haus auch begreifen lernen. Allein, ohne fachliche Hilfestellung ist das fast unmöglich. Ich tu ja schon mein Bestes und habe doch (vermutlich) etwas vernichtet was ich einfach nicht erkannt habe: Balken des Vorgängergebäudes. Vor dem Bau der Schule hat man vermutlich einen Vorgängerbau abgerissen und die Balken in Teilen wieder verwendet. Bisher ist das nur eine Vermutung, ich denke aber, dass sie sich bewahrheiten wird und dann beiße ich mich wirklich in den Allerwertesten. Ich habe diese Balken noch nicht einmal fotografiert.

Kurz gesagt: Der Holznagel sollte eigentlich das transportieren was die Mitglieder so dringend brauchen = Unterstützung. Und Fachwissen sollte er auch vermitteln. Wie lange habe ich vor einem Jahr gesucht, bis ich endlich etwas gefunden habe was mir die einzelnen Funktionen der Balken erklärt, die Begriffe nennt, usw.

Übrigens vermisse ich solche zusammenhängenden Fachbeiträge auch hier auf der Webseite. Und den Übungszugang zum Redaktionssystem vermisse ich auch immer noch.

So, lieber Sven. Wie wäre es, wenn Du Deine absolut nicht üble Schreibe mal für sowas verwenden tätest? Ich verspreche Dir, dass ich diesen Beitrag verschlingen werde  ;) Und Du tust ein gutes Werk: ein oder sogar zwei mitleidige Beiträge weniger im HN, weil Du ja viel Platz brauchst.

Na, ist das nichts?

Winke
Ulrike


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 Betreff des Beitrags: Re: IGB Jahreshauptversammlung
BeitragVerfasst: Mo 26. Jun 2006, 09:43 
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Liebe Ulrike,

ich habe inzwischen drei Antworten auf deine mails geschrieben, die alle nicht reingestellt wurden, bis ich gemerkt habe, dass ich gar nicht eingeloggt war :-\
Es ist eine Schwäche dieses Forums nicht angezeigt zu bekommen, dass man sich einloggen muss, wenn man eine Nachricht senden will. Egal - dumm gelaufen.
Ich glaube unsere unterschiedlichen Sichtweisen beruhen auf dem unterschiedlichen Wissensstand im Bezug auf die IGB und deren Arbeit.
Ich bin seit 1977 mit der IGB verbunden und seit über 20 Jahren Mitglied. Ich habe´  mehrere Jahre eine Außenstelle geleitet und bin auch in der´  Haus - und Gefügeforscher -Gemeinde. Außerdem bin ich gelernter Zimmerer und freischaffender Architekt, usw.
Deine Forderung in der letzten mail nach mehr Fachbeiträgen, Umbaubeispielen und Hausforscherbeiträgen kann ich verstehen. Mir ist es allerdings im Hinblick auf die Vergangenheit bereits zu viel.
Der unterschiedliche Wissensstand, die regionalen Unterschiede und die Größe der IGB sind für mich ein Anlasss über zukünftige Ziele der IGB zu diskutieren.
Ausgangspunkt war der Bericht von Herrn Greber zur Entwicklung der Mitgliederzahl.
Ich denke, dass es einen Identifikationsproblem in der IGB geben wird. Der ursprüngliche Gedanke u.a. die Entwicklung des ländlichen Raumes zu stärken, steht in Frage je mehr die städtischen und Kleinstädtischen Gebäude ins Zentrum der Diskussionenen treten. Hier hilft auch nicht daraufhinzuweisen, dass im Ursprung irgendwo das Bäuerliche Hauswesen verborgen liegt.
Ferner finde ich es schade, dass die IGB den Begriff "Bauernhaus" in ihrem Logo führt, es aber in den letzten dreißig Jahren nie richtig geschaffft hat, die Landwirtschaft einzubeziehen.
Außerdem sehe ich in der Größe und der räumlichen Verteilung der IGB langfristig ein Problem.
Vorstand und Arbeitsgruppen werden von den "Vätern" der IGB geführt. Diese sind regional noch relativ eng verbunden. Was passiert, wenn die Mehrheit der Führung irgendwann wechselt? Wenn einer in Baden - Würtemberg, der andere in Mecklenburg und der dritte in Niedersachsen wohnt?
Die Ziele und die Organisation sollten meiner Meinung nach offen und zielgerichtet diskutiert werden, damit man eines Tages nicht aus allen Wolken fällt.

