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der Interessengemeinschaft Bauernhaus e.V. - IGB
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 Betreff des Beitrags: Zensur im Forum und im Holznagel?
BeitragVerfasst: Mi 20. Mai 2009, 09:00 
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Registriert: Mo 17. Feb 2003, 17:34
Beiträge: 767
Ranunkel fragt unter einem anderen Thema nach Diskussion über das Thema "Zensur", u.a. auf der letzten Jahreshauptversammlung. Ich hätte mich gefreut, wenn das Thema von den Anwesenden angeschnitten worden wäre. Das ist leider nicht geschehen. Die Diskussion hätte ich gern geführt. Wenn nicht dort, dann halt an dieser Stelle.

Für den Vorstand der IGB darf ich unseren grundsätzlichen Standpunkt klarmachen: Meinung wird bei uns nicht zensiert. Das heisst aber nicht, dass wir jede Äusserung unverändert übernehmen. Für mich ist dann die Grenze erreicht, wenn schwerwiegende, auch persönliche Vorwürfe erhoben werden, die auf Basis der uns - und damit auch den Lesern -vorliegenden (!) Informationen als nicht näherungsweise hinreichend substanziiert erscheinen, oder wenn die Grenze der grundgesetzliche Meinungsfreiheit überschritten ist, nämlich wenn es beleidigend wird. Und damit sind wir letztlich wieder bei Ermessensfragen.

Wenn wir extreme Meinungen veröffentlichen, sollten wir auch immer im Auge haben, dass sie oft - und völlig unzutreffend (ein Blick ins Impressum würde reichen) - als Meinung "der IGB", also von uns allen, gewertet werden und häufig das Klima im Dialog mit den Gescholtenen so beeinträchtigen, dass eine sachlichen Diskussion dadurch unnötig erschwert wird. Im nächsten HN erscheint dazu auch der Brief eines Denkmalpflegers, der sich getroffen fühlt. Solche Verstimmungen bin ich im Interesse der Meinungsfreiheit bis zu einem gewissen Grade hinzunehmen bereit, aber es gibt Grenzen, die im einzelnen Fall ausgelotet werden müssen.

Was den aktuellen Fall Martin Kemner betrifft: Dem Mann ist wohl wirklich Unglaubliches und mit rechtsstaatlichen Grundsätzen unvereinbares widerfahren. Das sollte und darf nicht unwidersprochen hingenommen werden. Allerdings macht es der Betroffene seinen Unterstützern (!) mit seinen vielen Vorwürfen auch unglaublich schwer, denn die kennen die ganzen Hintergründe des Falles ja nicht - und können dann viele Vorwürfe mangels dieser Informationen auch nicht so ganz einfach nachvollziehen. Und damit entsteht das grosse Problem, dass eine unbefangener Beobachter denkt: "Das kann doch alles so gar nicht sein." Wahrscheinlich stimmt es aber doch. Nur muss man das erst mal entsprechend kommunizieren. Und das tut man tunlichst mit kühlem Mute und in äusserst sachlicher Art und Weise. Nur ein solches Vorgehen, und das möchte ich hier mal mit Nachdruck sagen, gewährleistet, dass letztlich das Ziel auch erreicht wird, nämlich die Verhältnisse mit allem Drum und Dran aufzuklären und festzustellen, was in diesem Fall wirklich nicht rechtsstaatskonform gelaufen ist - und dafür dem Betroffenen dann letzlich auch Genugtuung widerfahren zu lassen, was ich nicht für den unwesentlichsten Aspekt der Sache halte.

Über allem "Dampf ablassen" dürfen wir nie das Ziel aus dem Augen verlieren. Das heisst aber noch langen nicht, dass man zensieren oder sich irgendwie verbiegen muss. Eine Truppe wie die IGB zu vertreten heist allerdings manchmal, fast unvereinbare Gegensätze miteinander zu vereinbaren. Nur Recht haben reicht nicht - man muss es auch bekommen! Politik ist die Kunst des Möglichen, und von diesem Möglichen hätte ich gern möglichst viel. Für die uneingeschränkte Liebe zur Wahrheit stehe ich letztlich auch persönlich, wie wohl die, die mich kennen, bestätigen können.


