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der Interessengemeinschaft Bauernhaus e.V. - IGB
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BeitragVerfasst: Mo 9. Jul 2007, 00:32 
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Hallo zusammen,
als Liebhaber leckerer, selbstgezogener Tomaten habe ich seit einigen Jahren die Erfahrung gemacht, daß Tomatenpflanzen im Freiland kaum noch gedeihen sondern über kurz oder lang an Braunfäule zu Grunde gehen. Das ist recht frustierend. Also habe ich mir ein altes Gartenbaugewächshaus besorgt und als Tomatenhaus umfunktioniert. Nachdem ich im letzten Jahr reichlich Tomaten und Gurken ernten konnte, bevor im November die Temperaturen dem Ganzen ein Ende setzten, habe ich vor 2 Wochen mit Schrecken die bekannten Braunfäulesymptome an Pflanzen und Früchten festgestellt. Der viele Regen führt auch unter Glas zu Schäden. Überall wo mal Wasser tropft, freut sich der Pilz. Als Notmaßnahme habe ich befallene Pflanzenteile entfernt. Mal sehen was es hilft.

Nun meine eigentliche Frage: gibt es resistente Sorten und wo bekomme ich die fürs nächste Jahr ggf. her? Versteht sich von selbst, daß die natürlich auch aromatisch schmecken sollen, sonst kann ich meine Tomaten auch im Laden kaufen.

Meine 4 Reihen Kartoffeln hat die Braunfäule inzwischen komplett dahingerafft. Da wird wohl nichts zu ernten sein. Konventionelle Anbauer wehren sich offensichtlich mit sprizen gegen den Totalausfall. Was tut Ihr in solchem Fall. Ich will die chemische Keule bei mir nicht zücken (ich muß auch nicht von den Ernteerträgen leben).
Fragende Grüße aus Neuenknick von
Wolfgang Riesner


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BeitragVerfasst: Mo 9. Jul 2007, 08:05 
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Beiträge: 713
Moin Wolfgang,

geh mal zur Info auf die folgenden Seiten:

http://garten.net/info/braunfaeule.htm

http://garten.net/info/braunfaeule.htm

http://web70.server9.web4a.de/joomla/in ... &Itemid=32

LG
Bernd


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BeitragVerfasst: Do 12. Jul 2007, 22:35 
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Moin Wolfgang,

ja, dieses Wetter läßt einfach nichts gedeihen. Ich habe heute auch mit Schrecken beginnende Braunfäule an meinen Kartoffeln festgestellt. Da ich etwa 4 Wochen später dran bin wird das wohl nichts, auch nicht mit einer Noternte.

Man kann etwas gegen die Braunfäule an den Tomaten tun. Vorbeugend und ohne Gift. Bau Dir einen nach vorne offenen Unterstand aus Holz oder Plastik (Holz sieht besser aus) und stelle ihn an einer Südwand mit ganztägiger Sonnenausbeute auf. Seitlich sollte dieser Unterstand nicht komplett geschlossen werden. Da hinein pflanzt Du Deine Tomaten. Aber bitte keinesfalls zu dicht, es muss gewährleistet sein, dass jede Feuchtigkeit, auch der Morgentau, ganz schnell abtrocknen kann. Wenn Du mir Zeit gibst, fotografiere ich eines der Tomatenhäuser die hier rings in den Gärten stehen.

Und auch ganz, ganz wichtig: Brenne die Tomatenstäbe sofort nach dem Abernten der Pflanzen ab. Das geht am besten mit einem kleinen Bunsenbrenner. Ansonsten hast Du selbst bei bestem Wetter im nächsten Jahr wieder braunfaule Tomaten. Der Pilz überlebt den Winter, auch im Boden. Deshalb muss man auch den Fruchtwechsel beachten, der beträgt 5 Jahre (da muss ich aber sicherheitshalber noch einmal nachschauen) bei Tomaten. Falls Du Holzstäbe zum Aufbinden nimmst, darfst Du die nicht mehr benutzen. Die sind dann nur noch für den Ofen gut.

Eine weiterer (viel besserer) Tipp: Kauf Dir alte Sorten, da gibt es sehr resistente Freilandsorten. Ich kann morgen nachschauen, welche ich gekauft habe. Die werden bei der ständigen Nässe und Kälte zwar allmählich gelb unten rum, aber das ist keine Braunfäule sondern liegt an der nicht abtrocknenden Staunässe hier. Vorgezogene Pflanzen alter Tomatensorten gibt es zwischenzeitlich sogar schon auf Wochenmärkten. Aber die Auswahl ist nicht so sehr groß. Die größte Auswahl findest Du auf der Tomatenpflanzenbörse bei Irmela Wrede, jedes Jahr Mitte Mai (Veranstaltungskalender). Andere Bezugsmöglichkeiten (auch Samen) muss ich recherchieren.