Gruß, R. Seevers´ 


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 Betreff des Beitrags: Re: IGB Jahreshauptversammlung
BeitragVerfasst: Mo 26. Jun 2006, 14:27 
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Registriert: Mi 19. Feb 2003, 10:04
Beiträge: 713
Hallo Herr Seevers und miteinander,

wir lieben natürlich nicht auf dem Bärenfell. Die angesprochenen Probleme sind uns durchaus bewußt. Aber Sie wissen sicherlich noch aus Ihrer aktiven Zeit, wier schwierig es in einer ehrenamtlichen Organisation ist, Problembewußtsein zu schaffen - und dann Strukturen zu knacken.

An einigen Aspekten arbeite ich - nicht nur hier im Forum - seit über 2 Jahren, und langsam stellen sich die ersten Erfolge ein. Aber wie haben es einige Balltreter doch so schön formuliert: "Wann darf den Sand nicht in den Kopf stecken" und eine Pessimusdebatte lostreten.

Die veränderten Rahmenbedingungen und individuellen Zielsetzungen machen natürlich auch vor uns nicht halt. Wenn seit letztem Jahr aber bereits fast 50% unserer neuen Mitglieder über unseren Internet-Auftritt zu uns stoßen, zeigt uns das doch auch, daß wir auf dem richtigen Weg sind.

Vorerst liebe Grüße


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 Betreff des Beitrags: Re: IGB Jahreshauptversammlung
BeitragVerfasst: Mo 26. Jun 2006, 16:38 
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Hallo Reinhard,

meine Hochachtung vor so viel geballter Fachkompetenz.

Ich weiß natürlich nicht sehr viel über die Internas. Im Moment will ich auch gar nicht sehr viel mehr wissen, weil der Kopf sowieso schon so voll ist und sich manchmal heftigst wehrt, in dem ich auf das Wissen gar nicht mehr im richtigen Moment zugreifen kann.

Aber wenn doch schon auf so viel Kompetenz zurück gegriffen werden kann, wieso ist denn dann der Inhalt des Holznagels ein so großes Problem? Ich habe z.B. erst vor ein paar Tagen erfahren, dass man sich als Besitzer eines Denkmals von den Anforderungen der ENEV befreien lassen kann. Auch, dass es offensichtlich in unterschiedlichen Bundesländern unterschiedliche Steuergesetze gibt, was die Absetzbarkeit der Kosten betrifft. Wieso lese ich denn über solche Themen nichts? Das ist doch wichtig. Für uns kam die Info über die Befreiung zu spät. Wir hätten uns die nicht unbeträchtliche Summe für die Dachdämmung auch sparen und das Geld woanders einsetzen können.

Ich sehe das aus der Sicht des Laien und brauche einfach mehr Informationen in jede Richtung. Insofern finde ich, dass dieses Forum hier Gold wert.

Herzliche Grüße
Ulrike


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 Betreff des Beitrags: Re: IGB Jahreshauptversammlung
BeitragVerfasst: Mo 26. Jun 2006, 16:55 
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Registriert: Mi 19. Feb 2003, 10:04
Beiträge: 713
Hallo Ulrike,

hättest Du schon mal vor Jahr ud Tag hier im Forum gestöbert, wärest Du auf die möglichkeit der Befreiung von der EnEV schon 2003 gestoßen:

index.php?topic=39.0

So etwas ollte auch jeder vernünftige Archi wissen.

Liebe Grüße


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 Betreff des Beitrags: Re: IGB Jahreshauptversammlung
BeitragVerfasst: Mo 26. Jun 2006, 17:26 
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Na super, da habe ich wohl nicht tief genug gestöbert.