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BeitragVerfasst: Mi 20. Mai 2009, 23:48 
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Beiträge: 869
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Hallo Dietrich,

danke für die Klarstellung (nebenbei bemerkt, existiert "Ranunkel" nicht mehr in diesem Forum. Ich schreibe seit geraumer Zeit ganz bewusst unter meinem vollen Namen).

Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, war dieser Eingriff (diese Zensur) vom Vorstand gewünscht. Wenn das so ist, hätte ich mir gewünscht, dass das auch so kommuniziert worden wäre. Wenn allerdings Thomas Schomburg diese Entscheidung im stillen Kämmerlein nach einer Nacht des "drüber schlafens" völlig selbständig getroffen hat, fände ich das ziemlich anmaßend.

Oder anders ausgedrückt: Wenn der Vorstand der Meinung ist, solche Beiträge schadeten der Sache der IGB, müsste man das Vorgehen wohl oder übel hinnehmen. Auch dann, wenn das nicht der eigene Überzeugung entspricht.

Abgesehen davon wüsste ich wirklich nicht, wie ich reagieren würde wenn mir solch ein himmelschreiendes Unrecht geschehen würde wie Herrn Kemmner. Wie ich mich kenne, würde ich vermutlich irgendwann auch zu ähnlich drastischen Mitteln greifen. Insofern verstehe ich die ohnmächtige Wut und auch den unbedingten Willen, endlich zu seinem Recht zu kommen. Der/die muss wohl erst noch geboren werden, der/die in einem solchen Fall über Jahre hinweg immer besonnen handelt. Das ist bei "leichteren" Themen schon nicht immer so ganz einfach, im vorliegenden Fall erscheint es mir fast unmöglich.

Recht haben und Recht bekommen sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe, da stimme ich Dir uneingeschränkt zu. Aber manchmal hilft anscheinend doch nur eine steinzeitliche Keule, vor allem dann wenn es an die Substanz geht. Und das sage ich, die jede Art von Gewalt aufs Tiefste verabscheut ...

Vielleicht wäre das ein Vorschlag, in vielen Foren ist das gängige Praxis: Bei zu starkem Tobak wird der Verfasser zunächst (nichtöffentlich) ermahnt. Führt das nicht zum gewünschten Ergebnis, wird das Thema nach einem entsprechenden Hinweis (damit es jeder nachvollziehen kann) einfach geschlossen (damit niemand mehr dazu schreiben kann).

Grüße
Ulrike

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"Wenn du wirklich etwas willst, werden alle Märchen wahr." (Theodor Herzl)
Mehr über meine wahr gewordenen Märchen ist hier nachzulesen


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BeitragVerfasst: Do 21. Mai 2009, 11:47 
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Beiträge: 903
Wohnort: Zittau / Sachsen
Hallo Ulrike,
so weit ich das nachvollziehen kann, wurde von Seiten des Vorstandes keine Zensur gefordert, auch verstehe ich Dietrich so nicht. Und wie schon an anderer Stelle geschrieben, sehe ich dafür auch keinen Grund. Letztlich steht jeder für seine eigenen Beiträge gerade. So ist es auch in den Forum-regeln zu lesen.
Sicherlich gibt es Gründe für Zensur (Fremdenfeindlichkeit, Rassenhetze, Kinderpornographie, ......), die Äußerungen von Herrn Kemmner gehören schon aufgrund der Tatsache nicht dazu, weil er lediglich die Schreiben publiziert, mit denen er entsprechende rechtsstaatliche Nachforschungen einfordert.
Darüber hinaus ist das Thema ganz klar eines, welches in der IGB am besten aufgehoben ist.
So weit ich Informiert bin, gab es auch von anwaltlicher Seite keine Notwendigkeit einer solchen Reaktion.
Allerdings glaube ich auch, das es schwierig ist, an entsprechenden Stellen die richtige Entscheidung zu treffen. Vielleicht sollte man einfach darüber nachdenken, so etwas wie ein Redaktionsteam für diese Forum einzurichten. Ähnliche Überlegungen waren ja schon mal vor der Umstellung der Forensoftware vorhanden bzw. in Teilen umgesetzt.
Allen einen entspannten Feiertag.
FG
Ralf