Diese Tomaten sind um ein Vielfaches aromatischer als die, die wir sonst so kennen.

Herzliche Grüße
Ulrike

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BeitragVerfasst: Do 12. Jul 2007, 23:01 
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Samen der alten Sorten bekommst Du am besten über den Verein VEN e.V.
Email: ven.nutz(klammeraffe)gmx.de
www.nutzpflanzenvielfalt.de

Der Jungpflanzenverkauf beginnt bei Ursula Reinhard Anfang Mai, direkt ab Hof. Email-Adresse siehe oben. Bei Bedarf schicke ich die komplette Adresse und Tel.-Nr. per Mail

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BeitragVerfasst: Do 12. Jul 2007, 23:40 
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Beiträge: 300
Hallo Ulrike,
danke für Deine Recherchen, auf die alten, resistenteren Sorten komme ich gerne zurück. Wenn sie wirklich wiederstandsfähiger gegen Braunfäule sein sollten und obendrein den typischen Tomatengeschmack haben, bin ich fürs nächste Jahr guter Dinge. Mir ist in den letzten Jahren aufgefallen, daß ich das Tomatenaroma von früher (früher war ja Alles besser) außer bei kleineren Rispentomaten nicht mehr finde.
Wegen Fotos von Tomatenhäusern mußt Du Dir wegen mir keine Mühe machen. Meine Tomaten wachsen in einem mittelgroßen, etwas schlichten Industriegewächshaus aus den 50er oder 60er Jahren, das vor einiger Zeit den Weg zu mir gefunden hat. Letztes Jahr hat die Tomatenzucht auch wunderbar geklappt, dieses Jahr ist es wohl einfach zu Feucht. Übrigens wachsen meine Tomaten nicht an Stäben sondern an Bändern, die jedes Jahr erneuert werden, in die Höhe.
Gruß Wolfgang


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BeitragVerfasst: Do 12. Jul 2007, 23:48 
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Da nich für, lieber Wolfgang  :)

ich scanne die Tomatensortenliste ein und stelle sie als PDF hier rein. Anhand dieser Liste läßt sich wunderbar vorselektieren. Ich kann nur nicht sagen, ob von allen Sorten auch Samen verkauft werden. Ursula Reinhard kann da mehr dazu sagen, also einfach anmailen.

Grüße
Ulrike

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BeitragVerfasst: Fr 13. Jul 2007, 01:04 
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Wie versprochen, die Sortenliste 2007

Ergänzend dazu habe ich noch das Samen-Compendium (2005) des VERN e.V. gefunden. Auch darin finden sich viele alte Tomatensorten.

(Achtung: VERN und VEN sind zwei verschiedene Vereine)

In dem Buch:
Organischer Anbau, Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten
von Pippa Greenwood
erschienen im Dorling Kindersley Verlag
ISBN 3-8310-0100-6
findet sich ein zweiseitiger Beitrag zum Thema. Außerdem natürlich viele weitere Tipps zu anderen Gemüse- und Obstsorten.

Der Fruchtwechsel für Tomaten beträgt 3 Jahr (nicht 5 Jahre). Auf dem diesjährigen Beet also erst nach 3 Jahren wieder Tomaten pflanzen. Außer der Braunfäule könnten sich auch noch die Stamm- und Wurzelfäule einstellen. Auf das (normale Garten-) Gewächshaus übertragen heißt das, dass man jährlich die Erde austauschen soll.

Und das hier ist die Bibel der Samengärtner, die sich vorzugsweise mit dem Erhalt alter Sorten beschäftigen:
Handbuch Samengärtnerei
Sorten erhalten, Vielfalt vermehren, Gemüse genießen
von Andrea Heistinger, Arche Noah, Pro Specie Rara (Hrsg.)
ISBN: 978-3-7066-2352-0
Erhältlich bei www.loewenzahn.at
Kostet 39,90 ? und ist sein Geld mindestens doppelt so viel wert

Viel Erfolg!
Ulrike


Dateianhänge:
alte_sorten_tomaten_2007.pdf [1.33 MiB]
760-mal heruntergeladen
vern-katalog-2004.pdf [2.16 MiB]
3110-mal heruntergeladen

