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Aufsteigende Feuchte: sachliche Grundlagen bzw. Studien ?
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Autor:  Stubentiger [ Fr 6. Dez 2013, 16:17 ]
Betreff des Beitrags:  Aufsteigende Feuchte: sachliche Grundlagen bzw. Studien ?

Guten Tag,

eines der ersten Themen die man als neuer Altbaubesitzer zu hören und lesen bekommt ist das Schlagwort aufsteigende Feuchte.
Bau unserem neu erworbenen Bauernhaus (Vorderpfalz, Fachwerkhaus, wahrscheinlich 18.Jhd.) wurde uns mit als erstes Vorgeschlagen über eine Horizontalsperre im Fundament nachzudenken. Obwohl das Thema ausführlich, teilweise schon fast religös, diskutiert wird lassen sich objektive Aussagen zu dem Thema erstaunlich schwer, bzw. gar nicht, finden. Als die zwei Gegenpoole z.B.
- ein Unternehmen was mit Abdichtungen Geld verdient http://www.youtube.com/watch?v=NOl2uwyLnVA
- Herrn Fischer http://www.konrad-fischer-info.de/2auffe04.htm

Hat es hier, in der doch recht aufgeklärten und kritischen Gemeinschaft, sachliche Quellen oder Informationen zu dem Thema ?

Vielen Dank & mit freundlichen Grüßen
Kevin

Autor:  Wolfgang Riesner [ Sa 7. Dez 2013, 00:19 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Aufsteigende Feuchte: sachliche Grundlagen bzw. Studien

Hallo Kevin,

ohne dein Haus zu beschreiben und die bauliche Situation, in der es steht zu kennen, lässt sich zur Frage der Horizontalsperre wenig Verbindliches sagen.

Gibt es Anzeichen aufsteigender Feuchtigkeit an Außen- oder Innenwänden? Hat das Haus Dachrinnen und sind die ebenso wie die möglichen Regenwassergrundleitungen heile? Was ist mit Hangwasser? Aus was sind deine Wände oder die Sockel unter möglichem Fachwerk? Ist das Haus unterkellert?

Ganz grundsätzlich ist festzustellen, dass die meisten Leute sich durch unzureichende Ableitung ihres eigenen Dachwassers die Hütte selber fluten. Da solltest du also immer zu erst tätig werden. Dass ein Hersteller von Abdichtungssystemen es befürworten wird in seinem Sinne tätig zu werden, verwundert nicht. Zu Konrad Fischer erspare ich mir jeden Kommentar.

Neben der Frage möglicherweise bereits vorhandener Feuchteschäden bleibt auch zu klären, wie Boden- und Wandaufbauten zukünftig aussehen sollen. Das Aufsteigen von Feuchtigkeit aus dem Boden unter dem Haus würde ich schon durch entsprechende Konstuktionen sicher ausschließen wollen. Man will sich ja keinen Hausschwamm züchten. Siehe dazu auch einen (geplanten) Artikel im Holznagel I/2014.

Wie solche geeigneten Konstruktionen aussehen könnten, hängt von der konkreten Situation ab. Das gilt auch für die Frage der Horizontalsperre bei Massivwänden. Du musst also mehr Infos liefern.
Eine angemessene Lösung zu finden ist wichtig. Einerseits kann leichtfertiger Umgang mit Feuchtigkeit in der Konstruktion zu erheblichen Bauschäden führen, andererseits lässt sich in überflüssigen Maßnahmen auch viel Kohle unnütz versenken, die anderweitig bei der Restaurierung eines Hauses sinnvoller einsetzbar ist.

Falls du bereits IGB-Mitglied bist, kannst du mich auch gerne mal unter 05705/7829 anrufen.

Beste Grüße von
Wolfgang

Autor:  Stubentiger [ Di 10. Dez 2013, 17:54 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Aufsteigende Feuchte: sachliche Grundlagen bzw. Studien

Hallo Wolfgang,

vielen Dank für die nette und ausführliche Antwort. Ja, ich bin bereits Mitgleid der IGB, und viele Deiner
Vermutungen bzgl. des Hauses treffen auch zu. Das Haus hatte teilweise keine Dachrinnen oder diese glichen eher Leitungen für eine Tröpfchenbewesserung. In einem ersten Schritt haben wir erst einmal den Fokus auf die Instandsetzung der Dachrinne, Fallrohre bzw. das Anbringen dieser und auf die Dächer im Allgemeinen gelegt.

Parallel zum Bestandsschutz und dem Werkeln an sich beschäftigen wir uns gerade schon etwas mit dem was noch kommen wird, und sind am Anfang der Planung. In dem Zusammenhang habe ich versucht mich zum Thema "aufsteigende Feuchtigkeit" etwas schlau zu machen. Dabei kam dann dieser offensichtliche Widerspruch zu Tage, mit einer sehr anschaulichen Art Weltverschwörungstheorie von Herrn Fischer auf der einen Seite.
Aber auch mit einiger Suche habe ich zu dem Thema keine Fakten gefunden, sprich mal eine seriöse Dokumentation, Untersuchung oder Studie.
Alles was ich finden konnte sind persönliche Meinungen und Thesen. ???

Alles in allem ging es mir primär um das bilden einer eigenen Meinung zu dem Thema, noch nicht um die Lösung eines konkreten Problems.
Wir werden in den Wintermonaten mit einem Architekten die nächsten Schritte im Detail planen und dann weiter schauen. Sollten sich dann konkrete Probleme ergeben würde ich sehr gerne auf Dein äußerst freundliches Angebot zurückkommen. ;D

Vielen Dank & Grüße
Kevin

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