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Kartoffelernte 2008
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Autor:  Ulrike Nolte [ So 13. Jul 2008, 23:43 ]
Betreff des Beitrags:  Kartoffelernte 2008

Anfang Mai hatte ich insgesamt 13 verschiedene Sorten á 6 Knollen gelegt. Vor ca. 3 Wochen musste ich eine Sorte schon noternten, weil die sehr Trockenheitsempfindlich war und durch die zu diesem Zeitpunkt anhaltende Trockenheit arg gelitten hat. Die wenigen Kartoffeln sind längst über den Magen "entsorgt" worden. Die zweite Sorte erntete ich ungeduldiger Weise in der vergangenen Woche, auch davon ist nicht mehr sehr viel übrig. Heute nun mussten alle Frühen endgültig raus, die Knollen wurden schon viel zu groß für Frühkartoffeln. Also war ich den Nachmittag beschäftigt. Und das ist das Ergebnis:
Dateianhang:
Dateikommentar: Belle de Fontenay hat das beste Ergebnis gebracht
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Dateianhang:
Dateikommentar: Colleen macht auch einen guten Eindruck
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Dateianhang:
Dateikommentar: Bin schon gespannt, wie Franceline schmeckt
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Autor:  Ulrike Nolte [ So 13. Jul 2008, 23:56 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Kartoffelernte 2008

weiter im Text (Kartoffelernte) ;D

Dateianhang:
Dateikommentar: Princess schaut auch gut aus
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Dateianhang:
Dateikommentar: Eine adelige Kartoffel ist Red Duke of York
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Dateianhang:
Dateikommentar: Last, but not least: Rosara
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In ein paar Wochen folgen die 3 mittelfrühen und zum Schluss dann die zwei späten Sorten.

Ich bin sehr gespannt, welche Sorte Frühkartoffeln das Rennen für den Anbau im nächsten Jahr macht. Nach dem diesjährigen Ertrag müsste es Belle de Fontenay sein, aber uns kommt es ja auf den Geschmack an. Morgen ist Kartoffelverprobung, nur mit Salz und Butter als Beilage.

Die Pflanzkartoffeln hatte ich übrigens von hier bezogen.

Erwartungsvolle Grüße
Ulrike

Nachtrag: Bis jetzt habe ich keinerlei Anzeichen von Kraut- oder Stengelfäule, auch von der gefürchteten "Umfallkrankheit" keine Spur. Selbst die Kartoffelkäfer haben sich nur mit einer kleinen Kinderstube gezeigt, die sofort ausgerottet wurde. Und das, obwohl eine meiner Nachbarinnen ganz große Probleme mit den Biestern hat ...

Autor:  Ulrike Nolte [ Do 17. Jul 2008, 08:39 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Kartoffelernte 2008

Kartoffelverkostung - die sollte eigentlich mit allen Sorten gleichzeitig stattfinden. Leider kam wieder mal etwas dazwischen ...

Grundsätzlich sollen Kartoffeln mit einem oder zwei TL Salz im Kochwaser gekocht werden, das soll das Platzen der Knollen verhindern.

Inzwischen wurden probiert:
Sorte Princess: eine festkochende, leicht mehlige Sorte mit einem recht kräftigen, leicht nussigem Geschmack und gelblicher Farbe. Man muss aber genau den Garpunkt abpassen. Sonst hat man trotz Salz geplatze Knollen im Topf, die dann auch ganz schnell zerfallen. Wir hatten Butter und Salz dazu. Ich denke aber, dass sie eine gute Beilage zu allen Gerichten mit Soße wäre. Kartoffelpuffer sollten mit ihr auch ganz gut gelingen.

Sorte Rosara: ein Traum von Salatkartoffel. Die Schale verliert beim Kochen ihre rote Farbe, platzt aber nicht auf. Nach dem Pellen hat man eine leicht gelbliche Knolle auf dem Teller. Der Geschmack ist ausgeprägt mit einem ganz leicht bitteren Abgang, der aber nicht stört. Ich hatte Stippsülze dazu, dafür ist sie eine eher ungeeignete Beilage. Bratkartoffeln und Kartoffelsalat sollten wegen der guten Schnittfestigkeit die besseren Zubereitungsarten sein.