Was den vernünftigen Archi betrifft - dazu sage ich jetzt mal besser nichts. Feind hört u.U. mit. Und diese Energieberater, die damals bei uns waren, haben davon wohl auch noch nichts gehört. Es ist zum k...

Grüßle
Ulrike


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 Betreff des Beitrags: Re: IGB Jahreshauptversammlung
BeitragVerfasst: Mo 26. Jun 2006, 17:52 
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... um dem noch einen draufzusetzen, hättest du auch an die Denkmabehörde eine entsprechende Erwartungshaltung haben können. Gerade diese Beratung ist ein Teil der noch übrig gebliebenen Aufgaben und i. d. R. ein Trumpf der Denkmalbehörden.
mich zu dem Rest hier zu formulieren, dafür brauche ich einfach mal Zeit und die habe ich gerade nicht.

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 Betreff des Beitrags: Re: IGB Jahreshauptversammlung
BeitragVerfasst: Mo 26. Jun 2006, 18:05 
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Liebe Ulrike,

kannst du dir vorstellen, dass Mitglieder auch noch anderes zu tun haben als Berichte für den Holznagel zu schreiben?
Dieses Forum ist nach meiner Meinung eine gute Lösung, um den Holznagel nicht mit alten Kamellen zu überfrachten.
Es gibt unzählige Fragestellungen, die sich in den letzten Jahrzehnten wiederholt haben.
Notfalls kannst du dir ja die Holznägel der letzten 25 Jahre besorgen, ich habe auch noch einige aus den Jahren ab 1984. Etliche hatte ich verliehen und nie zurückbekommen - von Mitgliedern-.
Ich behaupte, du würdest zu jeder Fragestellung entweder hier aus dem Forum oder aus der Literatur, eine Antwort erhalten.

Viel Glück, R. Seevers


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 Betreff des Beitrags: Re: IGB Jahreshauptversammlung
BeitragVerfasst: Mo 26. Jun 2006, 19:16 
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@Ralf,
der Denkmalschützer wusste das auch nicht - ich habe versprochen, ihm die Quelle zu nennen.

@Reinhard,
ich kann mir das vorstellen das man auch noch etwas anderes zu tun hat, doch. Aber wer ein Ehrenamt annimmt weiß auch, dass er dafür Zeit braucht und einen gewissen Einsatz bringen muss.

Und ich habe auch die CD mit allen Holznägeln bestellt - leider ist sie bis heute noch nicht eingetroffen. Die Zeit, das alles zu lesen, bräuchte ich dann aber auch, bitteschön.

Aber wie soll ich denn auf die Fragestellung nach dieser Befreiung kommen? Mir kommt das doch gar nicht in den Sinn danach zu fragen. Wo jeder von Dämmung redet. Da glaube ich doch auch daran, dass das so sein muss.

Komisch, ich habe ja schon sehr viel gelesen - nur von diesem Thema noch nichts.

Nein, ich bin der Meinung, dass bestimmte Fachleute, wie z.B. Energieberater (die auch noch Archis sind) mich von sich aus darüber informieren müssen. Vielleicht arbeite ich noch mal ein Merkblatt für Denkmalbesitzer aus und stell das auf meine Webseite.

Grüße
Ulrike


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 Betreff des Beitrags: Re: IGB Jahreshauptversammlung
BeitragVerfasst: Mo 26. Jun 2006, 19:18 
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.... so ein Merkblatt wäre ja vielleicht eine IGB Aufgabe, oder?

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 Betreff des Beitrags: Re: IGB Jahreshauptversammlung
BeitragVerfasst: Mo 26. Jun 2006, 19:42 
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Liebe Ulrike,

was hat ein Ehrenamt mit der Verpflichtung zum Verfassen von Beiträgen zu tun.
1. Mitglieder besitzen nicht automatisch ein Ehrenamt !
2. Nicht jeder der Mitglied ist kann einen Fachartikel verfassen!
3. Nicht jeder der Mitglied ist muss und will einen Fachartikel schreiben!
4. Nicht jeder der Fachmann ist kann Artikel verfassen!
5. Nicht jeder der Fachmann ist muss und will einen Fachartikel schreiben!
6. Jeder, der sich berufen fühlt, kann einen Artikel verfassen!
7. Nicht jeder Artikel ist ein qualifizierter - wer sollte dies auch im Vorfeld redigieren?