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BeitragVerfasst: Di 24. Jul 2007, 23:33 
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Hallo zusammen,

auch wenn ich mit meinem Beitrag zum Thema spät dran bin: ich habe im zweiten Versuch zum zweiten Mal gerade meine Tomaten kurz vor reif abgeräumt und auf unseren "Hexentanzplatz" gelegt, um sie am nächsten regenfreien Tag verbrennen zu können. Zusammen mit etlichen Stockrosen, die auch nicht besser aussahen (der Pilz der für Malvenrost verantwortlich ist, ist biologisch mit dem Pilz der Kraut- und Braunfäule bei Tomaten und Kartoffeln verwandt...)
Da ich im Gemüseanbau noch ein "Newbie" bin und nicht direkt Mitglied im VEN werden will, habe ich mich mal nach "laienhaften" Lösungen im Netz umgesehen und das hier gefunden:

Helmut Pummers Tomaten und Anderes
http://web70.server9.web4a.de/joomla/index.php
Unter "Resistente Sorten" links in der Navileiste gibt's eine interessante Liste mit "Schulnoten" für die Resistenz gegen Braunfäule. Von denen mit der Note "1" habe ich mir ein paar rausgesucht, die ich statt der Standard-Freilandtomaten nächstes Jahr mal ausprobieren werde.

Und bei http://www.bio-saatgut.de im Online-Shop (resp. im herunterzuladenden PDF) habe ich einige der empfohlenen (Wild-)Tomaten gefunden, aber dafür gibt's bestimmt auch noch andere Anbieter.

Neben Überstand, Südseite mit viel Sonne, großem Abstand und viel Luft zum Abtrocknen habe ich auch noch folgenden Hinweis gelesen: den Boden (auch im Gewächshaus) mit z.B. Mulchfolie abdecken, damit die Spritzer vom Gießen nicht an die Pflanzen kommen und damit die Pilzsporen (die in unserer Gartenerde standardmässig vorhanden sind, sich aber durch Feuchte, Wärme und nicht vorhandene Winter großzügig vermehren) nicht verteilen können.

Vielleicht ist die Kombination aus all' dem die Maßnahme gegen "Aqua hollandiensis" (wie mein Göttergatte holländische Tomaten nennt (für Nicht-Lateiner: holländisches Wasser)). Mal sehen. Im nächsten Jahr bin ich hoffentlich schlauer.

Da ich die stark gespritzen Tomaten ? la "Aqua hollandiensis" einfach nicht vertrage, Tomaten aber sehr gerne esse, setze ich auf solche Möglichkeiten natürlich viele Hoffnungen. Sonst müßte ich auf Tomaten mehr oder minder verzichten und das sehe ich einfach nicht ein.

Viele Grüße von einer, die sich jedes Jahr wieder auf eigene ungespritze Tomaten freut :-(

Monika Halfmann


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BeitragVerfasst: Di 24. Jul 2007, 23:52 
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Hallo Monika,

Du musst nicht unbedingt Mitglied im VEN werden, nur weil Du ein paar Pflanzen haben willst  ;)

Ich bin überrascht, wie meine resistenten Sorten dem Pilz bisher standhalten. Bis jetzt kann ich nicht klagen, habe aber aufgrund der um etwa 4 Wochen verspäteten Pflanzung auch noch keine nennenswerten Ernteergebnisse vorzuweisen. Mal sehen was ich morgen finde. Bei dem Dauerregen inkl. Sturmböen heute hatte ich absolut keine Ambitionen nach draußen zu gehen.

Die Namen der Sorten liefere ich dann nach -  das habe ich schlichtweg vergessen  ::)

Grüßle
Ulrike

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BeitragVerfasst: Mi 25. Jul 2007, 00:24 
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Hallo Ulrike!

Mach das mal (die Sortennamen nachliefern). Das dürfte etliche interessieren, die ähnliche Probleme haben wie ich (Unverträglichkeiten von Spritzmitteln). Um sowas aufzufangen (neben dem fehlenden Geschmack) macht man sich ja die viele Arbeit...

