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Tomatenpflanzen - alte Sorten - ein Reise-, Einkaufs-, Besuchsbericht
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Autor:  Ulrike Nolte [ Di 29. Mai 2007, 13:09 ]
Betreff des Beitrags:  Tomatenpflanzen - alte Sorten - ein Reise-, Einkaufs-, Besuchsbericht

Wie jedes Jahr Mitte Mai fand am 17. d.M. auf dem alten Dreiseit-Hof von Irmela Wrede (Kontaktstelle Elm-Asse), Mönchevahlberg (Nähe Wolfenbüttel) in Zusammenarbeit mit dem VEN (Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt) eine Tomatenpflanzenbörse statt. Fast hätte ich den Tag versäumt, aber gerade noch rechtzeitig habe ich mir die Veranstaltungstipps auf der Homepage angeschaut und so kam ich dann doch noch zu meinen Tomatenpflanzen.

132 km (einfache Strecke) zu fahren, nur um ein paar Pflänzchen zu ergattern, ist ja schon ein wenig sehr verrückt. Trotzdem entschloss ich mich hinzufahren weil ich hier in der Gegend nur Neuzüchtungen, bzw. Allerweltssorten bekomme und die Pflanzen aus den Versandgärtnereien nicht unbedingt immer in bester Verfassung ankommen.

Petrus meinte es an Himmelfahrt richtig gut mit mir, die Fahrt durch den frühen Morgen war das reine Vergnügen. Als ich bei Irmela ankam, grüßte die Sonne zwischen schneeweißen Wolken am strahlend blauen Himmel. Kühl und windig war es, aber das tat dem Ausflug keinen Abbruch, und schon gar nicht dem folgenden Einkaufsrausch.

Die Ankündigung von "Hunderten von Tomatenjungpflanzen" ist nicht übertrieben und wenn man, wie ich, sich nicht schon vorher informiert, hat man wirklich die Qual der Wahl. Aber die Damen wissen genau, welche Pflänzchen sie für welchen Standort und für welche Geschmacksvorlieben empfehlen können. So habe ich ausschließlich solche ergattert, die als Freilandtomaten wachsen dürfen. Drei Wildtomatenpflanzen konnte ich ebenfalls einheimsen. Wenn das alles dann mal reift, kann ich einen Tomatenhandel aufmachen. Aber die Nachbarn haben's schon registriert was ich da auf meinem kleinen Acker alles anpflanze und zeigten sich sehr interessiert, was ich denn wohl ernten werde. Vielleicht veranstalte ich dann Verkostungstage und gebe anschließend die Samen weiter oder ziehe die Pflänzchen im Gewächshaus vor und gebe sie dann weiter  ;)

Das ist das Schöne an den alten Sorten, die im Handel längst nicht mehr erhältlich sind - sie lassen sich sortenrein vermehren. Das ist auch generell der Grund, warum ich gerade beim Gemüseanbau auf Altbewährtes zurückgreifen will.

Auf der Tomatenpflanzenbörse gibt es aber nicht nur dieselben zu kaufen, auch Kräuter, Sämereien und lukullische Spezialitäten konnte man nach Hause nehmen. An einem Stand mit Biosämereien hatte ich ein nettes Erlebnis: das junge Mädchen hinter dem Stand musterte mich und meinte "die Samen sind aber teuer". Ich musste grinsen - sah ich so arm aus, oder was? Schnell entwickelte sich ein Gespräch über die angeblichen hohen Kosten von Biosamengut. Natürlich muss man ein paar Cent mehr auf den Tisch legen, dafür bekommt man aber viel Nutzen zurück. Immerhin kann man einzelne Pflanzen bis zur Samenreife bringen und spart so in den folgenden Jahren den erneuten Einkauf von Samen. Der hobbygärtnerische Forscherdrang wird nebenbei auch noch angeregt.

Schnell war eine gute Stunde vergangen - ich packte meine Schätze in den Kofferraum und fuhr gen Braunschweig. Wenn schon, wollte ich noch andere IGB'ler persönlich kennen lernen, mit denen ich bisher nur telefonischen, bzw. Mailkontakt hatte. Ich kann sagen, dass ich allmählich den Eindruck einer großen Familie bekomme. Nicht nur, dass man mit vielen Ratschlägen unterstützt wird, man wird auch noch herzlich aufgenommen und mit Köstlichkeiten bewirtet. Wie schnell die Zeit verfliegen kann, wenn man sich so richtig wohl fühlt - dieser Tag war jedenfalls der Erholsamste seit fast 2 Jahren. Der Einkaufsrausch ist verflogen und die Pflanzen längst in der Erde; geblieben ist eine schöne Erinnerung an einen gelungenen Tag.

Bild 1 = Irmela Wrede's Hof, den man durch ein großes Tor betritt. Vor dem Wohnhaus einer der Pflanzenstände.
Bild 2 = Gegenüber, vor den alten Stallungen, gab es Kräuter, Stauden, Tomatenpflanzen und kleine Spezialitäten zu kaufen.
Bild 3 = Noch ein Stand mit Tomatenpflanzen und Biosämereien. Im Hintergrund das Wohnhaus, davor Tomatenpflanzen satt.
Bild 4 = Auch für das leibliche Wohl war gesorgt - Kaffeetafel unter dem großen Vordach, Blick über den Innenhof.

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