Du hast einen sehr hohen Anspruch an die Kollegen und deren Wissen. Es ist aber Fakt, dass sich die Architektenschaft spezialisiert hat. Somit kann man nicht jeden Kollegen mit diesem Thema konfrontieren. Du kannst ja auch nicht einen Allgemeinmediziner eine Herzklappe einsetzen lassen nur weil er auch Medizin studiert hat - oder?
Außerdem musst du eins berücksichtigen: Als Architekt in dieser Runde wird einem sehr schnell der Vorwurf der Vorteilsnahme gemacht. Somit sind die Kollegen in der Regel etwas vorsichtiger mit ihren Äußerungen. Und des weiteren sind wir von Berufswegen zur schadenfreien Beratung verpflichtet. Und vor Gericht zählt nicht das Gwefühl etwas richtig gemacht zu haben, oder die Bautradition der vergangenen Jahrhunderte. Hier kommt es im Rechtstreit zum knallharten Schwur auf sach - und fachgerechte Ausführung und diese wird in der Rechtsprechung von der DIN bestimmt. Jetzt kann man sich über Sinn oder Unsinn der DIN streiten, vor Gericht gibt es kein Entkommen (Ausnahmen bestätigen die Regel).
Du wirst sehen, dass in der IGB die geballte Kompetenz in Sachen Altbau vertreten ist, du musst sie nur abrufen. Du kannst aber nicht verlangen, dass man sie dir mundgerecht serviert und dann auch noch den Anspruch erheben, dies zu einem dir passenden Zeitpunkt zu tun.
Sorry,aber dies musste ich los werden.

Gruß, R. Seevers


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 Betreff des Beitrags: Re: IGB Jahreshauptversammlung
BeitragVerfasst: Mo 26. Jun 2006, 20:10 
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Lieber Reinhard,

habe ich verlangt, dass man mir hier Wissen mundgerecht serviert?

Wir hatten vor Beginn der Arbeiten Energieberater auf der Baustelle, beides Archis
Wir hatten einen Zimmermann, der Chef ist (auch) zertifizierter Energieberater
Wir hatten einen Archi, der uns die Bauplanung gemacht hat und lt. eigener Aussage ein Dämmungsgegner ist.

Und niemand hat uns darauf hingewiesen. Im Gegenteil, alle haben behauptet, dass die Dachdämmungsgeschichte so sein muss. Irgendwann kam ich noch auf die Idee, dass es doch auch ausreicht wenn wir den Fußboden des Spitzboden dämmen. Nach meiner Frage hier diskutierte ich mit dem Zimmermann darüber. Der mich wiederum davon überzeugte, dass ich nach ENEV das gesamte Dach dämmen muss.

Ich wollte die alte Eindeckung retten: teilweise handgestrichene Ziegel, Originalsubstanz. Das neue Dach sieht schön aus, ist jetzt sehr gut gedämmt und hat viel Geld gekostet. Das Haus sieht aber völlig anders aus.

Wenn ich weiß nach was ich fragen muss, tu ich das sehr rege, oder? Nur auf diese Fragestellung kommt man nicht von alleine. Ich jedenfalls nicht, sonst hätte ich ganz sicher gefragt. Aber ich habe ja nun gelernt, dass man sich selbst wegen jeder Kleinigkeit schlau machen muss. Dazu muss man monatelang lesen, lesen, lesen. Selbst die Sachen, die man nirgends findet. Und dann erst kann man anfangen. Sehr merkwürdig, das.

Den Rest hast Du auch gründlich missverstanden.


@Ralf,
Momentan steht das alles ungeordnet im Bautagebuch auf der Webseite. Das ordne ich wenn ich mal Zeit habe, und wenn es nur für mich ist.

Grüße
Ulrike


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