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Schattengemüse/kräuter
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Autor:  Moni [ Do 8. Jan 2009, 18:21 ]
Betreff des Beitrags:  Schattengemüse/kräuter

So jetzt erstmal ein Hallo an alle!
Ich bin neu hier und will mir ein paar tipps von Speziallisten holen - hoffe ich bekomme von euch hilfe :)
Also wie schon in einem anderen Thread erwähnt ziehe ich gerade um in ein Haus wo ich dann auch endlich einen Garten habe.
Jetzt hätte ich auch gerne gewusst ob auch die schattige Seite des Gartens für Gemüse oder Kräuter nutzden könnte.
Gruß Moni

Autor:  Ulrike Nolte [ Sa 17. Jan 2009, 16:31 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Schattengemüse/kräuter

Hallo Moni,

erst mal ein herzliches Willkommen hier und viel Glück im neuen Haus.

Zu Deiner Frage: Grundsätzlich läßt sich auch die Schattenseite für Kräuter und Gemüseanpflanzung nutzen. Es kommt darauf an was genau angebaut wird. Absolute Sonnenkinder eignen sich natürlich nicht. Ein echter Gemüsegarten liegt allerdings grundsätzlich in der Sonne, mit Hauptausrichtung nach Süden. Meiner liegt auf der Westseite des Hauses, Ausrichtung Nord-Süd. Ohne Schlagschatten der Gebäude. Da scheint vom frühen Morgen bis zum Sonnenuntergang die Sonne drauf. Mein Kräutergärtlein liegt auf der Südseite, die aber ab ca. 15 Uhr keine Sonne mehr abbekommt. Trotzdem fühlen sich die sonnenhungrigen Pflanzen darunter recht wohl.

Zunächst mal die Frage, wie lange und zu welcher Tageszeit liegt der Bereich im Schatten? Es macht einen großen Unterschied, ob nur morgens, mittags oder abends. Wichtig ist auch die Lichtausbeute in den verschiedenen Jahreszeiten (Frühjahr bis Herbst). Nur bei Vollschatten wird's kritisch, da fühlen sich dann nur Schattenpflanzen wirklich wohl.

Hast Du Bilder von dem Bereich und eine kleine Beschreibung der Örtlichkeit? Die wären für Tipps sehr hilfreich. Außerdem ist es für Dich und Deine Planung hilfreich, wenn Du Dir einen Lageplan anfertigst. Darauf solltest Du auch die Lichtverhältnisse skizzieren. Das hilft gegen die größten Fehler und den Frust danach. Einer der wichtigstens Tipps überhaupt, den Fachleute immer wieder geben, heißt Beobachtung. Erst einmal über ein Jahr schauen wie die Verhältnisse denn wirklich sind und die Erkenntnisse aufschreiben. In der Zwischenzeit kann man Kübel mit Kräutern und auch so manches Gemüse bepflanzen. Die lassen sich dann unkompliziert an die richtigen Stellen transportieren.

Der Lageplan wird zusammen mit den Aufzeichnungen zum Pflanzplan und der ist für den Gemüsegarten (nicht Kräutergarten) so ziemlich das wichtigste Hilfsmittel.

Herzliche Grüße
Ulrike

Autor:  Jens Paulsen [ Mi 25. Feb 2009, 16:35 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Schattengemüse/kräuter

Es wäre wichtig, was für eine Art Schatten es ist. Unter Baumkronen wachsen nur spezielle Arten, die man auch im Unterwuchs von Wäldern findet. Da würde ich wenn möglich erst mal die Säge bemühen.
Wenn es Gebäudeschatten ist, also wenn der Garten vom Haus beschattet wird, aber über den Kulturen grösstenteils Himmel ist, sieht es schon viel besser aus. Man sollte die Beete gegen die Wurzeln benachbarter Bäume trennen (mit z.B. 30 - 50 cm tief eingegrabenen Gartenplatten), um die Wurzelkonkurrenz auszuschalten. Eine solche Lage kann sogar vorteilhaft sein, weil viele Pflanzen mit wintergrünen Blättern (Erdbeeren) es nicht besonders mögen, wenn sie bei gefrorenem Boden Sonne bekommen.

Autor:  Moni [ Do 26. Feb 2009, 17:51 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Schattengemüse/kräuter

Sie scheinen ein richtiger Experte zu sein.
Also zur Information es ist ein Schatten durch das Haus (d.h. ein Gebäude) und der Himmel darüber ist frei.
Dann werde ich es gleich mit Erdbeeren probieren.
Was würden sie noch empfehlen?