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Äußerungen im Forum sind lediglich allgemeine Betrachtungen und daher reine Meinungsäußerungen. Bei Rechtsfragen wird in jedem Fall eine Beratung durch einen Rechtsanwalt empfohlen, bei Sanierungsproblemen eine Einzelberatung durch einen Sachkundigen vor Ort.


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BeitragVerfasst: Fr 22. Mai 2009, 00:15 
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Beiträge: 869
Wohnort: Lügde-Hummersen (Kreis Lippe)
Hallo Ralf,

den entspannten Feiertag habe ich genossen :D

Ok, ich habe Dietrich etwas anders verstanden als Du. Vielleicht liegt es daran, dass ich "im Zweifel immer für den Angeklagten" plädiere ???

Ich sehe, genau wie Du, auch keinen derartigen Handlungsbedarf. Wer den Holznagel und auch die Artikel auf der Webseite aufmerksam liest, stellt schnell fest welche "Sprengstoffthemen" da manchmal aufgegriffen werden. Das Problem von Herrn Kemner (sorry, bisher schrieb ich den Namen falsch) "passt" dazu. Und ich denke, in modernen Zeiten wie heute sollte jeder erwachsene Mensch doch in der Lage sein zu erkennen, dass es in einem Forum immer um Meinungsäußerungen von Autoren geht. Zumal Herr Kemner das auch noch mehrfach in seinen Beiträgen unterstrichen hat.

Schade, dass Thomas offensichtlich nicht bereit ist, seine übereilte Reaktion zu überdenken. Eine Antwort auf meine Frage nach dem "Wer" werde ich wohl auch nicht bekommen. Andererseits - es gibt in meinem Leben Wichtigeres zu tun ...

Was ein schon mal angedachtes Redaktionsteam für das Forum betrifft - es wäre tatsächlich an der Zeit, diese Überlegungen umzusetzen. Vielleicht findet man nicht genügend Freiwillige für so einen gewiss nicht abendfüllenden Job.

Nächtliche Grüße
Ulrike

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BeitragVerfasst: Fr 22. Mai 2009, 12:01 
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Beiträge: 903
Wohnort: Zittau / Sachsen
Ulrike Nolte hat geschrieben:
Schade, dass Thomas offensichtlich nicht bereit ist, seine übereilte Reaktion zu überdenken. Eine Antwort auf meine Frage nach dem "Wer" werde ich wohl auch nicht bekommen. Andererseits - es gibt in meinem Leben Wichtigeres zu tun ...


Hallo Ulrike,
ich glaube, das hat er schon. Dazu werden wohl auch einige Gespräche geführt worden sein. Und letztlich muss man für so eine Aufgabe auch erstmal ein Gefühl entwickeln.

Zitat:
Was ein schon mal angedachtes Redaktionsteam für das Forum betrifft - es wäre tatsächlich an der Zeit, diese Überlegungen umzusetzen. Vielleicht findet man nicht genügend Freiwillige für so einen gewiss nicht abendfüllenden Job.


Das kann ich mir nicht vorstellen. Mir persönlich fallen mindestens drei Personen ein, die im Rahmen dieser Diskussion eine Mitarbeit angeboten, oder bereits ausgefüllt hatten. Und sicherlich würde sich da noch der eine oder andere zur Verfügung stellen.

Schönen Brückentag
Ralf

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