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 Betreff des Beitrags: Holzasche auf den Kompost ?
BeitragVerfasst: Do 10. Mai 2007, 16:20 
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Liebe Gärtner und Gärtnerinnen,

ich wurde unlängst mit purem Entsetzen konfrontiert, als ich meine Holzasche aus dem Kamin auf dem Kompost entleert habe. Ich dachte ich tu´was gutes, derAuffassung konnten sich meine Mitbewohnerinnen nicht anschließen. Kann man(n), oder kann man nicht ?

Gruß, Sven.

P.S. der Kompost soll für Kürbisse und Gurken verwendet werden...

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Teske + Schwiede Architekten
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 Betreff des Beitrags: Re: Holzasche auf den Kompost ?
BeitragVerfasst: Do 10. Mai 2007, 20:07 
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Registriert: Mo 17. Feb 2003, 17:34
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Ist nur sinnvoll im Sinne eines Nährstoffkreislaufes. Deshalb hat man früher die Pottasche -Waschlauge (aus Holzasche gelaugte Kaliseife aus der Vor-Persil-Aera) auch immer als Kalidünger in den Garten gegossen.

Wahrscheinlich hat der entsetzte Nachbar was vom hohen Schwermetallgehalt der Holzasche gehört. Das stimmt, Aber auch diese Metalle braucht der Boden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Holzasche auf den Kompost ?
BeitragVerfasst: Do 10. Mai 2007, 22:59 
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Hi Sven,

das ist so ein Überbleibsel aus der Zeit, in der auch behauptet wurde, Holz zu verbrennen sei schädlich für die Umwelt. Heute behauptet man genau das Gegenteil.

Also, Holzasche hat nicht mehr Schwermetalle intus, als das Holz, wenn es verfault. Wenn Du die Asche über den Kompost entsorgst (und den dann bitte aber auch 2 x umsetzt bevor Du ihn ein Jahr später verwendest), tust Du dem Boden nur Gutes. Mein Schorni hat mir sogar versichert, dass auch der Ruß in den Kreislauf zurück darf - der hat mich ganz konsterniert angeschaut, als ich das Kehrergebnis in die Tonne entsorgen wollte. Unser Schorni ist ein junger Kerl von vielleicht 30 Jahren ...

Henriette Davidis schreibt in ihrem Buch "Der Küchengarten" (1863) über die Verwendung von Ofenruß als Dünger:
Zitat:
Derselbe ist ein vorzügliches Mittel gegen Erdflöhe. Auch bringt das Überstreuen mit Ruß nach dem Regen oder Begießen kränklichen mit Rost befallenen Pflanzen, namentlich Bohnen und Sellerie, ein auffallendes Gedeihen; doch darf derselbe nicht frisch angewendet werden. Es ist zu rathen, zu diesem Zweck ein altes Faß zu bestimmen und darin den Winter hindurch allen vorkommenden Ruß aufzubewahren.


Johannes Wesselhöfft schreibt in seinem Buch "Der Garten des Bürgers und Landmannes, insonderheit des Geistlichen und Lehrers auf dem Lande" (1903), dass Asche über den Kompost gegeben werden sollte. Ich habe aber auch in einem der alten Bücher gelesen, dass manche Pflanzen Direktbeigaben mögen. Muss aber nachschauen, alles habe ich nicht im Kopf. Dietrich hat es schon gesagt, früher wurde auch das Waschwasser als Dünger genommen - und noch sehr viel mehr.

Nu schimpf nicht gleich wieder über das alte Wissen.  ;)
Trotz Fortschritt greift man heute gerne wieder auf Mistbeete zurück (spart den Strom bei der Anzucht der Pflanzen) und Beete, auf denen im kommenden Jahr Starkzehrer stehen sollen, mögen im Herbst immernoch eine frische Mistdüngung. Alles in Maßen ergibt die gute Mischung ...

Warum willst Du den guten Kompost nur für Kürbisse und Gurken nehmen? Musst Du damit sparen? Ich bin heilfroh über meine rund 3 m?, das erspart mir den Zukauf künstlicher Düngemittel. Kompost ist tatsächlich für alles gut.

Grüße
Ulrike

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 Betreff des Beitrags: Re: Holzasche auf den Kompost ?
BeitragVerfasst: Fr 11. Mai 2007, 11:41 
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Moin Sven,

gegen die Verwendung von Holzasche auf dem Kompost spricht überhaupt nichts - es sei denn, Du verheizt alte Bahnschwellen, Spanplatten und Co.  ;D

Ich möchte jedoch gleich mal eine Einschränkung anbringen. In vielen "Kompostrezepten" wird auch noch die Zugabe von Kalk empfohlen - wogegen auch erst einmal nichts spricht.

Wenn es jetzt aber ein zuviel an Holzasche plus Kalk gibt, schiebst Du Deinen Kompost in den basischen Bereich. Es gibt natürlich viele Pflanzen, die das richtig mögen - willst Du aber damit etwas Gutes für säureliebende (Moorbeet-) Pflanzen oder Rhododendron tun, kann es ein Desaster geben.