Fortsetzung folgt ...

Grüße
Ulrike

Autor:  salinodg [ Fr 18. Jul 2008, 08:52 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Kartoffelernte 2008

Moin Ulrike,

ob das Salz im Kochwasser das Platzen verhindert, habe ich noch nicht beobachtet - mag aber sein.

Hier spielen aber noch andere Gründe hinein. Je gesättigter (mit Salz) das Kochwasser bei Pellis ist, umso weniger Mineralstoffe gelangen aus der Kartoffel in das Wasser. Man kann auch nicht übersalzen, da das Salz aufgrund seiner (Molekül-) Größe nicht in die Kartoffel gelangen kann. Wer schon mal auf den Kanaren war, kennt sicherlich das typische Gericht "papas arrugadas con mojo". Da ist am Ende des Kochvorgangs eine Salzkruste auf den Knollen.

Mein Mojo-Rezept beginnt mit 40 Chilli-Schoten und 40 Knoblauchzehen. Den Rest erzähle ich dann lieber bei Gelegenheit Deinem Mann ::)

Gruß

Bernd

Autor:  Ulrike Nolte [ Fr 18. Jul 2008, 10:11 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Kartoffelernte 2008

Moin Bernd,

salinodg hat geschrieben:
Man kann auch nicht übersalzen, da das Salz aufgrund seiner (Molekül-) Größe nicht in die Kartoffel gelangen kann.


Hm, das habe ich aber ganz anders gelesen und dann auch schon selbst ausprobiert.
Die "Großen" Köche empfehlen, Salz nicht nur gegen das Platzen der Schalen bei Pellis zu nutzen, sondern ruhig etwas mehr Salz zu nehmen, da dann die Pellis schon gesalzen auf den Tisch kämen. Ich hab es probiert und nehme seither nicht nur einen TL Salz (bezogen auf die kleine Menge für uns Zwei), sondern gleich zwei, man schmeckt den Unterschied wirklich.

Zitat:
Mein Mojo-Rezept beginnt mit 40 Chilli-Schoten und 40 Knoblauchzehen. Den Rest erzähle ich dann lieber bei Gelegenheit Deinem Mann ::)

Ja, und dann gibst Du ihm bitte auch ein Gläschen zum Probieren mit. Da schüttelt es mich ja gewaltig ... 40! Chillis >:D Boaeh!

Ich habe gestern abend die nächste Sorte probiert: "Belle de Fontenay" war an der Reihe.
Eine ebenfalls hervorragende Salatkartoffel mit gelber Schale, mit eher weißlichem Fruchtfleisch, gute Schnittfestigkeit im heißen Zustand. Ein toller Geschmack, den man absolut nicht mit den Supermarktkartoffeln vergleichen kann, auch auf den Märkten sucht man lange nach ähnlich guter Ware. Wo es noch "Sieglinde" gibt, kann man sicher sein etwas ähnlich Anständiges auf den Tisch zu bekommen.

Ich verstehe längst nicht mehr, warum ständig neue Sorten kreiert werden müssen - wo es doch so gute Ausgangsware schon gibt. OK, da ist der Ertrag, darauf kommt es heute ja an. Aber auf den pfeif' ich, wenn es um den Geschmack und das Aussehen geht. Außerdem habe ich gerade von dieser Sorte aus 6 Knollen ca. 5 kg geerntet. Das, finde ich, ist kein schlechter Ertrag. Zumal das noch hätte mehr werden können wenn ich nicht beschlossen hätte, dass ich genug habe.

Grüße
Ulrike

... immer noch schüttelnd :o

Autor:  salinodg [ Fr 18. Jul 2008, 10:27 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Kartoffelernte 2008

... natürlich schmeckst Du den Unterschied - aber nicht, weil Salz hineingekommen ist, sondern weil viele geschmackgebende Stoffe dringeblieben sind 8)

Autor:  Ulrike Nolte [ Fr 18. Jul 2008, 13:36 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Kartoffelernte 2008

Na ja, ich weiß nicht mehr wo ich das her habe. Vermutlich aus dem TV, bei irgendeiner dieser Kochshows. Vielleicht bei Laafer, vielleicht war es auch der Siebeck. Keine Ahnung.