Monika
die bei dem Wetter auch keine Lust auf "Draußen" hat. Was sich morgen schlagartig ändern wird, weil es trocken bleiben soll ;-))


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BeitragVerfasst: Mi 25. Jul 2007, 15:03 
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Hallo zusammen,
nun endlich - wie versprochen liefere ich meine Pflanzenliste mit Erfahrungswerten nach. Sorry für die Verspätung. Es gibt immer irgendwas, was noch viel wichtiger ist  ::)

Vorab: Alle Tomatenstöcke stehen völlig ungeschützt mehr oder weniger mitten in der Pampa - sprich umgeben von Wildkraut und Gras weil ich einfach momentan nicht genügend Zeit habe. Sie sind zumindest rudimentär an je einem Besenstiel aufgebunden, werden aber nicht entgeizt, stehen eigentlich zu dicht. Zwischendrin stehen Zwiebel, Sellerie und Lauch. Ich bin Anhängerin der s.g. Mischkultur. (Das kleine Programm besteht aus html-Code und kann herunter geladen werden.)

Trotzdem war ich heute morgen im Ernterausch und habe mir zum Frühstück ohne jede andere "Beilage" Tomaten pur gegönnt. Wie das geschmeckt hat, kann ich leider nur schriftlich wiedergeben: einfach oberköstlichst. Allein schon der Duft des Krauts und der Früchte sind ein Erlebnis. So viel zum Unterschied zu den "Normalzüchtungen", die ich mir nie zum Frühstück gegönnt habe ...

Hier stehen:

Wildtomate S30
Gelbe Cherry, ausladender Busch, muss angebunden werden weil sie sonst umkippt.
Hängt voller Rispen mit Früchten, die ausgereift zuckersüß und sehr aromatisch schmecken. Keine Anzeichen von Braunfäule, allerdings wirkt das Kraut leicht gelblich, was aber auch auf eine Mangelerscheinung im Boden hinweisen könnte.

Resi Gold
Cocktail, Stabtomate.
Hängt voller Rispen mit Früchten, die ausgereift sehr aromatisch schmecken. Keine Anzeichen von Braunfäule, allerdings leicht gelbes Kraut - siehe oben. Eigentlich gehört diese Sorte regelmäßig ausgegeizt. Ich werde wohl in den nächsten Tagen den Schopf der Pflanze einfach kappen weil sonst die Früchte schlecht ausreifen können.

Kartoffelblättrige Hohe
Normale Stabtomate. Interessantes Kraut.
Hängt voller Früchte, die ausgereift sehr aromatisch schmecken. Keine Anzeichen von Braunfäule, allerdings leicht gelbes Kraut - siehe oben. Eigentlich gehört diese Sorte regelmäßig ausgegeizt. Ich werde wohl in den nächsten Tagen den Schopf der Pflanze einfach kappen weil sonst die Früchte schlecht ausreifen können.

Wildtomate columbianum
Kirschtomate, Busch, muss angebunden werden weil sie sonst umkippt, besser wäre es wenn man auch die Seitentriebe stützt weil sie sehr kräftig werden. Wächst sehr ausladend, hat bei mir eher zu wenig Platz.
Sehr leckerer Geschmack, zum Schluss ganz leicht bitter, feste Schale.
Teilweise hat sie trockenes Blattwerk und ich habe vorhin 3 kleine unausgereifte Früchte mit Anflug von Braunfäule entfernt. Der Strauch selbst wirkt aber ansonsten sehr gesund. An den Rispen überreich mit Früchten behangen.

Nirinka E 05 (bitte auf der VEN-Liste nachschauen wie sie richtig heißt, der Sticker ist etwas verblasst)
Flaschentomate, Stab, sollte ausgegeizt werden - siehe oben
Leicht gelbes Kraut - siehe oben
Keine Braunfäuleanzeichen
Hängt voller unreifer Früchte

Rote Murmel
Wildtomate, kleine rote Früchte an unzähligen Rispen, die leicht süß, zum Schluss etwas bitter schmecken.
Sollte aufgebunden werden - siehe oben
Teilweise trockenes und leicht gelbes Blattwerk - siehe oben
Keine Anzeichen von Braunfäule

Tomate Russisch v.Fr. (oder Schwarze Gute, bitte auf der VEN-Liste nachschauen. Der Sticker war wohl schon einmal beschriftet)
Normale Stabtomate, noch nicht reif. Hängt voller Früchte, Kraut leicht gelb - siehe oben
Keine Braunfäuleanzeichen.

Dann habe ich noch eine Pflanze Namens "Smaragd", die aber nicht so recht wachsen will. Keine Ahnung was sie hat, ich habe sie stehen lassen weil ich dachte, dass sie vielleicht noch kommen wird. Aber denkste ...