Autor:  Jens Paulsen [ Do 26. Feb 2009, 18:16 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Schattengemüse/kräuter

Danke für die Blumen, aber selbst wenn ich so anmassend wäre, mich als Experten zu bezeichnen, wäre dies nur für den Ort meines Gartens zutreffend.
Den einzigen Rat, den ich Ihnen geben kann, ist, sich in gut gepflegten Gärten in ähnlicher Situation in der Umgebung umzuschauen und mit den Besitzern ins Gespräch zu kommen. Jeder Gartenbesitzer gibt doch seine Erfahrungen gerne weiter.
Häufiger als Schatten ist das Problem, dass unsere nasskalte Frühjahrswitterung den Kulturen mehr zusetzt als die fehlende Sonne, vor allem wenn es schwere, bindige Böden sind.

Autor:  Ulrike Nolte [ Mi 4. Mär 2009, 03:13 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Schattengemüse/kräuter

Jens Paulsen hat geschrieben:
Häufiger als Schatten ist das Problem, dass unsere nasskalte Frühjahrswitterung den Kulturen mehr zusetzt als die fehlende Sonne, vor allem wenn es schwere, bindige Böden sind.


Gut beobachtet :)

Ich habe heute die ersten Leichen entfernen müssen. Aber noch schmerzlicher ist der teilweise Verlust durch die tatsächlich sehr strenge Kälte im Laufe des Winters.

Petersilie, Schnittlauch und Kerbel sind auch sehr dankbarere Kandidaten für Schatten. Kopfkohl mag es gar nicht heiß und trocken. Der liebt auch keine großen Schwankungen bzgl. Wärme und Feuchte. Halbschatten ist ideal. Einige Salatsorten dürften ebenfalls damit zurecht kommen: Kopfsalat, Eichblatt, ...

Chinakohl (er mag es aber nicht kühl)
Erbsen
Mangold
Mohrrüben
Pastinake
Radieschen
Riesenkürbis
Rote Rübe/Rote Beete
Schalotten
Sellerie (sowohl Stange, als auch Knolle)
Spinat
Sommersorten der weißen Rübe
Winterrettich
Zucchini

Das ist keine kleine Auswahl. Aber - es kommt auch auf den Boden an. Schwere Böden sind eher kalt (im Halbschatten erst recht) und im Hochsommer/Vollsonne extrem warm. Durchlässiger Boden ohne hohen Lehm-/Tonanteil wäre ideal. Ich hab das Problem mit Hochbeeten gelöst weil unser Lehmboden nur sehr schwer zu bearbeiten ist. Eine dicke Mulchschicht ist auch eine Möglichkeit den Boden offen und locker zu halten.

Na dann, viel Spaß -es geht ja gerade wieder los. Probieren geht übrigens über studieren. Jeder Garten ist anders, was hier klappt muss selbst bei ähnlichen Bedingungen nicht unbedingt woanders auch klappen. Patentrezepte gibt es leider nicht. Die zuverlässigsten Aussagen bekommt man tatsächlich aus der Nachbarschaft.

Herzliche Grüße
Ulrike

Autor:  CarpeDiem [ Mi 6. Jan 2010, 19:56 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Schattengemüse/kräuter

Wenn ich schon vom Bauen (noch) keine Ahnung habe, so doch wenigstens vom Garten.
Ein Schattenbeet ist prinzipiell möglich, aber nicht wirklich für vieles geeignet.
Wichtig wäre auch, ob es Vollschattig oder Halbschattig ist.

Mit weniger Sonne kommen z. B. ganz gut Kräuter wie Süddolde (Myrrhis odorata) oder auch viele Minzen klar. Die brauchen auch nicht unbedingt so karge Boden und finden sich auch mal mit anderen Bodenverhältnissen zurecht.
Bei den klassischen Küchenkräutern wie Salbei, Rosmarin, Thymian kann ich nur eher davon abraten, solche Versuche zu starten, das ist nur frustierend. Etwas Schatten ist schon mal ok, aber dauernder eher nicht.
Und klar, nasser Boden und das im Winter, da leiden nicht nur Kräuter.
Für Gemüse im Schatten kann ich noch Knollenziest (Stachys officinalis) empfehlen.

Den anderen Tipps kann ich mich nur anschließen.

Autor:  Jens Paulsen [ Do 7. Jan 2010, 09:45 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Schattengemüse/kräuter

Es macht einen wesentlichen Unterschied, ob es sich um Schatten von Baumkronen oder um solchen von Gebäuden handelt.
Bei Gebäudeschatten lässt sich noch vieles pflanzen. Unter Baumkronen können nur noch Spezialisten wachsen, weil die Blätter der Bäume den für die Photosynthese nutzbaren Anteil des Lichtspektrums bereits weitgehend herausgefischt haben. Das sind im Extremfall nur noch Farne und Moose.

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