Und wenn Du sagst, dass der bessere Geschmack von den verbliebenen Inhaltsstoffen kommt, will ich Dir das auch gerne glauben. Hauptsache, die Knollen schmecken und sehen auf dem Teller auch noch gut aus.

Ich freu mich schon auf heute Abend: Red Duke of York mit Quark und Butter. Dazu die ersten 2 Gartengurken als Salat.

Grüße
Ulrike

Autor:  salinodg [ Fr 18. Jul 2008, 13:46 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Kartoffelernte 2008

... von Siebeck m.E. nicht - der weiß, wovon er redet.

Ich tippe also auf Herrn Laaber - der ist für alles gut (vor allem, wenn`s dafür Geld gibt).

;D

Autor:  Ulrike Nolte [ Sa 19. Jul 2008, 09:28 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Kartoffelernte 2008

Wie auch immer, Bernd ...

Red Duke of York
man muss sich diesen Namen einer schnöden Kartoffelsorte mal auf der Zunge zergehen lassen. Klingt doch edel und vielversprechend, oder?

Rot, rund und flachäugig kommt sie daher. Verspricht mit ihrem Aussehen eine gute Beilage zu allem mit Soße zu sein. Runde Kartoffeln sind ja bekanntlich die mehlig kochenden. Und so ist das dann auch. Nach dem Kochen (genau auf den Garpunkt achten, sonst wird sie vermutlich auch platzen) noch immer rotschalig (mehr bräunlich), nachdem ihr die Pelle vom Leib gezogen auch noch rot. So lag sie auf dem Teller.

Dazu gab es, entgegen der Planung, frische Möhren zweier sehr alter Sorten (nur gebürstet und grob geschnitten), frisch gepulte Zuckererbsen und die ersten Buschbohnen. Alle Gemüse knackig gekocht und in einer Soße aus dem Kochsud von Möhre und Erbsen, mit einem guten Stich Creme fraiche, vereint. Und ein Salat aus den ersten Gartengurken. Von den Beilagen, vor allem den Möhren, will ich gar nicht weiter erzählen. Mit Supermarktware absolut nicht zu vergleichen, auch nicht mit herkömmlicher Marktware und auch nicht mit Ware vom Biobauern.

Der Hausherr probierte als Erster die Kartoffel ohne irgendwas - und war sprachlos. Ich anschließend auch. Adel verpflichtet, und genau dieser Verpflichtung kommt diese Kartoffel geschmacklich und im Aussehen zu 100% nach. Da gibt es kein Vertun.

Diese und Belle de Fontenay sind die bisherigen Favoriten für den nächstjährigen Anbau. Da das Grundstück nicht so viel Fläche hergibt um den 3-jährigen Fruchtwechsel auch beim Kartoffelanbau einzuhalten, denken wir schon darüber nach, von einem der umliegenden Nachbarn, die noch größere Äcker haben, ein Stück zu pachten.

Übrigens gab es heute Morgen ein fulminantes Bauernfrühstück aus den Resten der beiden Sorten, was ebenfalls ein Geschmackserlebnis war. Ich bekomme auch die Eier in einem Frischezustand wie sonst nirgends. Direkt vom Nachbarn, aus der laufenden Wochenproduktion seiner freilaufenden Hühner. Diese Hühner sehen kein "Kunstfutter" aber den ganzen Tag die Sonne (wenn sie denn scheint), produzieren dafür kleinere Eier, die aber dementsprechend nach Eier aussehen und schmecken ...

Auch wenn einige Mitmenschen mich belächeln mögen - für diese Qualitätsware aus dem eigenen Anbau, für das Geschmackserlebnis und für die absolute Frische, für giftfreie und gentechnisch unveränderte Gartenfrüchte - dafür lohnt sich die Arbeit (die ja Hobby ist) unbedingt. Finanziell gesehen ist es keinesfalls teurer. Jedenfalls nicht, wenn man zum Gießen auf Regen-, bzw. Brunnenwasser zurück greifen kann. Aus den Saattütchen bekommt man Pflanzen für 2 Jahre ...

Ja, ich bin so blöd. Gerne sogar!

Grüße
Ulrike

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