Zum Schluss noch der Hinweis, dass man aus all diesen leckeren Pflanzen selbstverständlich auch Samen ziehen kann, die im kommenden Jahr wieder zu Pflanzen heran gezogen werden. Wie genau das funktioniert, schlage ich am Abend im erwähnten "Aufzuchtsbuch" nach und poste das hier. Natürlich habe ich das auch noch nie selbst ausprobiert.

Und ganz zum Schluss noch etwas zu meinen Kartoffeln: die haben nicht die Braunfäule, sondern eindeutig die Stengelfäule. Trotzdem setzen sie gut an, ich hab schon mal etwas gebuddelt weil ich sehr neugierig war.

Grüße
Ulrike

@Stefan, falls Du das hier mitliest - wie wäre es mit einem Erfahrungsbericht von Deiner Tomatensammlung? Bitte, bitte  :D
Du kaufst die Pflanzen doch an der gleichen Quelle ...

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BeitragVerfasst: So 29. Jul 2007, 23:52 
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Registriert: Sa 3. Feb 2007, 00:43
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Hallo,

auch ich kann euch noch eine Bezugsquelle für Tomatensorten und andere alte Gemüsesorten nennen. Das ist www.dreschflegel-saatgut.de.
Und zur Vermeidung von Braunfäule immer gut lüften, egal wie kalt es wird.

Viele Grüße von Chris


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BeitragVerfasst: Mo 30. Jul 2007, 23:57 
Nicht angemeldeter User
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Nabend zusammen.
@Chris:
Dreschflegel hatte ich auch schon ausfindig gemacht, leider haben sie die Sorten genau nicht, die ich gerne (aus persönlichem "Geschmäckle" heraus) ausprobieren würde. Aber viele andere Sorten, also für andere vielleicht ein heißer Tip.

@Ulrike:
Bei mir standen die Tomaten nicht zu dicht, Wildkräuter gab's ebenfalls in Mengen (die halten das Spritzwasser vom Boden unten, wirken daher ähnlich wie eine Mulchfolie) und ich habe dieses Jahr wirklich fleissig ausgegeizt (was mir im vorigen Jahr teilweise einfach "dadurchgegangen" ist). Am Anfang hatte ich sogar noch 16 "Gespenster" im Gemüsegarten stehen (sprich Tomatenvlies, der an den Stangen befestigt war). Problem mit diesem Vlies ist nur immer wieder, das er sich im Wind verzwirbelt und die größer werdenden Pflanzen einquetscht. Trotzdem und trotz des beständigen Windes hier an der Küste (der eigentlich ständig auf die Tomaten bläst), war es nix. Ein Grund ist wohl die hohe Luftfeuchtigkeit hier.
Die Resi Gold und die Rote Murmel stehen auf meiner Testliste für nächstes Jahr. Ich bin sehr gespannt wie das wird. Erzähl' mal, wie sie vollreif schmecken, wenn das bei Dir etwas wird.

Und erzähl' mal, wie das mit den Samen geht. Beim Grünkohl habe ich es auch dank des Schietwetters gerade gründlich vergeigt: fast alle der Samenschoten aus den vorjährigen Pflanzen sind inzwischen aufgeplatzt und die Samen im Boden versunken (gleiches gilt für Winterrettiche). Nächstes Jahr habe ich also hunderte Grünkohlpflänzchen an einer Stelle keimen, an der ich voriges Jahr eigentlich nur ein paar zu dicht stehende Pflanzen "ausgesetzt" hatte...

Monika


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BeitragVerfasst: Di 31. Jul 2007, 05:30 
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Hallochen,

das Ausreifen der Tomaten wird durch das Schietwetter nicht gerade begünstigt. Auch der Geschmack leidet bei so viel Wasser von oben ganz gewaltig. Dabei hatte ich mich auf die Ernte so gefreut. Man könnte aber auch sagen: das hab ich nun davon - ich musste ja unbedingt schon in diesem Jahr ein kleines Stück Gemüsegarten haben  ::) .  Im nächsten Jahr wird alles besser  ???

In Kurzform die "Anleitung" zur Samengewinnung bei Tomaten. Für die sehr ausführliche Langform sollte man sich wirklich das "Handbuch Samengärtnerei" (weiter unten beschrieben) zulegen. Dort stehen sehr viele und auch wichtige Tipps drin. Allein für die Tomate sind das 6 Buchseiten. Weil dieses Werk kein altes Buch ist, bin ich wegen der Rechte mit dem Einscannen auch sehr zurückhaltend.