Ich habe mir deshalb ein englisches Gerät mit zwei Sonden zugelegt (genial einfach, funktioniert aber), mit dem der ph-Wert und sonst noch so einiges gemessen werden kann. Hat vor ein paar Jahren ca. 12,-- DM gekostet.

Also vor dem Einsatz oder auch zwischendurch mal messen, und dann entscheiden, wohin damit oder ggf. auch mit anderer Erde mischen.

Viel Erfolg

Bernd


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 Betreff des Beitrags: Re: Holzasche auf den Kompost ?
BeitragVerfasst: Fr 11. Mai 2007, 12:54 
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@Bernd,
sag mal, in welchen "Kompostrezepten" steht denn, dass man Kalk dazu tun soll?

Ich kenne das nur so, dass man bei Bedarf direkt kalkt. Im Übrigen ist zuviel niemals gut, also auch kein Zuviel an Asche. Und wichtig ist eben die gute Durchmischung und Durchlüftung inkl. 2-maligem Umsetzen. Reif ist der Kompost erst in etwa 12 Monaten.

Grundsätzlich sollte ein Gärtner/eine Gärtnerin) den Boden und seinen Bedarf kennen. Leider haben wir schon verlernt, s.g. Zeigerpflanzen richtig zu deuten (was bedeutet ein zuviel an Löwenzahn, was, wenn Disteln zu Hauf auftreten, etc.). Wir wissen oft auch nicht mehr, was mit dem Boden los ist, wenn die Pflanzen kränkeln weil wir die Anzeichen nicht deuten können. Deshalb ist alle 2-3 Jahre eine Bodenprobe sinnvoll, die im Frühjahr (vor der Pflanzung) oder im Herbst (nach dem Abräumen der Beete) entnommen und in ein entsprechendes Labor eingeschickt wird. Danach weiß man dann ganz genau, was man seinem Boden Gutes tun kann oder was nicht. Teuer ist das nicht, die Kosten belaufen sich in etwa auf 20 ? pro Untersuchung, ich habe vor ein paar Wochen sogar nur knappe 15 ? bezahlt.

Grüße Ulrike

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 Betreff des Beitrags: Re: Holzasche auf den Kompost ?
BeitragVerfasst: Sa 12. Mai 2007, 08:14 
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Moin zusammen,

die Kalk-Zugabe wird in mehreren Fachbüchern erwähnt - z.B. in "Gartenbau" von Rüller et al. Die einzelnen Schichten sollen nur ganz leicht eingepudert werden, um die Krümelbildung zu verbessern. Als Richtlinie wird von ca. 2 kg/ m? Kompost ausgegangen.

Ein basisches Milieu sollte vermieden werden, da die kleinen Helferchen. die die organischen Stoffe zersetzen, eher ein neutrales bis leicht saures Milieu lieben (ca. ph 6 - 7,5). Also wie meistens: die Mischung macht's - oder die Dosis entscheidet über Medizin oder Gift  :)

Will sagen: Nur aus Rasenschnitt und Holzasche wird nie ein guter Kompost  ;D
Schließlich läßt sich das Wort auch mit "Zusammensetzung" übersetzen.

Und nun mal viel Erfolg beim Komponieren


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 Betreff des Beitrags: Re: Holzasche auf den Kompost ?
BeitragVerfasst: Sa 12. Mai 2007, 10:50 
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Liebe Gartenfreunde (klingt fast wie in einer Kleingartenkolonie  ;D),

vielen Dank für die fachliche Hilfestellung und das Argumentationsfutter für die nächste "Plenumsdiskussion" mit meinen Gartenfreunden  ;).

Viele Grüße sendet Euch kokelnd, Sven.

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 Betreff des Beitrags: Re: Holzasche auf den Kompost ?
BeitragVerfasst: Sa 12. Mai 2007, 19:43 
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... hoffentlich steht dann nicht das Ziel im Weg  :)


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 Betreff des Beitrags: Re: Holzasche auf den Kompost ?
BeitragVerfasst: Di 15. Mai 2007, 08:39 
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... Holzasche ist (auch) gegen Kalimangel im Boden gut.

http://www.bio-gaertner.de/Articles/II.Pflanzen-allgemeineHinweise/Krankheiten-Schaeden/Nahrstoffmangel-uberschus.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Holzasche auf den Kompost ?
BeitragVerfasst: Sa 19. Mai 2007, 07:42 
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... weil ich mich gerade mit den Himbeeren ausführlich beschäftige.

http://www.bio-gaertner.de/Articles/I.Pflanzen-dieDatenbank/Beeren/Himbeeren.html

Sie mögen Holzasche da sie als Starkzehrer Kali brauchen. Aber bitte auch nicht im Übermaß  ;)

Emsige Grüße
Ulrike

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 Betreff des Beitrags: Re: Holzasche auf den Kompost ?
BeitragVerfasst: Di 22. Mai 2007, 10:37 
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ich werde es nicht übertreiben können, da bei den Temperaturen die Kaminsaison beendet ist...

gruss, sven.

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