Zunächst muss man dafür sorgen, dass jede mögliche Fremdbestäubung ausgeschlossen wird weil man sonst keine sortenreine Nachzucht erhält. Da die allermeisten Sorten aber Selbstbestäuber sind, genügt es, die Pflanzen (zur Weiterzucht benötigt man zur Erhaltung der Varibilität mindestens 6 Pflanzen einer Sorte) weit genug auseinander zu setzen. Je nach Länge der Griffel werden 3-12 m Abstand genannt. Die Länge der Griffel bestimmt offenbar, ob eine Sorte als selbstbefruchtend oder fremdbefruchtend eingestuft wird. Die mit kurzen Griffeln können etwas dichter stehen. Auch sollte man die Früchte, die man für die Samengewinnung benötigt, vorher (solange sie am Strauch sitzen) selektieren und bezeichnen. Dafür gibt es einige Auswahlkriterien an Pflanze und Frucht die man berücksichtigen sollte.

Dann nimmt man vollreife Früchte, schneidet sie auf und gibt den Samen inkl. des umgebenden Fruchtfleisches (damit ist die Gallertmasse gemeint) mittels eines Löffels in ein Glas und gibt eine Messerspitze Zucker, sowie etwas Wasser dazu. Für große Mengen und für Cocktailtomaten werden die Früchte aufgeschnitten und mit einem Stabmixer kurz püriert. Etwas Wasser zugeben.

Die Samen werden nun mit Hilfe der "Nassreinigung mit Gärung" gereinigt. Dazu ist es notwendig, unbedingt ein Glas (wegen der Beobachtungsmöglichkeit) zu verwenden, dass aber nicht verschlossen, sondern lediglich abgedeckt wird. Man beobachtet den Samen während des Vorgangs genauestens - zu spät reagiert ist er sehr schnell ausgekeimt. Sobald der Samen sich am Boden absetzt (nach 1-2 Tagen) und sich oben im Glas das Fruchtfleisch sammelt, wird mit Wasser aufgefüllt, gewartete bis die Samen nach unten sinken. Das oben stehende Wasser inkl. des Fruchtfleisches wird nun vorsichtig abgegossen und die Samen in ein Sieb gegeben, wo er mit einem scharfen Wasserstrahl gut ausgespült wird. Anschließend gibt man maximal einen Teelöffel Samen in je eine Filtertüte, hängt diese an einem luftigen Ort zum Trocknen auf (23-30 °C sind optimal). Danach werden die Tüten genauestens beschriftet und bis zur Aussaat kühl und trocken aufbewahrt.

Wie schon gesagt - das ist eine Kurzanleitung. 6 Seiten Inhalt abzuschreiben und dabei noch etwas umzuformulieren ist viel Arbeit. Holt euch das Buch, es ist seinen Preis mehr als wert. Nicht nur die Saatgutgewinnung sämtlicher Gemüsesorten ist beschrieben. Viele Tipps und Kniffe, Bezugsmöglichkeiten für Saatgut und Zubehör, verwendetete und weiterführende Literatur und ein Glossar runden das Ganze ab.

Weitere Bezugsmöglichkeiten für Samen:
Biosaatgut (auch eine Kulturanleitung für Tomaten)
Bioland Hof Jeebel (auch Tomaten, Paprika und Co.)
Reinhards Tomaten - über 800 Tomatensorten inkl. Fotogalerie, Beschreibung und Kulturinformationen (inkl. Samenernte und Beschreibungen von Schadbildern). Ein privates Samenarchiv, sehr!! zu empfehlen

Veranstaltungen rund um die Tomate:
Tomaten für alle Sinne im Kulturhof Eckelsheim am 19.08.07

Grüßle
Ulrike

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BeitragVerfasst: So 12. Aug 2007, 23:55 
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Hallo zusammen,

hier kommen die Geschmacksbeschreibungen der vor 3 Wochen noch unreifen Tomaten:

Nirinka E 05:
Die Flaschentomate schmeckt, obwohl die Früchte mehlig sind, sehr ausgeprägt. Ich könnte mir vorstellen, sie für Gemüseaufläufe und Soßen zu verwenden. Zusammen mit Zuccini in einer flachen Auflaufform mit Käse überbacken, sind sie sicher ein Genuss.

Tomate Russisch v.Fr.:
Schmeckt sehr fruchtig wenn sie genügend Sonne abbekommen hat, ansonsten hat sie einen eher wässrigen Geschmack. Trotz der gelben Blätter reifen die Früchte sehr gut. Der Stock sieht halt ein wenig mickrig aus ...

Grüße
Ulrike

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